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Private Arztrechnungen trotz gesetzlicher Versicherung

| 18.04.2015 18:27 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Gregor Steenberg, LL.M.


Zusammenfassung: Notfallbehandlungen sind auch dann von einer gesetzlichen Krankenversicherung zu bezahlen, wenn die Versichertenkarte erst nachgereicht wird.

Hallo,

kurz zum Sachverhalt:
Mein Lebensgefährte begab sich in eine private Rehaklinik, um nach einer Grippe wieder zu Kräften zu kommen. Er ist gesetzlich versichert und wollte die Klinik selbst zahlen.
Nun erlitt er am ersten Abend einen Zusammenbruch aufgrund einer nicht erkannten Lungenentzündung und wurde schließlich des Nachts von dem Arzt der Privatklinik per Notarzt, wie er mir, die ich als Begleitung im Zimmer wartete, mitteilte, in ein Krankenhaus bringen lassen.

Wie sich später anhand der Rechnungen herausstellte, soll der Nottransport in das ganz normale Krankenhaus nun per Privatrechnung beglichen werden. Darüber hinaus stellt ein Chirurg für die Begleitung eine Rechnung.

In dem Krankenhaus wurde mein Lebensgefährte einfach als Privatpatient angemeldet. Ich habe das am nächsten Tag auf den Unterlagen gesehen und dort richtig gestellt, dass er gesetzlich versichert sei. Dennoch flattern lauter Rechnungen für Radiologie, Labore usw. usf. ins Haus, die privat beglichen werden sollen und die die Krankenkasse als freiwillige Zusatzleistungen betrachtet.

Es wurde jedoch niemand gefragt, ob man das will. Mein Lebensgefährte war zugegebenermaßen in der Nacht nicht in einem Zustand, um derartige Fragen zu beantworten. Und ich bin keine Angehörige. Dennoch hätte man mich jederzeit zumindest fragen können, wer solche Entscheidungen an seiner statt treffen kann, bevor er eigenmchtig und fälschlich als Privatpatient behandelt wird.

Gibt es eine Handhabe?

Guten Abend,

zunächst hoffe ich, dass es Ihrem Partner zwischenzeitlich wieder besser geht!

Da scheinen einige Aspekte ziemlich schief gelaufen zu sein. Es hat den Anschein, dass die Rehe-Klinik Ihren Partner als Privatpatient "angemeldet" hat. Soweit die Krankenversichertenkarte jedoch vorlag, geht diese auf jeden Fall vor.

Soweit Ihr Partner noch in stationärer Behandlung ist sollten Sie unbedingt die Karte einlesen lassen. Ansonsten hilft es nur, direkt mit den abrechnenden Ärzten und der Krankenkasse zu sprechen.

Im Zweifel wäre noch an § 13 SGB V zu denken. Dort wird eine Kostenerstattung geregelt, welche insb. bei unaufschiebbaren Behandlungen greift. Wenn Ihr Partner also mit einem Notarzt verlegt wurde, kann eine solche Notfallsituation durchaus angenommen werden.

Zunächst rate ich dringend dazu, die Verwaltungsakte von der Krankenversicherung (durch einen fachkundigen Anwalt) einzusehen. Daraus müsste sich ergeben, was genau gemeldet worden ist,

Die Kosten von vornherein abzulehnen scheint sehr "oberflächlich". Hier würde ich nochmals nachhaken. Bitte beachten Sie jedoch, dass Entscheidungen der Krankenversicherung als Verwaltungsakt zu werten sind und somit einer Widerspruchsfrist unterliegen (4 Wochen bis 1 Jahr). Soweit die Krankenversicherung die Leistung abgelehnt hat müsste zeitnah ein Widerspruch eingereicht werden.

Leider kann ich Ihnen in diesem Rahmen keine tiefergehende Antwort geben, da es zunächst wirklich den Einblick in die Verwaltungsakte bedarf. Danach kann man deutlich mehr sagen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte. Ihrem Partner wünsche ich weiterhin eine gute und schnelle Genesung.

Beste Grüße aus Pforzheim


Jan Gregor Steenberg, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht
Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz

Bewertung des Fragestellers 21.04.2015 | 21:35

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