Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Preismanipulation einer Jeans im Kaufhaus - Welche Strafe erwartet mich?


21.12.2007 17:22 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich wurde bei einem Kaufhaus an der Kasse von einem Kaufhausdetektiv abgefangen weil die Hose, die ich bezahlen wollte im Preis manipuliert war. Ich habe mehrere Hosen in der Umkleidekabine anprobiert, mich für eine Entschieden und dann noch etwas im Laden gestöbert. Der Detektiv sagte mir, er habe gesehen, wie ich in der Umkleidekabine den Preis ausgetauscht habe. Ich sollte vor Ort eine Strafe von 50 Euro zahlen, dies habe ich jedoch abgelehnt. Da ich keinen Ausweis dabei hatte, kam die Polizei zur Feststellung der Personalien. Nun meine Frage. Was passiert als nächstes? Wie ist in diesem Fall die Beweispflicht? Es ist noch zu Erwähnen, das ich den Vorfall weder zugegeben habe, noch eine Unterschrift auf irgendeiner Erklärung geleistet habe. Vielen Dank im voraus.
21.12.2007 | 18:02

Antwort

von


67 Bewertungen
Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Frage beantworte ich Ihnen gerne wie folgt:

Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt haben Sie sich möglicherweise einer Urkundenfälschung gemäß § 267 Abs. 1 Var. 2 StGB („Verfälschung einer echten Urkunde“) strafbar gemacht. Voraussetzung dafür wäre, dass das von Ihnen manipulierte Preisschild hinreichend fest mit der Hose verbunden war (zum Beispiel durch einen Nylon- oder Kunststofffaden oder dergleichen). Anders entscheidet die Rechtsprechung grundsätzlich, wenn sich ein Kleidungsstück in einer Verpackung befindet (wie zum Beispiel bei Herrenhemden) und das Preisschild nur auf die Verpackung aufgedruckt ist. Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gehe ich eher von der ersten Fallkonstellation aus. Bitte schildern Sie mir über die Nachfragefunktion ggf. noch einmal kurz, wie das Preisschild mit der Hose verbunden war.

Daneben kann auch eine Sachbeschädigung vorliegen, wenn Sie das Preisschild (die Preisschilder) beschädigt haben.

Schließlich kommt noch eine Strafbarkeit wegen versuchten Betruges in Betracht. Dabei kommt es aber entscheidend auf die Umstände des Einzelfalls an. Haben Sie die Hose mit dem manipulierten Preisschild schon an der Kasse vorgelegt, wäre ein versuchter Betrug anzunehmen, wenn Sie noch an der Kassenschlange standen u.U. noch nicht.

Sollte eine Strafbarkeit wegen Urkundenverfälschung zu bejahen sein, würden die Sachbeschädigung und der versuchte Betrug gegenstandslos und keine Rolle mehr spielen.

Sie müssen nun damit rechnen, dass eine Strafanzeige gegen Sie erstattet worden ist (oder wird), was sehr wahrscheinlich ist, weil die Polizei schon mit der Sache befasst war. Daraufhin wird die Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen Sie einleiten und Sie erhalten als nächstes entweder eine schriftliche Vorladung der Polizei zur Beschuldigtenvernehmung oder nur ein Belehrungsschreiben der Polizei mit dem Hinweis auf die Möglichkeit, sich schriftlich zum Tatvorwurf zu äußern.
Insoweit müssen Sie abwarten, ob Sie ein entsprechendes Schreiben erhalten. Aufgrund dieses Schreibens sollten Sie zunächst keine weiteren Angaben bei der Polizei machen. Dazu sind Sie auch nicht verpflichtet. Sie sollten dann vielmehr umgehend einen Strafverteidiger aufsuchen und über diesen Akteneinsicht beantragen. Erst nach erfolgter Akteneinsicht sollte gegebenenfalls zum Tatvorwurf Stellung genommen werden. Sollten Sie die Tat bestreiten, so würde der Kaufhausdetektiv von dem Gericht als Zeuge vernommen werden.

Zu den möglichen Tatfolgen: Wenn das Ermittlungsverfahren nicht eingestellt wird, wird entweder ein Strafbefehl gegen Sie ergehen oder es kommt zu einer Hauptverhandlung. Die Strafhöhe kann ohne Akteneinsicht kaum prognostiziert werden. Ohne (einschlägige) Vorstrafen ist eine Einstellung des Verfahrens durchaus möglich. Sollte ein Strafbefehl ergehen oder eine Hauptverhandlung stattfinden, müssen Sie mit einer Geldstrafe rechnen, die sich (ganz grob) im Bereich zwischen 30 und 80 Tagessätzen bewegen dürfte. Bei einer Vorstrafe ist mit einer höheren Geldstrafe zu rechnen. Ein Tagessatz entspricht Ihrem durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen geteilt durch 30. Bei einem fiktiven Verdienst von 900,- € netto wären dies etwa 30,- €. Bei einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen müssten Sie dann insg. 50 mal 30,- €, insg. also 1.500,- € Strafe zahlen.

Ich hoffe Ihnen eine erste Übersicht gegeben zu haben. Bei Bedarf können Sie gerne eine kostenlose Nachfrage stellen. Für eine Mandatserteilung stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Björn Cziersky-Reis

Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin

Tel.: 030 / 397 492 57
Fax: 030 / 397 492 79

E-Mail: kontakt@kanzlei-cziersky.de

Internet: www.kanzlei-cziersky.de


Nachfrage vom Fragesteller 21.12.2007 | 18:09

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Das Preisschild war durch einen Nylonfaden befestigt. Preisschild nicht beschädigt. Zunächst hat der Detektiv behauptet ich habe den Preis vertauscht, da dies in einer Umkleidekabine stattfand, hat er keinen Beweis, es sei denn er hat widerrechtlich in der Umkleidekabine Filmaufnahmen gemacht. Das ursprüngliche Preisschild wurde nicht vorgelegt.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.12.2007 | 18:40

Nach meinen obigen Ausführungen kann Ihnen also möglicherweise eine Urkundenverfälschung vorgeworfen werden. Es stellt sich bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt tatsächlich die Frage, wie der Kaufhausdetektiv die Manipulation beobachtet haben will. Wohl nur dann könnte ein Tatnachweis geführt werden. Eine Videokamera in der Umkleidekabine (kaum vorstellbar)wäre jedenfalls rechtswidrig.

Um in Erfahrung zu bringen, wie der Kaufhausdetektiv zu der Annahme der Manipulation an dem Preisschild kommt, sollten Sie (wenn Sie ein Schreiben der Polizei erhalten) über einen Rechtsanwalt zumindest Akteneinsicht beantragen. Ohne das Wissen, was genau der Kaufhausdetektiv beobachtet hat oder haben will, können Sie kaum eine effektive und sinnvolle Verteidigung führen. Wenn Sie die Kosten der Beauftragung eines Anwalts scheuen, so können Sie mit diesem erstmal vereinbaren, dass nur Akteneinsicht beantragt wird und danach die Akten mit Ihnen besprochen werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

67 Bewertungen

Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Ausländerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER