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Private Insolvenz ?


10.11.2006 10:22 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Grema



Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Mann und ich wissen einfach nicht mehr weiter - aber von Anfang an...
Im Jahr 1999 kauften wir zusammen mit meiner Mutter ein Baugrundstück auf welchem ein Jahr später ein Zweifamilienhaus errichtet wurde. Alles Gemeinschaftseigentum, nur für die 2 Wohnungen mit dazugehörigem Kellerraum wurde eine Teilungserklärung - Getrenntheitserklärung abgegeben, Sondereigentum besteht für uns in Form unserer Terasse, so wurde es notariell beurkundet. Anteilsverteilung am Gemeinschaftseigentum 60% mein Mann und ich und 40% meine Mutter.
Durch ich nenne es mal immerwiederkehrende massive persönliche Differenzen mit ihrem jetzigen Ehemann und auch der Tatsache das wir erfahren haben das ein zuversichertes, leider nicht schriftlich, Überschreiben ihres Anteil`s nach 8 Jahren (Eigenheimzulage)nun nicht mehr erfolgt wollen wir nur noch eines, raus, raus aus dem Vertrag und weg von den Schulden die uns ans Existenzminimum geführt haben. Nun aber zu meiner Frage
die da lautet: Welche Möglichkeiten stellen sich für uns dar, da wir nicht verkaufen können ohne die Zustimmung aller Miteigentümer - welche wir aber nie erhalten werden. Eine Veräußerung kann nur im Zuge einer Zwangsversteigerung erfolgen, durch einen Insolvenzverwalter bzw. einen Grundpfandrechtsgläubiger der ein Wohn-oder Teileigentum erworben hat. Was auch immer das heißt - so steht es im Vertrag...
Vermieten können wir auch nicht da ein Darlehensgeber die Landesbodenkreditanstalt ist ( im Rahmen eines Förderprogramms da wir 3 Kinder haben) und der Betrag sofort fällig wird wenn wir die Wohnung nicht mehr selber nutzen. Bleibt uns nur die Private Insolvenz? Der Schuldenberg beläuft sich auf ca. 130.000,- € und wir haben nichts mehr als unsere Kinder und einen Haus-und Grundstücksanteil den wir mitlerweile verfluchen genauso wie unsere Naivität die wir bei Vertragsunterschreibung an den Tag gelegt haben. Wie kommen wir halbwegs gesund aus dieser Angelegenheit heraus?
MfG M.B.
Sehr geehrter Ratsuchender,

unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Informationen erlaube ich mir, Ihre Frage wie folgt zu beantworten:

Eine pauschale Beantwortung der Frage beziehungsweise Lösung Ihres Problems ist leider nicht ohne weiteres möglich.

Bezüglich des Zweifamilienhauses ist die Situation jedoch möglicherweise nicht ganz so aussichtslos, wie Sie annehmen:
Zwar ist es durchaus möglich, dass Miteigentümer untereinander eine Veräußerungsbeschränkung vereinbaren. Allerdings darf die Zustimmung zu einer Veräußerung nur aus wichtigem Grund versagt werden. Dieser muss in der Person des potentiellen Erwerbers vorliegen, der eine Zustimmungsverweigerung rechtfertigt. Daran sind strenge Voraussetzungen geknüpft: Persönliche Antipathie etwa genügt hierfür nicht. Gegen die Versagung der Zustimmung steht der gerichtliche Weg offen: Das heißt, das eine solche notfalls durchgesetzt werden kann (eine ungerechtfertigte Versagung kann gegebenenfalls auch Schadensersatzansprüche Ihrerseits auslösen).

Bezüglich der Verschuldenssituation ist allgemein Folgendes auszuführen:
Der Gang in die Privatinsolvenz stellt nur einen Weg dar, der nicht ohne Erfüllung bestimmter Voraussetzungen möglich ist. In jedem Falle ist es erforderlich, sich mit Ihren Gläubigern in Verbindung zu setzen und zu versuchen, eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Die genaue Analyse Ihrer Vermögensverhältnisse ist dabei unbedingte Voraussetzung für ein diesbezügliches Vorgehen. Es ist Ihnen deshalb dringend anzuraten, sich alsbald mit der Schuldnerberatung oder einem Anwalt vor Ort in Verbindung zu setzen, der die erforderlichen Prüfungen vornimmt und Lösungsmöglichkeiten für eine Auseinandersetzung mit den Gläubigern erarbeitet. Im Rahmen dieser Erstberatungsplattform ist eine dahingehende Tätigkeit leider nicht möglich. Dies gilt in gleichem Maße für die Frage der Veräußerung Ihres Miteigentumsanteils an dem Haus.

Ich möchte Sie in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass mit der Beratungs- sowie Prozesskostenhilfe Möglichkeiten bestehen, trotz hoher Verschuldung professionelle anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Darauf wird Sie der aufgesuchte Anwalt nochmals hinweisen und die erforderlichen Voraussetzungen für Sie prüfen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser ersten Beurteilung geholfen zu haben.
Sollten Sie noch Fragen haben, so bitte ich Sie, von der Möglichkeit einer Nachfrage Gebrauch zu machen.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Grema
Rechtsanwalt
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