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Pflichtwidriges Verhalten des Anwaltes?

23.02.2016 15:03 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa


Sehr geehrte Damen und Herren,

bzgl des o.g. Betreffs habe ich eine Frage.

Ich wurde anwaltlich in einem Zivilstreit "Gebrauchtwagen Kauf" vertreten, dieser hatte eine Klage gegen das Autohaus, sowie gegen die Bank eröffnet.

Trotz meines Bedenkens des doppelten Prozessrisikos,sollte so vorgegangen werden. Während des ganzen Rechtsstreites ermutigte mich mein Anwalt nach meinen Zweifeln, wie folgt zum Beispiel:


"Hallo Herr XXXX,

morgen ist das erste "Schaulaufen". In der Sache wird mangels Entscheidungsreife noch nichts passieren, der Richter wird nur Hinweise erteilen und eine erste Sicht der Dinge präsentieren. Nicht unüblicher Weise machen Richter dabei ein paar schnippische Bemerkungen und wechseln zwischen sachlicher Befassung und Vorverurteilung. Zweck des Ganzen ist, die Parteien in einen Vergleich zu drängen. Das sollten wir nicht anstreben. Ihre tatsächliche Position ist stabil, denn das Auto war unheilbar mangelhaft. Wir sollten die Sache also entscheiden lassen. Das bedeutet, dass es einen Folgetermin geben wird mit einer Beweisaufnahme und/oder einem Sachverständigengutachten. Da geht es dann um die Wurst.


Eigentlich wollte ich morgen da sein, leider ist mein kleiner Sohn krank geworden und weil wir gerade noch eine Tochter bekommen haben, muss dann morgen der Kollege xxxx an meiner Stelle ran.


Das taktische Vorgehen von uns wird so sein, dass wir uns alles in Ruhe anhören, auf unsere schriftlichen Ausführungen verweisen und konsequent daran festhalten, dass man Ihnen ein völlig untaugliches Auto verkauft hat und Sie nicht gewillt sind, diesen Schaden hinzunehmen. Schon deshalb, weil sie keine Reserven haben, um diesen Schaden wegzustecken. Im Übrigen sei dieser Mangel durch ein Gutachten aber auch jederzeit ohne Probleme feststellbar. Der Richter wird dann sagen, es kann aber auch sehr teurer werden, wenn sie den Prozess verlieren. Aber das gehört zum Spiel. Der Wagen war schrott - das ist keine Wertungsfrage, sondern eine Tatsache..Also kein Vergleich, ich bin ggf aber auch jederzeit telefonisch erreichbar.


Nach dem Termin erfolgte weitere Aussage in schriftform:


..ich sehe hier nach wie vor kein grundsätzliches Problem, sondern eher ein sicheres Ding. So blind kann kein Richter sein.. Es war das nicht unerwartete „Kläger-Mobbing". Schauen Sie mal auf den letzten Absatz der Klage, Arglist ist das, worauf wir uns vorrangig stützen. In dem Moment wo aufgeklärt wird, ist die Sache kaputt.


Wir machen jetzt Anzeige beim Straßenverkehrsamt (Verdacht auf fehlende Zulassungsfähigkeit) und kümmern uns auch nochmals um das Briefthema. Melden uns nächste Woche dazu!


Alles i.O. & besten Gruß
Besten Gruß".


Diesen Rechtsstreit gegen das Autohaus verlor ich, sowie den Rechtsstreit gegen die Bank, gegen die Bank ging es sogar in die Berufung, weil ich mich weiterhin mit solchen Aussagen die mir ebenfalls als Mail vorliegen, meinen RA vertraut habe.


Zitat:"Hallo Herr xxxxx,


uE ist das Urteil klar falsch, sogar die Kostenquote übersieht offensichtlich die erhebliche Klagerücknahme.
Wir sind intern grad am Aufarbeiten, aber schon weit fortgeschritten. Es geht definitiv in die Berufung.


Herr xxxx meldet sich heute oder Montag bei Ihnen, wir können dann auch nochm sprechen.
Besten Gruß".


Hier plädierte mein Anwalt auf einen Fehler der Gegenseite, da diese den Streitwert nach Versteigerung des von der Bank abgeholten Fahrzeuges, wegen der nicht bezahlten Raten, die ich lt. meines Anwaltes schließlich nicht zahlen sollte nach der Versteigerung zu spät abänderte, sprich nach nach Verwertung des Fahrzeuges den Streitwert senkte.


