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Powerseller verweigert Schadensregulierung


21.01.2005 05:23 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Ich habe über eBay eine Musikbox (Artikel-Nr. 6128087129 NEU & OVP inkl. 2 Jahr Garantie zzgl. versicherter Versand) bei einem Powerseller ersteigert. Als das Teil mir geliefert wurde, habe ich den Empfang quittiert, da an der Verpackung keine Schäden zu erkennen waren. Erst nach dem Auspacken hatte ich festgestellt (zum Glück in Beisein eines Zeugen), das das Gerät beschädigt und defekt war (ein herausgebrochener Lautsprecher, ein nicht funktionierender CD-Player sowie eine gelegentlich funktionierende Neonbeleuchtung). Ich habe daraufhin noch am selben Tage die Schäden zuerst telefonisch, dann nochmal per E-Mail inkl. Fotoaufnahmen, reklamiert.

Zwei Tage später hatte man mir dann am Telefon mitgeteilt, ich solle das Teil wieder einpacken, wird abgeholt - ich bekomme ein Neues. Seitdem steht die Box verpackt und zur Abholung bereit, bei mir in der Wohnung herum. Etwa eine Woche später erhielt ich dann einen Anruf: ´Ja, ich hätte beim Empfang den einwandfreien Zustand bestätigt, und somit wäre ein Umtausch ausgeschlossen.´ Ich habe daraufhin mitgeteilt, dass es auch eine Augenzeugin gäbe, welche mitbekommen hatte, dass der Auslieferungsfahrer (einer Spedition) die Box von LKW fallen ließ. Wohlgemerkt, sie ist ihm nicht aus den Händen gerutscht, sondern er hat sie bewusst von der Ladefläche plumpsen lassen.

Die Firma hatte sich daraufhin bei der Spedition erkundigt, diese habe aber versichert, der Fahrer hätte die Box im einwandfreien Zustand geliefert und es läge kein Transportschaden vor. Die Überprüfung des Transportschadens verlief in etwa so, als wenn man den Dieb fragen würde, ob er geklaut hat. Seitdem weigert sich der Versandhändler kontinuierlich, mir das Teil auszutauschen, verwies mich mehrfach an die Spedition, welche mich wieder zurück an den Versandhändler als Vertragspartner verwies.

Auch mein Hinweis bezüglich der Garantie auf die nicht funktionierenden Teile, halfen nichts. Denn dann war es plötzlich wieder ein Transportschaden. Verweis ich auf den Transportschaden, dann gab es lt. Spedition und Versandhändler wiederum keinen. Ein Angebot des Händlers, mir ´kulanterweise´ Ersatzteile zu liefern, habe ich abgelehnt, da ich dann immer noch die Reparaturkosten zu tragen hätte. Sein letztes Angebot war, dass bei einer Rückabwicklung des Kaufvertrages, ich die Kaufsache in einem einwandfreien Zustand zurücksenden müsste. Bei Beschädigung, so wie ich diese geschildert hatte, würde keine Erstattung des Kaufpreises erfolgen, ganz zu schweigen davon, dass ich ebenfalls die Versandkosten zu tragen hätte.

Hierzu nun meine Frage: Wie sieht die Rechtslage aus, wozu ist der Versandhändler mir gegenüber tatsächlich verpflichtet und was muss ich leisten? Denn bezahlt wurde für ein neues Gerät inkl. Garantie zzgl. versicherter Versand. Ausserdem steht die Box bei mir immer noch zur Abholung bereit.

Und wie sieht es mit Schadensersatz aus, wenn ich die Box zu einen höheren Preis woanders einkaufen würde? Denn Sinn und Zweck meiner Ersteigerung war ja der, etwas günstiger an so ein Gerät zu kommen.

Abschließend möchte ich erwähnen, dass der Versandhändler sämtliche Fristen, die ich zur Schadensregulierung in der Angelegenheit gesetzt hatte inkl. Rückabwicklung, verstreichen ließ. Ebenso lag der Lieferung kein Hinweis zum 14-tägigen Rücktritts-/Widerrufsrecht bei.

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Rechtsanwalt Klaus Wille - www.anwalt-wille.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Verkäufer ist verpflichtet zunächst nachzubessern und - falls dies unmöglich ist - den VErtrag rückabzuwickeln.

Aufgrund der neuen gesetzlichen Regelung gibt es auch eine Beweisvermutung, die folgendes besagt:
Sollten Sie einen Gegenstand gekauft haben und sich innerhalb von 6 Monaten nach Übergabe der Sache Mängel einstellen, so wird vermutet, daß diese MÄngel schon bei der Übergabe der Sache bestehen. Das Nichtbestehen der Mängel muß er Ihnen beweisen. Folglich haben Sie ein Recht auf Nachbesserung. Die dabei entstehenden Kosten müssen Sie nicht erstatten. Sie müssen den Verkäufer schriftlich unter Fristsetzung zu Nachbesserung auffordern. Tut er dies nicht, so können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten.

Darüber hinaus haben Sie - unabhängig von dem Gewährleistungsrecht - ein 14 tägiges Rückgabe /Widerrufsrecht. Hat er Sie darauf hingewiesen? Wenn nein, dann können Sie ohne Probleme und ohne Begründung die Sache zurückgeben bzw. den Kaufvertrag widerrufen.

Als gewerblicher Versteigerer muß Ihrer Verkäufer Ihnen ein Widerrufs- oder ein Rückgaberecht einräumen! Das Recht kann mindestens 14 Tage nach Lieferung der Ware ausgeübt werden. Diese Frist verlängert sich, wenn Sie nicht rechtzeitig oder nicht ordnungsgemäß belehrt haben. Während dieser Frist kann also jeder Käufer das Widerrufs- oder Rückgaberecht ausüben. Dann erhalten Sie den Kaufpreis zurück. Weitere Ansprüche haben Sie in diesem Fall nicht.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Auskunft geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt







Nachfrage vom Fragesteller 22.01.2005 | 04:48

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ergo, hat der Verkäufer für sämtliche Kosten (inkl. Versandkosten) aufzukommen, die mir daraus entstehen. Da dieser bis dato eine Nachbesserung verweigert hat und alle gesetzten Fristen zur Schadensregulierung und letztendlich auch zur Rückabwicklung hat verstreichen lassen, wird die Sache wohl vor Gericht gehen.

Hierzu ist mir allerdings noch unklar - da ich so eine Box haben will - kann ich auch Anspruch auf Schadensersatz geltend machen, wenn ich mir die Box woanders, zu einem teueren Preis besorgen muss? Denn beim selben Händler werde ich sie wohl kaum noch kaufen wollen (auch wenn er sie billiger anbietet), da das Vertrauen zerstört ist. Und Sinn und Zweck meiner Ersteigerung war ja der, günstiger als zum Katalogpreis an so ein Gerät zu kommen.

Im Voraus besten Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.01.2005 | 13:46

Einen Anspruch auf Schadensersatzanspruch (auf Ausgleich der Differenz) haben Sie, wobei Sie aber auch einen Schadensminderungspflicht haben, sprich das günstigste Angebot suchen müssen.

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