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Plagiate in der Dissertation? Rechte des Betroffenen?

13.02.2013 23:32 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Bzgl der Plagiatsdiskussionen habe ich, sehr geehrte Anwälte, folgende vier Haupt- Fragen/Themen zur Dissertation:

1.) Ich habe mitbekommen das es im Angelsächsischen Raum nicht unbedingt eine Pflichtveröffentlichung gibt
Hindert dies also daran, dass Plagiatsjäger die Arbeit untersuchen kann ?
Kann man bspw seine Doktorarbeit im Ausland geheim schreiben und muss das dank EU in Deutschland so geheim ohne Veröffentlichung hingenommen werden ?
Gibt es eig. demnach kodifiziere Gesetze die Doktoranden zwingen seine Arbeit zu veröffentlichen?

2.) Gibt es nach Veröffentlichung einer Arbeit die Möglichkeit zu verhindern, dass jemand anders diese Arbeit prüft, etwa aufgrund Datenschutz oder Urheberrecht ?
Gibt es demnach ein Recht des Inhabers der Doktorarbeit einem anderen der die Arbeit prüfen will, dass irgendwie zu verbieten!

3.)Gibt es neben nationalrechtlichen Regelungen auch europäische Regelungen in den EU Gesetzen oder Urteile gesamteuropäisch die das Thema bearbeiten
Gibt es eine Herleitung aus der EMRK ? Etwa um eine Veröffentlichung zu vermeiden ?

4,) Gibt es im Bereich des Datenschutzes in Deutschland kodifiziere wirksame Gesetze um eine Einsicht zu unterbinden ?
Gibt es darüberhinaus für Betroffene Politiker das Revht, dass in ihrem Fall in der Presse nicht berichtet werden darf ?

Gibt es ansonsten andere Regelungen, damit dieser Plagiatswahn eingedämmt werden könnte?

Ich bitte die Frage nur von Fachleuten anzunehmen die alle Bereiche beantworten möchten
Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
1. Ich gehe auch davon aus, dass an einer im Ausland abgelegten Dissertation es auch dort möglich ist, dass dritte Personen die Dissertation einsehen und überprüfen können, da auch diese Dissertaion irgendwo zugänglich gemacht werden muss. Dies hat nichts mit der Verpflichtung zu tun, eine gewisse Anzahl von Exemplaren an die jeweilige Universität abzuliefern.
2. Nein, die Dissertation ist frei für jedermann zugänglich und der Doktorand bzw. Verfasser kann nicht verhindern, dass ein dritte Person die Arbeit überprüft, ob sie wissenschaftlichen Standards entspricht.
3. Meines Erachtens gibt es nur nationale Bestimmungen. In Deutschland durch die jeweiligen Landesgesetze (Hochschulgesetz) und die jeweiligen Promotionsordnungen der Universitäten. Etwaige Regelungen die Plagiatsüberprüfungen in Deutschland unterbinden, gibt es nicht. Dass heisst im Umkehrschluss, dass Überprüfungen erlaubt sind.
4. Ein geltend deutsches Gesetz, die Einsichtnahme in eine an einer deutschen Hochschule abgelegte Dissertation zu verhindern, gibt es nicht. Die Doktoranden haben unentgeltlich Pflichtexemplare der jeweiligen Universität zu überlassen. Der Doktorand muss die Dissertation der (wissenschaftlichen) Öffentlichkeit zugänglich zu machen bzw. verbreiten; er hat die Arbeit zu veröffentlichen und kann sie nicht unter Verschluß halten. Auch Politiker können dies nicht unterbinden.
Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 14.02.2013 | 03:40

Vielen Dank,
ich bitte sie auf meine vierte Frage noch voll einzugehen, ich fragte noch, ob es Politiker verhindern können, dass in der Presse über ihren Fall berichtet wird ?
Jüngstes Beispiel ist Schavan, über sie wurde ja öffentlich in den Medien berichtet.
Könnte sie das nicht als Betroffene unterbinden, da das zu ihrem Privatleben zählt ?

