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Post erhalten vom Insolvenzgericht

| 30. August 2022 17:07 |
Preis: 30,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


18:09

Ich habe Post von Insolvenzgericht erhalten und dort stand folgendes drin

wird dem Schuldner nach § 300 InsO Restschuldbefreiung erteilt

Begründung:

Der Schuldner hat einen Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung gestellt. Der Schuldner wurde mit Beschluss vom 22.06.2016 zum Restschuldbefreiungsverfahren zugelassen. Das Insolvenzverfahren wurde mit Beschluss vom 23.03.2017 aufgehoben. Die Abtretungsfrist ist am 22.06.2022 abgelaufen. Zu der Erteilung der Restschuldbefreiung wurden die beteiligen Insolvenzgläubiger, der Insolvenzverwalter und der Schuldner gehört. Anträge auf Versagung der Restschuldbefreiung wurden nicht gestellt. Es wird klarstellend darauf hingewiesen, dass die erteilte Restschuldbefreiung nur diejenigen Gläubiger betrifft, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners am 22.06.2016 bereits Insolvenzgläubiger im Sinne nach § 38 InsO waren, unabhängig davon, ob sie an dem Insolvenzverfahren teilgenommen haben. Von der Restschuldbefreiung ausgenommen sind die in § 302 InsO aufgeführten Forderungen.


Mein Insolvenzverwalter meinte, dass ich jetzt komplett Schuldenfrei bin. Alle verursachten Schulden von der Geburt an bis zur Insolvenzeröffnung sind ihnen nun komplett erlassen worden (können Sie also alle in den Müll werfen). Außer, es handelt sich um unerlaubte Handlungen zB aus einem Strafverfahren / Bußgeldverfahren / Unterhaltszahlungen

Stimmt die Aussage von meinem Insolvenzverwalter?



Zusammenfassung:

Am 22.06.2016 wurde beim Insolvenzgericht Hannover unter dem Geschäftszeichen das Insolvenzverfahren eröffnet und Rechtsanwalt Prof. Dr. wurde zum Insolvenzverwalter bzw. durch Beschluss vom 23.03.2017 zum Treuhänder bestellt. Mit Schreiben vom 10.06.2022 teilte der Treuhänder in seinem Schlussbericht mit, dass sich die Insolvenzforderung auf 11.775.79 € belief und es während der Laufzeit der Abtretung keine Ausschüttung mangels zu verteilender Masse gegeben hat. Anhaltspunkte für Versagungsgründe nach §§ 296, 297 oder 298 sind nicht bekannt gemacht worden. Dies bestätigt, dass keine Restschuldbefreiungsversagung im Raum bestand. Das ein Gläubiger einen Antrag auf Versagung stellt war eher unwahrscheinlich. Nun nach erfolgreicher Erteilung der Restschuldbefreiung wurden die Forderungen aus der Verbraucherinsolvenz bzw. alle andere Forderungen vor Insolvenzeröffnung zu sogenannte „unvollkommenen Verbindlichkeiten". Diese sind für die Gläubiger nicht mehr durchsetzbar.

Leider ging ich nicht komplett Schuldenfrei aus dem Verbraucherinsolvenzverfahren, sondern mit einer Restschuld i.H.v. 1.386,48 €. Mit Hilfe meines Insolvenzverwalters wurde mit den Gläubigern eine angemessene Ratenvereinbarung getroffen, sodass die Restschuld schnell ausgeglichen wird, mtl. a. 100 €.

In kürze wird eine Sperrfrist verhängt, damit ist eine Sperrfrist für einen erneuten Insolvenzantrag nach § 287a Insolvenzordnung gemeint. Diese Frist wird im Bereich des Insolvenzgericht als Sperrfrist bezeichnet. Man kann also erst nach 11 (bzw. in meinem Fall wohl 10 Jahren, da noch die alte Rechtslage galt) einen neuen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen.

Es erfolgt nun automatisch die Meldung an die Schufa. Dort wird vermerkt, dass die Restschuld erteilt wurde. Dieser Eintrag wird dann taggenau nach 3 Jahren (also Anfang 2025) komplett gelöscht. In den nächsten 3 Jahren ist also noch ersichtlich, dass es mal ein Insolvenzverfahren gab, die Score bei der Schufa wird aber schon langsam wider steigen und nach den 3 Jahren hat man in der Regel wieder eine Bonität, die der üblichen entspricht. Aktuell wird es aber trotz der Restschuldbefreiung schwierig Verträge abzuschließen, z.B. einen Handyvertag mit Finanzierung des Gerätes zu erhalten oder für größere Summen bei Versandhäusern zu bestellen.


Meine Frage:

Ist das eine gut gelaufene Insolvenz oder wie würden Sie als Rechtsanwalt den Insolvenzverlauf bewerten oder ist die Insolvenz eher schlecht gelaufen, da ich ja sog. nicht komplett Schuldenfrei aus der Insolvenz rauskam. Das mein Insolvenzverwalter mir hilft, die unerlaubten Handlungen (Forderungen aus der Insolvenz) zu begleichen, ist das seine Pflicht oder eine nette Sache des Insolvenzverwalters oder wie sehen Sie das? Finden Sie es eher gut oder unverschämt?

