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Pkw im Privatvermögen


06.08.2007 14:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Hallo,

als Selbstständiger nutze ich meinen Privat-Pkw auch für Geschäftsfahrten. Bekanntlich kann man dafür ja die Dienstreisepauschale von 0,30 €/km oder den höheren individuellen Kilometersatz ansetzen. Dieser errechnet sich aus den gesamten Kfz-Kosten in Euro im Jahr, geteilt durch die Gesamtfahrleistung in km im Jahr. Mit diesem km-Satz multipliziere ich dann meine geschäftlich gefahrenen Kilometer, um zu den als Betriebsausgaben abziehbaren Reisekosten zu kommen.

Wenn ich nun für meinen Privat-Pkw die Vorsteuer auf die Kfz-Kosten in meiner Umsatzsteuererklärung geltend mache (also den Pkw damit dem umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen zuordne, nicht aber dem einkommensteuerlichen Betriebsvermögen), muss ich dann bei der Berechnung der als Betriebsausgaben abziehbaren Reisekosten mittels des individuellen Kilometersatzes die Kfz-Kosten netto (ohne USt) ansetzen oder darf ich - wie normalerweise - die Kosten brutto (inkl. USt) ansetzen?

Kennt jemad eine Fundstelle zum Nachlesen (BMF-Schreiben, EStR, Literatur), wo dieser Punkt erläutert wird?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.
Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Es können nur die wesentlichen Aspekte des Falles geklärt werden.
Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Die laufenden Kosten und damit die Umsatzsteuer können Sie nur dann ansetzen und die Vorsteuer abziehen, wenn es sich bei Ihrem PKW um Betriebsvermögen handelt.

Bei weniger als 10 Prozent geschäftlicher Nutzung ist der Pkw immer privat, bei mehr als 50 Prozent immer geschäftlich. Wenn ein Privat-Pkw geschäftlich genutzt wird, lassen sich 30 Cent pro Kilometer als Betriebsausgabe ansetzen, wie Ihnen ja bekannt ist. Beim Firmenwagen lassen sich dagegen alle Anschaffungs- und Betriebskosten absetzen, dafür muss ein Eigenanteil für die private Nutzung gegengerechnet werden (die berühmte "Ein-Prozent-Regelung").

Nach Ihren Angaben handelt es sich jedoch bei Ihnen um einen Privat- PKW mit teilweise betrieblicher Nutzung. Hier können Sie nur die gefahrenen Kilometer im Rahmen der Betriebsausgaben bei der Einkommenssteuererklärung ansetzen.

Tankbelege und andere Belege sind im Rahmen der Umsatzsteuererklärung nur dann zu berücksichtigen, wenn es sich um einen betrieblich genutzten PKW handelt. Gehört der PKW zum Betriebsvermögen besteht immer noch die Möglichkeit einer privaten Nutzung, die dann aber evtl. weitergehend zu versteuern ist.

Leider konnte ich Ihnen nicht das gewünschte Ergebnis mitteilen, hoffe aber, dass Ihnen meine Antwort dennoch weitergeholfen hat.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Mareike Preu
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 06.08.2007 | 15:02

Sehr geehrte Frau Preu,

Ihre Antwort ist mir nicht so ganz verständlich, denn: Wird ein Pkw zu mindestens 10 % betrieblich genutzt, kann er bei der Einkommensteuer Privatvermögen sein und dennoch bei der Umsatzsteuer als Unternehmensvermögen behandelt werden (BFH v. 28.2.02, BStBl. II 2003, S. 815; BMF v. 30.3.04, BStBl II 2003, S. 813) mit der Folge des Vorsteuerabzuges für den Pkw. Wird der Privat-Pkw voll dem umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen zugeordnet, dürfen 100 % der Vorsteuer aus den Kauf des Pkw und den laufenden Pkw-Kosten in der Umsatzsteuererklärung angesetzt werden (trotz Pkw im Privatvermögen).

Somit kann Ihre Aussage "Die laufenden Kosten und damit die Umsatzsteuer können Sie nur dann ansetzen und die Vorsteuer abziehen, wenn es sich bei Ihrem PKW um Betriebsvermögen handelt" nicht richtig sein. Daher gehen Sie auch nicht weiter auf meine Frage ein, ob man - trotz des Abzuges von Vorsteuer, die für die Kosten des Privat-Pkws angefallen sind - bei der Ermittlung des individuellen Kostensatzes für die in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung anzusetzenden Reisekosten die Brutto-Pkw-Kosten (inkl. Vorsteuer) ansetzen kann oder doch nur die Nettokosten.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.08.2007 | 16:30

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bitte das vorangegangene Missverständnis meinerseits zu entschuldigen.

Wenn der PKW im Privatvermögen des Unternehmers verbleibt, können lediglich die Kosten einer betrieblichen Nutzung über die Kilometerpauschale abgerechnet werden. Hier wir die Reisekostenabrechnung durchgeführt, indem der Unternehmer die einzelnen Fahrten mit der tatsächlich zurückgelegten Wegstrecke aufführt. Die tatsächlich gefahrenen Kilometer sind mit einer Pauschale von 0,30 € anzusetzen. Die so entstehenden Kosten sind zwar Betriebsausgaben, führen jedoch nicht zum Vorsteuerabzug.

Wahlweise kann der Unternehmer auch die tatsächlich angefallenen Kosten der Betriebsausgabe geltend machen und dann ist auch der Vorsteuerabzug möglich.

Eine Pauschalierung und gleichzeitig ein Vorsteuerabzug sind nicht möglich.

Für Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer wirkt sich der PKW im Privatvermögen folgendermaßen aus:
Es besteht ein Vorsteuerabzug für eindeutig betrieblich zuzuordnende Fahrten oder auch einen betrieblichen Unfall.
Für die laufenden Kosten, zum Beispiel Kraftstoff oder Reparaturen kann in der Regel keine Vorsteuer geltend gemacht werden.

Da Sie im Rahmen einer Einnahmen- Überschuss- Rechnung Ihren Gewinn ermitteln, wird die gezahlte Vorsteuer ebenfalls als Betriebsausgabe verstanden und ist in der Anlage EÜR im Abschnitt der Betriebsausgaben einzutragen. Ebenso ist eine eventuelle Umsatzsteuernachzahlung oder Umsatzsteuerabschlusszahlung als Betriebsausgabe zu behandeln. Eine Umsatzsteuererstattung ist dagegen den Betriebseinnahmen zuzuordnen.
Sie können also die Brutto- Beträge in Ihrer Einnahmen- Überschuss- Rechnung ansetzen.


Ich hoffe, dass ich Ihre Frage nun zu Ihrer Zufriedenheit beantworten konnte.


Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,


Mareike Preu

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