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Praktikum: Anrechnung zur Betriebszugehörigkeit bei anschließender Festeinstellung


| 12.11.2006 11:51 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich versuche den Sachverhalt so kurz und exakt wie möglich zu schildern:


Eine Person X beginnt ein Praktikum bei Firma Y.
Per Praktikantenvertrag ist die monatliche Vergütung geregelt sowie die Gesamtdauer des Praktikums von 9 Monaten. Im Vertrag ist eine Kündigungsfrist von 6 Wochen zum Monatsende während des Ausbildungsverhältnisses fixiert.
Das Praktikum war eigentlich gedacht als Vorpraktikum für eine anschließende Bewerbung um eine Stelle an einer Berufsakademie.

Gegen Ende des Praktikums wird dem Praktikanten eine Festanstellung angeboten.
Es handelt sich um einen unbefristeten Arbeitsvertrag, Kündigungsfrist ebenfalls 6 Wochen zum Monatsende mit dem Zusatz „bei zweijähriger Betriebszugehörigkeit verlängert sich die beidseitige Kündigungsfrist auf 8 Wochen zum Monatsende“.
Die Tätigkeitsfelder dieses Arbeitsvertrages decken sich mit denen des Praktikantenvertrages.

Nach Ablauf von 5 weiteren Monaten bekommt Person X einen neuen Vertrag angeboten von Firma Y. Geändert hat sich hierbei die Stellenbeschreibung und die Vergütung. Die Kündigungsfristen sind identisch zu denen des 1. Arbeitsvertrages.

Person X möchte nun die Firma Y verlassen.

Darf Person X sich auf die Kündigungsfrist von 6 Wochen zum Monatsende berufen, da ein Arbeitsverhältnis als Angestellter von weniger als zwei Jahren bestand?
(1. Arbeitsvertrag 5 Monate + 2. Arbeitsvertrag 12 Monate < 2 Jahre)

Oder wird die Zeit als Praktikant bei der Berechnung der Betriebszugehörigkeit miteinbezogen und somit wäre Person X länger als 2 Jahre in Firma Y beschäftigt gewesen?
(Praktikantenvertrag 9 Monate + (1. Arbeitsvertrag 5 Monate +
2. Arbeitsvertrag 12 Monate > 2 Jahre)


Zählt die Dauer des Praktikums nun zur Betriebszugehörigkeit/Beschäftigungsdauer hinzu oder beginnt diese erst mit Beginn der Festanstellung?
Gibt es in dieser Richtung bereits Urteile?
Wie ist die gängige Rechtssprechung in einem solchen Fall?

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Sehr geehrter Ratsuchender,



die Zeit des Praktikums wird in diesem Fall mitgerechnet.

Dieses ergibt sich daraus, da es sich hier um ein bezahlten Praktium handelten, und so der Praktikant einem Arbeitnehmer gleichgestellt wird (BAG, Urteil vom 18.11.1999, Az.: 2 AZR 89/99).


Diese Rechtsprechung hat auch derzeit noch Bestand und wurde in unterschiedlichen Entscheidungen bestätigt.


Sofern die Firma sich nun weigert, wird der X daher die längere Kündigungsfrist einhalten müssen.


Hier sollte dann in einem klärenden Gespräch versucht werden, einen für beide Seiten annehmbaren Aufhebungsvertrag abzuschließen. Denn auch der Firma Y dürfte nicht daran gelegen sein, dann noch einen unmotivierten Mitarbeiter zu beschäftigen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 12.11.2006 | 13:46

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für die Antwort.
Leider werde ich als Nicht-Jurist aus dem Urteil nicht wirklich schlau. Lässt sich das Urteil aus diesem speziellen Fall wirklich konkret auf den Fall von Person X übertragen?

Ergänzend dazu habe ich folgende Passage gefunden:

"Bei der Betriebszugehörigkeits-Berechnung zählen allerdings nur die Jahre ab dem 25. Lebensjahr. Diese langen Fristen gelten nur für Arbeitnehmerkündigungen. Durch den Einzelarbeitsvertrag können die Fristen verkürzt bzw. verlängert werden."

Da Person X noch keine 25 Jahre alt ist, stellt sich Person X die Frage, ob die 8 Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende überhaupt vor dem 27. Lebensjahr für sie gelten oder ob nicht bis zum Ende des 26. Lebensjahres die 6 Wochen Kündigungsfrist gelten, da ja keine 2-jährige Betriebszugehörigkeit bestand.


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.11.2006 | 17:40

Sehr geehrter Ratsuchender,

das Urteil läßt sich auf X hier übertragen, sofern es den von Ihnen geschilderten Sachverhalt betrifft.

Die von Ihnen zitierte Passage betrifft die gesetzliche Regelung des § 622 II 2 BGB. Diese Vorschirft ist aber abbedungen werden, und genau dieses ist nach Ihrer Schilderung des Sachverhaltes der Fall gewesen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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