Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.122
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Pilot, einziger Wohnsitz in DE, angestellt in CH, kein Grenzgänger. Steuern wo?


| 06.01.2017 16:12 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.



Ich soll als Pilot in der Schweiz angestellt werden. Mein Wohnsitz ist in Deutschland, Grenzgänger wäre ich nicht. Das schweizer Unternehmen verleiht mich an eine Luftfahrtgesellschaft in der EU. Ich wäre also in der Schweiz angestellt, käme aber nie bei einer dieser Firmen zur Arbeit, sondern reiste zum jeweiligen Standort des Flugzeugs, um vierwöchige Dienste im weltweiten Flugverkehr anzutreten, während derer ich nicht nach hause komme. Die Anzahl der Abwesenheitstage von zuhause ist größer als 183 Tage pro Jahr.

Wo müsste ich anteilig wieviel Steuern zahlen? Nur in der Schweiz, nur in Deutschland, oder gilt das DBA zwischen den Ländern?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Sie tragen vor in Deutschland Ihren Wohnsitz inne zu haben und dort im Sinne der DBA ansässig zu sein. Sie sind bei einem schweizerischen Unternehmen angestellt und beziehen somit Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit aus der Schweiz.

Sie reisen allerdings nicht in die Schweiz, um dirt Ihre Arbeitsleistung zu erbringen, vielmehr schickt Sie das Unternehmen zum jeweiligen Auftragsort. Dort begründen Sie aber keinen Wohnsitz, somit auch keine Ansässigkeit.

Aus Art. 15 Abs. 1 DBA Schweiz können Einkünfte grundsätzlich nur in dem Ansässigkeitsstaat versteuert werden. Da Sie nicht in die Schweiz reisen, um dort Ihre Arbeitsleistung zu erbringen, wäre auch keine Besteuerung in der Schweiz denkbar.

Allerdings dürfte in Ihrem Falle die Sonderregelung des Art. 15 Abs. 3 DBA greifen. Da Sie Ihre nichtselbstständige Arbeit an Bord eines Flugzeuges erbringen, wird zum Zwecke der Versteuerung auf den Geschäftssitz des Unternehmens abgestellt. Somit wären Ihre Bezüge in der Schweiz zu versteuern.

Aus Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 d DBA wird eine Doppelbesteuerung dadurch verhindert, dass Deutschland Ihre Einkünfte aus der Schweiz außen vor lassen wird. Sie müssen diese Einkünfte also in der deutschen Steuererklärung benennen, es droht aber keine Versteuerung in Deutschland. Die Einkünfte werden lediglich zur Ermittlung des persönlichen Steuersatzes heran gezogen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 06.01.2017 | 20:09

Sehr geehrter Herr Park,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Wenn ich die entsprechenden Teile des DBA lese, dann stört mich das Wörtchen "können":

"...KÖNNEN Vergütungen für unselbständige Arbeit, die an Bord eines Seeschiffes oder Luftfahrzeuges im internationalen Verkehr oder an Bord eines Schiffes, das der Binnenschiffahrt dient, ausgeübt wird, in dem Vertragstaat besteuert werden, in dem sich der Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung des Unternehmens befindet."

Das klingt doch eher nach Option, nicht nach Obligation?

Wenn die schweizerischen Einkünfte in Deutschland nicht versteuert werden müssen: Wozu dann eine Ermittlung des persönlichen Steuersatzes in Deutschland?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.01.2017 | 22:17

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Ggf. haben Sie in Deutschland noch weitere Einkünfte, z. B. aus Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalertraägen. Haben Sie noch weitere Einkünfte, so würden diese mit dem Gesamtsteuersatz versteuert. Haben Sie in keine weiteren Einkünfte, ist der Steuersatz in Deutschland irrelevant.

Bzgl. Art. 15 Abs. 3 DBA existieren Zusatzprotokolle und Veröffentlichungen der Oberfinanzdirektionen, dort heißt es unter anderem "Für derartige Einkünfte, die in Deutschland ansässiges Bordpersonal erzielt, das für ein schweizerisches Unternehmen mit Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung in der Schweiz tätig ist, hat unstreitig die Schweiz das Besteuerungsrecht."

Sie können also davon ausgehen, dass hier eine Besteuerung in der Schweiz stattfinden wird.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

Bewertung des Fragestellers 08.01.2017 | 00:48


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Schnell und gut bearbeitet."