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Preiserhöhung nach Reisebestätigung durch Erklärungsirrtum


| 10.11.2006 14:16 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Sehr geehrte Damen und Herren. Ich habe vor ca. 3 wochen eine Reise über ein Internetreisebüro (Start.de) bei einem Reiseveranstalter gebucht. Die auswahl erfolgte nach Kriterien Zeit, Dauer und Fernreise. Bei den ausgegebenen Ergebnisse habe ich ine der günstigsten nach Malaysia ausgesucht. 2Personen für 3 Wochen im 4 Sternehotel für 1316,- €. Davon ausgehend dass es ein unglaubliches Schnäppchen ist habe ich gebucht und eine bestätigung per Mail von Start.de erhalten. Wenige Tage danach kam die Reisebestätigung und Rechnung vom Reiseveranstaltr über die gleiche Summe. Eine Anzahlung ist auch geleistet. Gestern, nach 14 Tage kam ein Schreiben vom Veranstalter. "Bei der Preiseingabe sei ein Fehler unterlaufen. Der korrekte Preis sei 4450,-€. Aufgrund eines beachtlichen Erklärungsirrtums seien sie verplichtet nach erkennen dieses die Reisebestätigung anzufechten, was zur nichtigkeit des Vertrags führt. In Kenntniss des Irrtums wäre die Erklärung in der Reisebestätigung vom Buchungstag nicht abgegeben worden. Die Reisebuchung sei mitlerweile auf den Betrag 4450,€ korrigiert und Bestätigung mit der Post unterwegs. Ich wurde aufgefordert unverzüglich mitzuteilen ob ich die Reie nach dieser Reisebestätigung durchführen möchte. Man räumt mir ansonsten eine kostenlose stornierung ein."

Bei einem telefonat vor wenigen Minuten mit dem Veranstalter argumentierte man damit es sei ersichtlich gewesen, dass der Preis falsch war.

Im Internet waren aber vom gleichen Veranstalter weitere 2 Angebote mit ählicher Preisspanne ersichtlich und sind erst nach und nach weniger geworden bzw.dann aus dem Angebot verschwunden.

Ich habe mir mitlerweile Reisebücher u.ä. zugelegt und möchte die Reise machen aber nicht zu diesem Preis. Wäre ich von diesem ausgegangen hätte ich niemals gebucht.

Wie kann ich mich verhalten bzw. soll ich weiter vorgehen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung der mitgeteilten Informationen und Ihres Einsatzes wie folgt:

Grds. berechtigen sog. Erklärungsirrtümer zur Anfechtung des Vertrages. Paradebeispiel hierfür sind Fälle des Versprechens oder Verschreibens. Der sich so Irrende soll sich durch Anfechtung von dem Vertrag lösen können. Läge hier ein Erklärungsirrtum des Reiseveranstalters vor, hätte dieser den Reisevertrag durch seine Mitteilung wirksam angefochten.

Anders bei den sog. Berechnungsirrtümern. Hier liegt der Fehler in der Berechnung selbst, der Erklärende erklärt aber genau das, was er auch erklären wollte. Wird dem Erklärungsgegner (hier also Ihnen) lediglich das Ergebnis der Berechnung (der Reisepreis), nicht aber die zugrunde liegende Kalkulation mitgeteilt, ist der Berechnungsfehler unbeachtlich und eine Anfechtung nicht möglich.

Fraglich ist, ob hier ein Erklärungs- oder ein Berechnungsirrtum vorliegt. Der Reiseveranstalter beruft sich selbstverständlich auf einen Erklärungsirrtum.
Es spricht aber viel dafür, dass es sich um einen unbeachtlichen Berechnungsirrtum handelt. Zum einen hat der Reiseveranstalter den falschen Preis nicht nur im Internetreiseportal angegeben, sondern ihn Ihnen gegenüber in der Reisebestätigung und Rechnung (der Annahme Ihres Vertragsangebotes) nochmals bestätigt (bei einem Erklärungsirrtum hätte sich der Veranstalter also zweimal "verschreiben" müssen).

Zum anderen hatte der Reiseveranstalter weitere Angebote mit ähnlicher Preisspanne online gestellt. Auch dies spricht für einen Fehler in der internen Kalkulation des Reiseveranstalters.

Letztlich bliebe zu klären, ob der Berechnungsirrtum ausnahmsweise so offensichtlich war, dass er auch für Sie erkennbar war. Dann dürften Sie nicht auf die Durchführung der Reise bestehen, da Sie sich dann "treuwidrig" verhielten. Der Preis von 1316,- € scheint in der Tat außerordentlich günstig, es war meines Erachtens jedoch nicht auszuschließen, dass es sich in der Tat um ein Sonderangebot oder "Schnäppchen" handelte.

Sie sollten daher gegenüber dem Reiseveranstalter auf Durchführung der Reise zum ursprünglichen Preis bestehen. Lässt sich der Veranstalter hierauf nicht ein, müssten Sie ggf. gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen oder einen Anwalt mit der Durchsetzung Ihrer Interessen beauftragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten rechtlichen Überblick verschaffen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Christian Mauritz
Rechtsanwalt
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