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Private BU versteuern?

| 13.02.2014 20:31 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Hilpüsch


Zusammenfassung: Die Besteuerung einer privaten Berufsunfähigkeitsrente richtet sich nach § 55 EStDV; es wird der Ertragsanteil in Ansatz gebracht. Vor Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit während des Bezugs einer BU-Rente sind die Regelungen im Versicherungsvertrag über eine konkrete Verweisung zu prüfen.

Hallo,

ich bin durch eine Lungenerkrankung seit etwa einem Jahr Berufsunfähig (Handwerker). Nach Rücksprache mit meiner privaten BU-Versicherung (montl. 1350 Euro) dürfte ich in einem anderen Beruf (Schreibtischjob) sogar vollzeit arbeiten.
Ich habe den Tipp bekommen, dass ich allerdings nur halbtags arbeiten solle, da dies sonst ein Indiz zur vollen Arbeitsfähigkeit sein könnte.

Jetzt zu meiner Frage:
Wenn ich nun in einem neuen Beruf halbtags arbeite, (Web- und Mediendesign mit 1800 Brutto) muss ich dann auch meine Einnahmen aus der privaten BU versteuern? Ich bin 38 Jahre und die private BU würde bis zum 60 Lebensjahr zahlen ( vorraussetzung natürlich, dass die Versicherungsbedienungen zur Leistungszahlung bis dahin weiter bestehen)

Besten Dank,
der Fragende

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Besteuerung einer privaten Berufsunfähigkeitsrente richtet sich als zeitlich begrenzte Leibrente nach § 55 EStDV, wobei der sog. Ertragsanteil zu versteuern ist. Die Laufzeit Ihrer Rente beträt 22 Jahre, der Ertragsanteil ist also 23%. Im Jahr bekommen Sie 12 x 1350 = 16200 EUR BU-Rente, 23% hiervon sind 3726 EUR, die als Besteuerungsgrundlage herangezogen werden. Damit liegen Sie, wenn Sie Single sein sollten, unter dem Grundfreibetrag von 8354 EUR, weshalb Sie letztlich derzeit keine Steuern zahlen müssen.

Wenn Sie nun halbtags arbeiten und neben der BU-Rente noch 12 x 1800 = 21600 EUR brutto verdienen und wir unterstellen, dass sich hieraus ein zu versteuerndes Einkommen vn 18000 EUR ergäbe, dann würden hierzu die 3726 EUR Ertragsanteil aus der BU-Rente hinzugerechnet. Sie hätten dann also 21726 EUR zu versteuerndes Einkommen. Daraus errechnet sich eine Steuerlast von ca. 3726 EUR. Aus einem zu versteuernden Einkommen von 18000 EUR ergäbe sich eine Steuerlast von ca. 2219 EUR. Der Ertragsanteil der BU-Rente ist also mit ca. 1500 EUR an der Einkommensteuer beteiligt.

Noch ein Tipp:

Ob Sie sozusagen zusätzlich zur BU-Rente noch ein Arbeitseinkommen durch die tatsächliche Ausübung einer Tätigkeit beziehen können, richtet sich danach, ob der Versicherer Sie "konkret verweisen" kann, also z.B. der neu ausgeübte Beruf mit dem alten Beruf vom Einkommen und der sozialen Wertschätzung her vergleichbar ist.

Eine entsprechende Regelung im Versicherungsvertrag könnte z.B. so lauten:

"Berufsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt nicht vor, wenn die versicherte Person nach Eintritts des in Absatz 1, 2 oder 3 beschriebenen Zustands eine andere, ihrer Ausbildung und Erfahrung sowie bisherigen Lebensstellung entsprechende Tätigkeit ausübt und sie dazu aufgrund ihrer gesundheitlichen Verhältnisse zu mehr als 50% in der Lage ist. Unter der bisherigen Lebensstellung ist die Lebensstellung in finanzieller und sozialer Hinsicht zu verstehen, die vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung gemäß Absatz 1 oder 2 bestanden hat. Die dabei für die versicherte Person zumutbare Einkommensreduzierung wird von uns je nach Lage des Einzelfalles auf die im Rahmen der höchstrichterlichen Rechtsprechung festgelegte Größe im Vergleich zum jährlichen Bruttoeinkommen im zuletzt ausgeübten Beruf, vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung, begrenzt."

Das sollten Sie vorher prüfen (lassen).

Bitte berücksichtigen Sie auch, dass die Steuerberechnung nur beispielhaft zu verstehen ist. Ihre konkrete Steuerlast kann von vielen weiteren Faktoren abhängen. Ich wollte damit den Rechenweg verdeutlichen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Dann freue ich mich über eine positive Bewertung.

Für Ergänzungen nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 16.02.2014 | 08:04

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Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die freundliche Bewertung und viel Erfolg.
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