Das OLG verwies jedoch darauf, dass innerhalb einer bestimmten Frist, der Streitwert korrigiert werden darf. Weiterhin folgte ich den Rat meines Anwaltes und hielt an die Berufung stand. Folge ebenfalls wurde das Verfahren verloren.


Meine Frage ist nun, darf man nicht auf die Aussagen seines Anwaltes vertrauen und muss sich eine 2te Meinung einholen, oder ist es ein pflichtwidriges Verhaltens meines Anwaltes gewesen, immer weiter an einem Rechtsstreit festzuhalten und so ungeheuerlich weitere Kosten bei einem Streitwert von 20.000€ zu verursachen.


Des Weiterem habe ich von meinem Anwalt ein Mahnbescheid, ohne vorherige Rechnung erhalten, nach Erhalt des Mahnbescheides habe ich mich mit meinem Anwalt in Verbindung gesetzt, lt. seines Postausgangsbuch sollte mir eine Rechnung zugesandt worden sein, konnte aber kein Einschreiben nachweisen. Zu mal haben wir lt. Ausstellungsdatum der Rechnung, die im MB vermerkt ist Telefonate, sowie Mails ausgetauscht, wobei kein Hinweis über eine fällige Zahlung gemacht wurde.


Den MB widersprach ich schon einen Tag vor Erhalt der nachgereichten Rechnung via Mail, lt. seiner Aussage soll ich den Widerruf des MB jedoch wieder zurücknehmen, da sonst weitere Kosten anfallen werden, weil er sich einen Teil des Betrages durch Mahnbescheid und folgendem Vollstreckungsbescheid titulieren lassen will und den anderen Teil des Rechtsstreites gerichtlich festsetzen lassen will.


Der ganze Rechtsstreit hat einen Schaden von ca. 26.935€ verursacht, daher kann ich die Forderung nicht direkt, sondern nur in Raten abzahlen, welches schon besprochen wurde, fraglich finde ich nur, dass ich den Widerruf des MB aufheben soll und MB und folgenden VB lt. seiner Schilderung nicht reagieren soll. Die enstehenden Kosten des MB und des VB würde er mir gut schreiben. Weiter schilderte ich ihm mein Bedenken, dass ein MB und VB sich auf eine neg. SchuFa auswirkt, dies würde lt. seiner Aussage bei einer Zivilsache und Ratenzahlung nicht sein.


Aufgrund des ganzen fraglichen Rechtsstreites, wie oben geschildert, bin ich leider sehr misstrauisch geworden, erschwerend hinzu weil ich bei meiner gestrigen Recherche über Google noch auf mehrere Artikel, wie Rechtsmissbrauch i.V.m. Massenabmahnungen und Selbstmandantierung meines Anwaltes gestoßen bin.


Ich möchte niemanden etwas Böses und ich werde auch all meine Zahlungsverpflichtungen begleichen, wenn es rechtsmäßig ist , daher erhoffe ich hier eine neutrale fachliche Meinung zu erhalten, bevor ich mich noch weiter wegen Gutgläubigkeit belaste.




MfG

Sehr geehrter Ratsuchender,

ob und inwieweit ein pflichtwidriges Verhalten Ihres Anwaltes mit einem hieraus resultierenden Schadenersatzanspruch Ihrerseits vorgelegen hat, kann ich anhand des Sachverhaltes so noch nicht beurteilen.

Grundsätzlich muss auch die finanzierende Bank verklagt werden, soweit kein Einwendungsdurchgriff gegeben ist. Dieser kann vorliegen, wenn sie Sie die Finanzierung über das Autohaus vorgenommen haben und die Bank mit dem Händler zusammenarbeitet.

Zwar liegen auch hier zwei Verträge vor, Autokauf und Darlehensvertrag, es handelt sich jedoch um verbundene Geschäfte mit der Folge, dass der Rücktritt vom Autokauf auch den Darlehnsvertrag auflöst (§ 358 BGB).

Um also abschätzen zu können, ob ein pflichtwidriges Verhalten Ihres Anwaltes vorliegt, muss ich mehr von Ihnen wissen, insbesondere muss ich wissen, wie die Finanzierung des Autokauf abgelaufen ist und warum und weshalb und mit welcher Begründung die Klagen abgewiesen wurden und warum auch die Berufung letztlich scheiterte. Wenn arglistige Täuschung von Ihrer Seite aus, was ich vermute, vorgebracht wurde, dann kann man als Anwalt sich auf einen solchen Rechtsstreit nur dann einlassen, wenn diese auch bewiesen werden kann.

Sie können mich gerne unter 0211 35590816 anrufen, telefonisch lässt sich die Sache sich eher abklären.


Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

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