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Privatanteil Firmen-Pkw bei zwei vorhandenen Fahrzeugen (Firmen- u. Privat-Pkw)


12.07.2007 19:11 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich bin selbständig, meine Frau ist Angestellte. In unserem Eigentum befinden sich zwei Pkw, wovon ich den einen Pkw ausschließlich als Firmenwagen nutze und der andere als Privatfahrzeug von uns beiden genutzt wird. Ich veranschlage demnach keinen privaten Nutzungsanteil (1%-Regelung) am Firmen-Pkw in meiner Steuererklärung.

Das habe ich dem Finanzamt 1999 so auch angezeigt, und diese Regelung wurde vom Finanzamt mit dem Steuerbescheid anerkannt, auch in den Folgejahren gab es bei der Steuererklärung nie Beanstandungen zu einer möglicherweise privaten Nutzung des Firmen-Pkw.

In 2006 habe ich nun eine Buchprüfung für 2003-2005. Hierbei wird mir eine private Nutzung des Firmen-Pkw in diesen Jahren von Anfang an pauschal unterstellt und in der Prüfungsfeststellung der monatliche 1%-Anteil zzgl. Umsatzsteuer Gewinn erhöhend hinzu gerechnet. Meine erneute Erklärung, wonach von unseren zwei Pkw der Firmen-Pkw ausschließlich dienstlich und der andere privat genutzt wird, wird bei der Buchprüfung nicht akzeptiert. In der Begründung heißt es zudem, im Zweifelsfall wäre von mir ein Fahrtenbuch zu führen gewesen.

Meine Frage: Ist die Anrechnung eines privaten Nutzungsanteils am Firmen-Pkw nach 1%-Regelung überhaupt gerechtfertigt, wenn zwei Pkw - wie im geschilderten Fall - getrennt genutzt werden? Und inwieweit wäre eine nachträgliche Anrechnung gerechtfertigt, wenn das Finanzamt zuvor diese Regelung akzeptiert hat und seinerzeit auch nicht auf der Führung eines Fahrtenbuches bestanden hat.

Und vielleicht noch abschließend: Wenn ich auf dem Weg vom Kunden ins Büro beim Bäcker halte und ein paar private Brötchen kaufe, ist das dann noch eine dienstliche Fahrt oder tatsächlich eine dienstliche Fahrt mit privatem Anteil, wie es das Finanzamt unterstellt?
Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Frage wie folgt:
Ich verweise hierzu auf die Verwaltungsmeinung im BMF-Schreiben vom 21.01.2002 (BStBl I 2002, 148). Die blosse Behauptung, dass Fahrzeug werde ausschließlich für betriebliche Fahrten benützt reicht nicht aus; Sie tragen hier die objektive Beweislast, in dem unter anderem auf die Anzahl der mitnutzenden Familienangehörigen abgestellt wird. In einschlägigen Fällen sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, ordnungsgemäße Fahrtenbücher zu führen.
Falls Sie keinen Umweg fahren und der Bäcker auf dem Weg zum Kunden liegt, ist es unerheblich, wenn Sie bei dem Bäcker halten; Mehrkilometer oder Umwege müssten Sie schriftlich fixieren.
Ich habe solche Konstellationen, in der Praxis immer wieder. Gerne schauen wir uns Ihren BP _Prüfungsbericht an.Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com


Mit besten Grüßen

RA Hermes
Fachanwalt für Steuerrecht

www.kanzlei-hermes.com

Nachfrage vom Fragesteller 12.07.2007 | 23:26

Sehr geehrter RA Hermes,
danke zunächst für die Auskunft. Da ich mit der Zustimmung des Finanzamtes von 1999 davon ausgegangen war, das die besagte Verfahrensweise mit den zwei Fahrzeugen so akzeptiert wird, habe ich in den Folgejahren natürlich keinen Nachweis geführt - es lag keine Veranlassung für die Führung eines Fahrtenbuches vor. Und im Nachhinein ist dieser wohl nur schwer zu erbringen. Jetzt erscheint mir das Ganze wie ein übler Fallenstellertrick, da mir die Möglichkeit des Nachweises der ausschließlichen dienstlichen Nutzung wohl kaum noch gegeben ist, zumal, wenn die BP schon bei dem besagten Brötchenkauf (fiktives Beispiel) einen Privtanteil an der Fahrt unterstellt.

Frage: Ist es nicht gängige Praxis, das bei einem Selbständigen, der zwei Fahrzeuge zur Verfügung hat, eines als allein dienstlich genutztes und eines als Privatfahrzeug anerkannt wird! Ich meine, wozu sollte man sonst zwei Fahrzege haben, wenn nicht, um diese Trennung vollziehen zu können? Allenfalls wohl höchstens, um sich einen billigen Kleinwagen hinzustellen und als Firmenwagen zu deklarieren, damit die 1%Regelung nicht so teuer ausfällt.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.07.2007 | 23:34

Vielen Dank für die Nachfrage.
Von der nachträglichen Anfertigung eines Fahrtenbuches kann ich nur höchst vorsorglich ausdrücklich warnen.

De facto haben Sie ja nicht zwei Fahrzeuge zur Verfügung, sondern nur eines, da Ihre Frau das andere Fahrzeug zu nutzen vermag, so die Argumentationslinie des Finanzamtes.

Übersenden Sie mir einmal den Prüfbericht; vielleicht lässt sich in Ihrem Fall noch etwas "machen".

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