So wie ich sie weiter verstehe, gehören also die Hochschulgesetze zu den Landesgesetzen.
Es ist also Ländersache, ob Dissertationen geheim bleiben oder nicht und wie im Ernstfall bei Mängeln mit ihr umgegangen wird.
Gibt es feste Grundsätze, ab wann ein Doktortitel entzogen wird oder ist das fliessend ?
Gibt es gewisse Vorschriften, welche Uni und wie geprüft werden muss ?
Hinsichtlich meiner dritten Frage schienen sie sich nicht sicher zu sein, ob es ableitbar anhand der EMRK auch Europäische Regelungen gibt.
Dies war aber Inhalt meiner Fragen, ich bat zudem, dass sie nur ein Anwalt annimmt, der sich damit auskennt und alle Fragen beantwortet.
Ich bitte daher zu meiner dritten Frage noch einmal zu recherchieren, ob es hier Urteile gibt, die das Recht auf Einsichtnahme in irgendeiner Form eindämmen und die andersweitig dem Betroffenen mehr Rechte zusichert, wenn ein Plagiatsjäger nach den Leuten Ausschau hält.
Ich bitte, wie erbeten, dann Urteil zu suchen, damit meine Fragen voll beantwortet sind

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.02.2013 | 12:11

Ich bitte sie auf meine vierte Frage noch voll einzugehen, ich fragte noch, ob es Politiker verhindern können, dass in der Presse über ihren Fall berichtet wird ? Kurze Antwort: Nein.
Jüngstes Beispiel ist Schavan, über sie wurde ja öffentlich in den Medien berichtet.
Könnte sie das nicht als Betroffene unterbinden, da das zu ihrem Privatleben zählt ?
Nein! Politiker sind Personen des öffentlichen Lebens, so dass selbst aus der Privatsphäre des Politikers berichtet werden dürfte, nicht aber aus der Intimsphäre; Vgl Sie z.B. EGMR, Große Kammer, Urteil vom 7. Februar 2012, Az. <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=40660/08" target="_blank" class="djo_link" title="EGMR, 07.02.2012 - 40660/08: Prinzessin Caroline von Hannover gegen die Bundesrepublik Deutschl...">40660/08</a> und <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=60641/08" target="_blank" class="djo_link" title="60641/08 (2 zugeordnete Entscheidungen)">60641/08</a> (Von Hannover II)
Gibt es feste Grundsätze, ab wann ein Doktortitel entzogen wird oder ist das fliessend ?
Dies bestimmt die jeweilige Universität durch Statuten an der die Dissertation eingereicht wurde selbst. Über die Entziehung des Titels entscheidet auch immer die Hochschule, die den akademischen Grad verliehen hat. Entscheidend ist der juristische Tatbestand der Täuschungsabsicht. Plagiate werden in den Promotionsordnungen nicht gesondert erwähnt, denn sie sind ein rechtlich unklarer Begriff, es kommt auch hier auf die Täuschungsabsicht an. Stellt sich bei einer Doktorarbeit beispielsweise im Nachhinein heraus, dass Teile der Arbeit von einer anderen Quelle übernommen worden sind, diese aber nicht genannt wurde, zählt das nach der Rechtsprechung bereits als Täuschung. Hier sind die Grenzen allerdings fließend, was "schlechte" Arbeiten sind und was bereits eine Täuschung ist.
In dem Fall Schavan haben eine Mehrzahl der Professoren abgestimmt; die Mehrheit war für eine Aberkennung des Titels. Hier gibt es die Möglichkeit der Auslegung, ob die Arbeit wissenschaftlichen Standards entspricht oder eben nicht und ob durch die Vielzahl der Nichtangabe von Quellen ein Täuschungsversuch vorliegt.
Urteile habe ich nicht gefunden, die die Plagiatsjagd, wie Sie es nennen, eindämmt.
Wie gesagt entscheidende Rechtsgrundlage sind die jeweiligen Landesgesetze in Verbindung mit den Statuten der Universität; Europarecht spielt hier keine Rolle.
Ich hoffe, Ihre Fragen nun beantwortet zu haben. Gerne stehe ich weiterhin zur Verfügung.

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