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Praktikum meiner Tochter


30.01.2007 11:38 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag, meine Tochter (14) wohnt bei meinem geschiedenen Mann in Hamburg. Nun steht ein Schülerpraktikum (Dauer 3 Wochen)an, welches sie gern an meinem jetzigen Wohnort (NRW) machen würde. Mein geschiedener Mann ist strikt dagegen und hat ihr gesagt, er würde das mit allen Mitteln verhindern.
Ferner hat er ihr damit gedroht, dass sie auch ganz ausziehen könne, wenn sie davon Gebrauch macht.

Fragen:
1. Kann mein Mann ihr das wirklich verbieten, zumal wir ja das
gemeinsame Sorgerecht haben?
2. Könnte er meine Tochter wirklich "rausschmeißen"
3. Gibt es keine Möglichkeit, ihm derartige Aüßerungen zu
untersagen?

Danke für schnelle Antwort

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Rechtsfragen beantworte ich auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

1.
Nein. Solange Ihnen das Sorgerecht gemeinsam mit Ihrem Ex-Ehemann zusteht, kann dieser keine eigenmächtigen Entscheidungen für Ihre Tochter treffen. Das Gesetz geht davon aus, dass die Eltern die Angelegenheiten Ihrer Kinder einvernehmlich lösen; gelingt dies nicht, kann ein Elternteil aber beantragen, eine Entscheidung von erheblicher Bedeutung - hier also über den Praktikumbesuch - auf sich übertragen zu lassen. Dies ergibt sich aus der Vorschrift des § 1628 BGB.

Das Familiengericht trifft dann in der Sache diejenige Entscheidung, die für das Kindeswohl am Besten erscheint.

Ihrer Schilderung zufolge dürfte auch kein vernünftiger Grund bestehen, Ihrer Tochter das Praktikum zu verbieten. Sollte die Zeit diesbezüglich drängen, empfehle ich Ihnen, einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung bei dem Familiengericht in Hamburg stellen, der darauf gerichtet ist, die Teilnahme an dem Praktikum kurzfristig zu ermöglichen.

2.
Erst recht darf Ihr Ex-Ehemann Ihre Tochter nicht des Hauses verweisen und auch nicht damit drohen. Dies ergibt sich bereits aus seiner Pflicht, für das gemeinsame Kind zu sorgen.

3.
Die Äußerungen Ihres Ex-Ehemanns halte ich für bedenklich, denn diese sprechen nicht gerade für seine Erziehungseignung und sollten daher dem Gericht zur Kenntnis gegeben werden. Dem Vater kann zur Auflage gemacht werden, nötigende Äußerungen gegenüber dem Kind zu unterlassen – in der Praxis kommt dies aber eher selten vor.
Wenn sich abzeichnet, dass der Vater seine Tochter ablehnt, kommt für Sie darüber hinaus die Beantragung der Alleinsorge in Betracht, falls dies dem Kindeswohl entspricht, § 1671 BGB.


Ich hoffe, Ihnen die notwendige erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben. Bei Unklarheiten nützen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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