30. August 2022 | 17:38

Antwort

von


(567)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

die von Ihnen geschilderten Verhältnisse sind im Grunde die üblichen Umstände, welche nach einer Insolvenz zu erwarten zu erwarten sind.

Einzige Besonderheit ist die die noch zu zahlenden Forderung von 1.386,48 €. Wenn es sich hierbei um eine Forderung aus unerlaubter Handlung oder eine irgendwie nach Eröffnung des Verfahrens entstandene Forderung handelt wäre es hier tatsächlich ein Entgegenkommen des Verwalters, wenn dieser auch noch eine Ratenvereinbarung ermöglicht. Dies ist eigentlich nicht die Aufgabe des Verwalters, dieser muss sich nur um die Verteilung der Masse an die tatsächlichen Insolvenzgläubiger kümmern. Vermutlich ist es aus Sicht des Verwalters einfacher gewesen eine Ratenvereinbarung in die Wege zu leiten, statt Ihnen lang und breit zu erklären, warum die nicht seine Aufgabe ist usw...

Sie können also mit dem Ergebnis zufrieden sein, alles entspricht dem üblichen Vorgehen.


Ich hoffe Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke


Rückfrage vom Fragesteller 30. August 2022 | 17:49

Mit dem Insolvenzverwalter wurde vereinbart, dass ich ihn 13 x 100 € überweise und er verteilt das Geld dann an die Insolvenzgläubiger. Für ihn war es einfacher, da es sich um kleine Forderungen von vielen Gläubiger handelt. Der Insolvenzverwalter fand es so einfacher und schneller.

Was hat der Insolvenzverwalter gesagt

es bringt ja nichts, wenn die Schufa sauber wird und dann durch unerlaubte Forderungen wieder gefüllt wird. Sie müssen wissen, die Schufa wird sich eh 3 Jahre Zeit lassen alle Einträge zu löschen und wenn Sie sich an die Raten halten, sind sie in exakt 13 Monate komplett Schuldenfrei.

Was halten Sie von dieser Aussage?

Anbei die Forderungsaufstellung der unerlaubten Handlungen (wie Sie sehen, sind es meist kleine Forderungen)



01.10.2022 – 01.12.2022 Atriga [30.15€]
01.10 2022 – 01.04.2023 Atriga [74.10€]
01.10.2022 – 01.10.2025 EOS [361.01€]
01.10.2022 – 01.04.2023 Königs Inkasso [61.26€]
01.10.2022 – 01.01.2023 Sirius Inkasso [33.94€]
01.10.2022 – 01.12.2022 Rechtsanwalt Doehring [30.00€]
01.10.2022 – 01.06.2024 Coeo Inkasso GmbH [197.04€]
01.10.2022 – 01.01.2026 Coeo Inkasso GmbH [387.80€]
01.10.2022 – 01.10.2023 Paigo [131.18€]
01.10.2022 – 01.09.2023 BCV Plus



Vielen Dank für alles und noch ein schönen Abend

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30. August 2022 | 18:09

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

das Vorgehen ist eigentlich nicht das Übliche, allerdings durchaus zielführend. Wenn die genannten Gläubiger eine Forderung aus unerlaubter Handlung angemeldet hätten und diese auch nicht absolut ungerechtfertigt ist, dann wäre es tatsächlich viel leichter einfach zu zahlen und die Sachen sind erledigt. Sich wegen nur eines Kleinbetrages rumzustreiten und vielleicht noch eine Strafanzeige zu riskieren wäre voraussichtlich mit viel höheren Kosten verbunden. Andererseits sind die Anforderungen an ein Anmeldung aus unerlaubter Handlung etwas höher, inwieweit diese erfolgreich bzw. angreifbar gewesen wäre lässt aber schwer vorab beurteilen. Ob die Gläubiger das dann tatsächlich durchgezogen hätten lässt sich ebenfalls schwer beurteilen, aber wenn es auch nur einer ernsthaft betrieben hätte wäre der Aufwand vermutlich erheblich gewesen. Im Schlimmsten Fall wäre dann noch ein Anwalt für Strafsachen nötig gewesen und eine Geldstrafe oder Geldauflage dazu gekommen - das wäre bei nur einem Gläubiger schon teurer als alle zu zahlen. Bei den Auftraggebern von Paigo und Coeo (Klarna) kommen durchaus mal Strafanzeigen vor.

Ansonsten stimmt die Aussage zur Schufa - der Gläubiger meldet eine Forderung aus unerlaubter Handlung an, diese wird nicht durch die Restschuldbefreiung erledigt und bleibt damit bestehen. Erst nach Zahlung wird die Erledigung vermerkt und dann sind es wieder 3 Jahre bis der Eintrag komplett weg ist.

Unter reinen Kosten/Nutzen-Abwägungen dürfte das Vorgehen daher durchaus sinnvoll gewesen sein.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

Bewertung des Fragestellers 1. September 2022 | 23:50

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