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Pfusch beim Hosenkürzen


26.01.2007 16:55 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Freundin hat vier Hosen zum kürzen zur Änderungsschneiderei gebracht. Diese sollten Original gekürzt werden( d.h. orgi. Bund abschneiden und nach kürzen der Hose, Originalbund wieder annähen). Dieses hat die Schneiderin auch verstanden und auf ihren Teil der Quittung notiert.
Heute haben wir die Hosen wieder abgeholt, und dabei bemerkt das diese nicht Original gekürzt worden sind. Es wurde der Original Bund abgeschnitten, und die Hosen wurden ohne den Bund einfach umgenäht. Wir haben das sofort bemängelt, allerdings war von Seiten der Schneiderei kein großes Verständnis. Allerdings war die Chefin auch nicht da sondern lediglich ein Angestellter.
Wir haben das Kürzen erstmal bezahlt (28€ statt 40€ für alle vier zusammen), die Hosen aber da gelassen um weiteres mit der Chefin am Montag zu klären.
Die Jeans Hosen haben einen Gesamtwert von ca. 300€ und sind alle NEU.
Wir sehen nun durch dieses falsche kürzen einen erheblichen Wertverlust der Hosen (zudem sehen die Hosen jetzt absolut unmöglich aus)
Was können wir da machen? Kann man hierfür Schadenersatz bekommen? bzw.. welche Möglichkeiten haben wir wenn die Schneiderei nicht Schadenersatz leisten will. Oder wenn diese sagen, das wurde nicht so abgesprochen, das "Original" gekürzt werden soll( das steht auch nur auf den Teil des Beleges welches die Schneiderei hat)
MfG

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gern wie folgt beantworten möchte.

Da Sie auf eine Kürzung der Hosen unter Annähen des Originalbundes bestanden haben und dieses auch schriftlich vermerkt worden ist, dürfte im Rahmen des Werkvertrages ein mangelhaftes Werk erstellt worden sein.

Da eine grundsätzlich vorrangige Nacherfüllung nicht möglich erscheint, dürfen Sie grundsätzlich den Vergütungsanspruch mindern. Der Einsatz einer Hilfsperson oder möglicherweise Abstimmungsprobleme innerhalb der Schneiderei vermag hier grundsätzlich nichts zu ändern, da dies nicht in Ihrem Pflichtenkreis liegt. Da hier der Auftrag entgegen Ihrer ausdrücklichen Weisung ausgeführt worden ist, dürfte dies hier sogar bis zum Ausschluss des Werklohnanspruchs gehen.

Ein Schadensersatzanspruch dürfte vorbehaltlich der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Schneiderei grundsätzlich gegeben sein. Ein Anspruch auf Erstattung von 300 € für die fehlerhafte Ausführung der Kürzung erscheint jedoch zweifelhaft, da offensichtlich das Kürzen in der korrekten Länge erfolgte und durch das fehlende Originalumnähen allenfalls eine ästhetische Beeinträchtigung vorliegt. Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihre Ansprüche geltend machen, sich aber möglicherweise auf einen Kompromiss mit der Schneiderin einlassen, um einen etwaigen Kosten verursachenden Prozess zu verhindern.

Ich empfehle Ihnen zudem, eine Kopie von dem Beleg verlangen, aus dem sich Ihr konkreter Auftrag ergeben hat, um Beweisschwierigkeiten vorzubeugen.

Abschließend bitte ich zu beachten, dass diese Antwort zwar alle wesentlichen Aspekte des von Ihnen geschilderten Falles umfasst, jedoch daneben Tatsachen relevant sein könnten, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führen würden. Verbindliche Auskünfte sind daher nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich, für die ich Ihnen gern zur Verfügung stehe.

