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Post vom Amtsgericht nach Verkauf bei Ebay

10.10.2014 10:01 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Hallo,
ich habe im Dezember letzten Jahres per Ebay etwas verkauft, der Käufer hatte die Ware schon bezahlt aber ich war nicht mehr in der Lage ihm die Ware zuliefern. Und konnte ihn auch sein Geld nicht zurück geben nun bekam ich 4 Monate später Post von seinem Anwalt und wurde aufgefordert 220€ zubezahlen und die Angelegenheit wäre geklärt. Da ich das Geld aber erst auftreiben musste konnte ich die 220€ erst ein Tag nach der Frist überweisen schickte dem Anwalt aber eine Kopie des Überweisungsbelegs vorab per E-Mail worauf ich aber keine Antwort bekam. Ich dachte dann eigentlich das die Angelegenheit geklärt wäre aber 1 Monat später bekam ich Post von der Staatsanwalt das eine Anzeige wegen Betrugs gegen mich vorliegt und ich sollte dazu Stellung nehmen. Ich schilderte in der Stellungnahme das ich die Angelegenheit schon für geklärt hielt da ich ja die 220€ überwiesen hatte und jetzt bekam ich gestern Post wieder von der Staatsanwaltschaft Post mit einem Strafbefehl und der Forderung 1000 euro Strafe zuzahlen. Ist es sinnvoll nun Widerspruch einzulegen da ich ja eigentlich die Forderung schon bezahlt hatte wenn auch 1 Tag zuspät aber dann können doch jetzt nicht noch 1000 euro verlangt werden? Und können durch den Einspruch noch mehr Kosten auf mich zukommen?

Zusätzliche Infos:
Ich konnte die Ware nicht mehr liefern , da die Ware beschädigt war und nicht mehr funktionierte. Der Käufer hat nur 150 euro gezahlt aber ich musste halt noch 70euro Anwaltskosten bezahlen deshalb 220.

Ich bin 19 Jahre alt und mache gerade mein Abitur. Habe außer einem Nebenjob keine Einkünfte. Durch den Nebenjob verdiene ich ca 200euro monatlich.
Ich bin nicht vorbestraft.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In materiell-rechtlicher Hinsicht ist eine seriöse Einschätzung, ob Sie sich eines Betrugs strafbar gemacht haben und wie Ihre Erfolgsaussichten in dem Strafverfahren einzuschätzen sind, nur möglich, wenn Einsicht in die Verfahrensakte genommen wird. Akteneinsicht kann nur ein Rechtsanwalt für Sie beantragen.

Wenn Sie allerdings nie den Vorsatz hatten, das Geld ohne Gegenleistung für sich zu behalten oder den Gegenstand nicht zu verkaufen, etwa weil er schon zuvor beschädigt war, so kommt eine Betrugsstrafbarkeit grundsätzlich nicht in Betracht.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht müsste bekannt sein, welche Tagessatzhöhe Ihnen auferlegt wurde. Bei einem Einkommen in Höhe von 200 Euro dürfte Ihnen nur eine Tagessatzhöhe von 5 Euro auferlegt worden sein. Liegt der Tagessatz in dem Strafbefehl höher, so wäre zumindest ein Einspruch beschränkt auf die Tagessatzhöhe aller Voraussicht nach erfolgreich.

Höhere Kosten entstünden Ihnen nur dann, wenn es zu einer gerichtlichen Verhandlung kommt und Sie letztlich nicht freigesprochen werden oder Ihnen trotz Einstellung des Verfahrens die Kosten auferlegt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 10.10.2014 | 11:06

Vielen Dank für Ihre Hilfreiche Antwort. Ich hätte noch ein paar Rückfragen.
Das die Ware beschädigt ist, ist mir erst nach dem Verkauf aufgefallen. Also ich hatte vorher nicht die Absicht nicht zu liefern.
Mir wurde ein Tagessatz von 30€ auferlegt aufgeteilt auf 35 Tagessätze.
Und wie sehen sie das mit den 220 Euro die ich bereits bezahlt habe aber halt erst einen Tag nach der Frist? Die habe ich ja dann quasi für umsonst bezahlt?
Was würden sie vorschlagen was ich nun tun soll?
Einspruch erheben nur gegen den Tagessatz oder auch gegen den Betrug?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.10.2014 | 12:30

Sehr geehrter Fragesteller,

die 220 € hätten Sie ohnehin bezahlen müssen. Es dürfte Ihnen lediglich im Rahmen der Strafzumessung zugute kommen, dass der Schaden inzwischen beglichen ist. Die Strafe wird nämlich nicht an den Gegner bezahlt, sondern an die Staatskasse oder eine von der Staatsanwaltschaft bzw. vom Gericht benannte Einrichtung.

Ich hatte bereits in meiner Antwort mitgeteilt, dass ich Ihnen den einen Vorschlag zur Vorgehensweise nicht seriös anbieten kann ohne Akteneinsicht.

Allerdings sehe ich jedenfalls zwei Möglichkeiten für Sie:

Entweder Sie beauftragen (kurzfristig) einen Rechtsanwalt damit, Akteneinsicht zu beantragen. Dieser wird dann voraussichtlich auch zur Fristwahrung Einspruch einlegen und es werden Rechtsanwaltskosten für Sie anfallen.

Oder Sie beauftragen einen Rechtsanwalt damit, Einspruch nur hinsichtlich der Tagessatzhöhe einzulegen, oder legen diesen Einspruch selbst ein. Dann wird die Strafe im Übrigen allerdings rechtskräftig werden.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Ivo Glemser

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