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Praktische Teil der Fachhochschulreife


12.12.2007 19:48 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Tochter ist 21 Jahre alt und möchte (nach nicht bestandenem Abitur) ein 1-jähriges Praktikum absolvieren um den praktischen Teil der Fachhochschulreife zu erlangen (den schulischen Teil hat sie bereits). Während der gesamten Dauer des Praktikums unterliegen Sie, laut Aussage des Landesverwaltungsamtes von Sachsen Anhalt: ".... nicht mehr dem Schulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, d.h. Sie befinden sich nicht mehr im Schülerstatus und unterliegen somit keiner schulischen Ausbildung. Dem Praktikanten obliegt es selbst, für ausreichenden Versicherungsschutz zu sorgen."

Somit ist sie weder in der schulischen Ausbildung, noch in der Berufsausbildung, noch befindet sie sich im Studium (sie weiß nicht genau ob sie überhaupt studieren will).

1. Da die 3 Grundbedingungen (Schulausbildung; Berufsausbildung; Studium) nicht gegeben sind, bin ich dann überhaupt unterhaltspflichtig?
2. Wenn doch, ist es dann hinzunehmen, dass sie ein unentgeltliches Praktikum absolviert? (Ich müsste den gesamten Unterhalt alleine tragen.)
3. Gibt es irgendwelche Urteile dazu?

Mit freundlichen Grüßen aus

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Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Fragen und das damit entgegengebrachte Vertrauen. Ihre Fragen darf ich aufgrund ihrer Angaben und ihres Einsatzes wie folgt summarisch beantworten.

Ein vollständiger Anspruch auf Unterhalt besteht nur, wenn das Praktikum für die Berufsausbildung relevant ist. Dies kann vorliegend angenommen werden, da Ihre Tochter den Zugang zu einer Hochschulausbildung verpasst hat, jedoch hinsichtlich ihres Berufswunsches weiterhin die Ausbildung an einer Fachhochschule anstrebt. Sodann wäre von einem ausbildungsrelevanten Inhalt des Praktikums auszugehen, wenn das Berufsziel Ihrer Tochter zum Beispiel einfach Hochschulstudium wäre.

Grundsätzlich fällt jedoch ein Praktikum nicht in die Unterhaltspflicht. Hier sind die Regelungen der §§ 1602 und 1610 BGB zu beachten. Gleichzusetzen ist ein Praktikum auch mit einem entsprechenden sozialen Jahr, welches nach der Rechtsprechung nicht mit einer Unterhaltspflicht verbunden ist. Dies jedoch, wie vorgenannt nur, wenn keine ausbildungsrelevanten Inhalte vorliegen.

Ich empfehle Ihnen im vorliegenden Fall daher 50% des bisherigen Unterhaltsbetrages nach Absprache mit Ihrer Tochter ohne Anerkennung einer jeweiligen Rechtspflicht zu zahlen. Sofern Sie keinen Unterhalt zahlen wollen, kommt es auf die oben genannten Voraussetzungen an.

Die Rechtsprechung sieht das Praktikum und eine entsprechende Pflicht zur Zahlung von Kindesunterhalt ebenfalls unterschiedlich an und macht dies von der Ausbildungsrelevanz abhängig.

So hat das OLG Zweibrücken (Aktenzeichen 2 WF 87/06) entschieden, dass ein volljähriges Kind grundsätzlich verpflichtet ist, seinen Unterhaltsbedarf zwischen Beendigung des Zivildienstes und Beginn der Ausbildung grundsätzlich selbst zu decken. Ein Ausbildungsunterhalt ist nur dann gerechtfertigt, wenn das Praktikum für die Berufsausbildung vorgeschrieben ist.

Dagegen hat das Oberlandesgericht Rostock (OLG Rostock, 10 WF 234/05) einen Unterhaltsanspruch für eine Schauspielschülerin angenommen, die ein unbezahltes Praktikum an einem Theater absolviert hat.

Ich hoffe, Ihre Fragen hilfreich und für eine erste rechtliche Orientierung informativ beantwortet zu haben und stehen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

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