Ich hoffe, zunächst zu einer rechtlichen Klärung Ihrer Angelegenheit beigetragen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Kraft
Rechtsanwalt


www.jeromin-kraft.de

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2007 | 19:14

Die Schneiderei besteht auf die restlichen 12 Euro, weil sie der Ansicht ist, die Hosen korrekt (Original) gekürzt zu haben. Wenn die 12 Euro nicht bezahlt wird, bekomme ich die Jeans nicht wieder.
Jeans würden bei Ihnen immer so Original gekürzt, heißt es dort.
Wir gehen stark davon aus, das dieses nicht der Wahrheit entspricht.
Gleich zu Anfang wurde mir von einem Angestellten bestätigt, das das keine Originalkürzung sei. Er bot mir sogar an, das ich nur einen Preis von 36 Euro zahlen könnte.den Preis für "normal" kürzen. Wir haben uns dann auf 28 Euro geeinigt.
Des Weiteren hat die Schneiderin behauptet, das Sie bei einer anderen Änderungsschneiderei angerufen hätte, und die würden das auch so machen.Ich kenne diese besagte Änderungsschneiderei gut und habe dort schon einige Jeans Original kürzen lassen. Und die machen das nicht so.Nachdem ich dort auch angerufen habe, und mir gesagt wurde, das dieser Anruf nicht erfolgte, bin ich mir nun ziemlich sicher, das sich die Schneiderei rausreden will, und Ihren Fehler nicht eingestehen will.
Inzwischen haben wir auch von anderen Schneiderei erfahren das ein nachträgliches Annähen des Original Bundes möglich ist.

Können wir aufgrund dessen verlangen das Sie die Änderungen kostenlos übernimmt( sprich den O. Bund an die Hose annäht)?
Kann Sie nachdem wir die 28 Euro bezahlt haben, und das Finanzielle somit erledigt war, nun noch die restlichen 12 Euro von der ursprünglichen Summe verlangen? Und wenn wir uns weigern das restliche Geld zu bezahlen, darf sie die Hosen dann einfach behalten? Wenn das der Fall ist, was können wir dann machen. Die Hosen einfach mitnehmen (wenn möglich)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2007 | 13:02

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank auch für Ihre Nachfrage.

Nach Ihren ergänzenden Informationen wäre zunächst einmal zu klären, ob die Hosen tatsächlich nicht „Original gekürzt“ worden sind.

Wenn Sie sich allerdings mit einem Angestellten auf 28 € geeinigt werden, ist dies grundsätzlich verbindlich. Sie dürfen davon ausgehen, dass ein Angestellter, der Ihnen ein solches Angebot unterbreitet, auch dazu befugt ist. Mithin dürfen Sie dies als verbindlich erachten. Auf die restlichen 12 € hat die Inhaberin der Schneiderei daher keinen Anspruch. Ebenso haben Sie jedoch keinen Anspruch auf Rückerstattung der bereits gezahlten 28 €.

Grundsätzlich steht der Schneiderin als Werkunternehmerin ein so genanntes Werkunternehmerpfandrecht an den eingebrachten Gegenständen zu, wenn dieser Forderungen gegen einen Auftraggeber zustehen. Dies ist Ihren Angaben zufolge jedoch nicht der Fall, so dass die Schneiderin sich nicht darauf berufen kann. Sie sollten daher umgehend die Aushändigung der Sachen verlangen.

Wenn allerdings die Möglichkeit und die Bereitschaft bestehen, dass die Hosen nachgebessert werden, so können Sie eine Nachbesserungsmöglichkeit einräumen mit der Folge, dass dann der ursprünglich vereinbarte Preis wieder gilt. Von Gesetzes wegen müssen Sie zwar grundsätzlich eine solche Nachbesserungsmöglichkeit einräumen. Da Sie sich jedoch zwischenzeitlich offenbar geeinigt haben (nur 28 € und damit schlüssig auf keine Nachbesserung), sind Sie auch hierzu nicht gezwungen.

Ich hoffe, nunmehr zu einer weiteren rechtlichen Aufklärung beigetragen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Tobias Kraft
Rechtsanwalt

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