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Pflichtverletzung - Schadensersatz gegen einen Rechtsanwalt

16.04.2008 13:16 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Guten Tag,
ich habe eine Frage zu Schadensersatzforderungen.
In unserem Fall geht es darum, das ein RA seine von ihm vorgeschlagene "Strategie" zwar angefangen hat, aber dannach keine weitere Handlungen vollzogen hat.
Kongret lautete diese Startegie folgendermaßen: Der RA hatte meiner Mutter vorgeschlagen, eine Zwangssicherungshypothek von der Bank abzukaufen. Mit dieser sollte dann das gemeinsame MFH, um das in der Familie gestritten wurde, teilversteigert und von uns ersteigert werden.
Der Kauf der Hypothek fand statt, jedoch hat der RA dannach nichts mehr unternommen (z.B. Eintragung ins Grundbuch fehlte, bzw. Titel wurde nicht beim Notar beantragt). Nach dem Tod meiner Mutter forderte ich die Herausgabe der Hypothek von der Kanzlei. Nachfragen und diverse Besprechungstermine fanden immer wieder statt. Wir wurden immmer wieder vertröstet.
Es passierte nichts.
Erst nach Jahren wurde mir die Hypothek ausgehändigt. Zu diesem Zeitpunkt war die Hypothek nichts mehr wert, da der Miteigentümer nicht mehr zahlen konnte und das MFH (sein Anteil) überschuldet war.
Ich habe mich mit einem Kollegen des RA getroffen um die Sachlage zu klären. Dieser erkläre mir auch das der RA schon öfter den "Kopf in den Sand" gesteckt hat und einigen Schaden damit angerichtet hat. Die Kanzlei hat sich inzwischen von diesem RA/Gesellschafter getrennt.
Auch auf eine nochmalige Nachfrage wegen Schadensersatz bei der Kanzlei habe ich keine Antwort erhalten.

Hat es Sinn und Erfolg den RA auf Schadensersatz zu verklagen?
Wie ist die Vorgehensweise?
Welche Beweise sind nötig?

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
den Rechtsanwaltskollegen auf Schadensersatz wegen Pflichtverletzung zu verklagen ist dann sinnvoll, wenn die Klage Aussicht auf Erfolg hat.

Dies ist dann der Fall, wenn der Rechtsanwalt eine schuldhafte Pflichtverletzung begangen hat. Diese könnte bereits durch die rechtliche Beratung Ihrer Mutter erfolgt sein indem er eine bestimmte Strategie empfahl. Denn der Rechtsanwalt muss den Mandanten darüber aufklären ob und wie das gewünschte Ziel zu erreichen ist. Ob die gewählte Strategie erfolgversprechend war, kann von hier jedoch nicht beurteilt werden.
Eine Pflichtverletzung kann dem Rechtsanwalt allerdings nur dann vorgeworfen werden, wenn ihm der Sachverhalt vollständig mitgeteilt worden ist, da die rechtliche Analyse und damit die Empfehlung an den Mandanten davon abhängt. Der Rechtsanwalt ist nicht verpflichtet den Sachverhalt selbst zu ermitteln, dies ist Aufgabe des Mandanten. Nur wenn Widersprüchlichkeiten auftauchen, hat er diese anzusprechen und zu versuchen den Sachverhalt weiter aufzuklären.
Weiterhin könnte der Rechtsanwalt eine schuldhafte Pflichtverletzung dadurch begangen haben, indem er Ihnen als, davon gehe ich aus, Erbe wichtige Unterlagen nicht übergeben hat und notwendige Handlungen nicht vorgenommen hat. Inwieweit der Rechtsanwalt zu den notwendigen Handlungen verpflichtet war, kann von hier nicht eingeschätzt werden, ebensowenig ob der Rechtsanwalt ein Zurückbehaltungsrecht an den Unterlagen hatte.

Durch diese Pflichtverletzung muss dem Mandanten ein Schaden entstanden sein. D.h. zuerst mus geprüft werden wie die Vermögenslage bei pflichtgemäßen Handeln wäre und wie die jetzige Vermögenslage ist. Die Differenz hat der Schädiger als Schaden zu ersetzen. Wäre die Vermögenslage auch bei pflichtgemäßen Handeln des Rechtsanwalts so, wie Sie jetzt ist, dann ist kein Schaden entstanden. Der Maßstab für die Schadenshöhe ist also das pflichtgemäße Handeln und nicht die bestmögliche nachträgliche Konstellation.

Allerdings hat der Geschädigte auch eine Schadensminderungspflicht. D.h. der Geschädigte hat die Obliegenheit, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Zwar ist er dazu nicht verpflichtet, muss sich jedoch bei Nichtbeachtung das Unterlassen anrechnen lassen. In Ihrem Falle könnte dies dahingehend eine Rolle spielen, inwieweit Sie bzw. Ihre Mutter den Rechtsanwalt zur Herausgabe der Unterlagen und zum Tätigwerden angehalten haben. Da Sie schreiben, dass der Rechtsanwalt erst nach Jahren die Unterlagen herausgegeben hat könnte darin ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht liegen. Dies kann allerdings ohne genaue Kenntnis der Umstände von hier nicht eingeschätzt werden, und kann daher nur ein Hinweis auf mögliche Risiken sein.


2.
Sie sollten einen Rechtsanwalt, der auf Anwaltshaftung spezialisiert ist, beauftragen Ihre Ansprüche anhand Ihrer Unterlagen zu prüfen und gegebenenfalls diesen mit Ihrer Vertretung beauftragen. Einen entsprechend spezialisierten Kollegen können Sie sich durch die örtliche Anwaltskammer empfehlen lassen. Die Beauftragung eine Rechtsanwalts ist auch zu empfehlen um ´Waffenglichheit´ gegenüber dem möglichen Schuldner herzustellen.
Sollte der Schaden höher als € 5.000 sein, müssen Sie in jedem Falle einen Kollegen mit der Vertretung vor dem Landgericht beauftragen.

3.
Beweisen müssen Sie, wie in jedem Zivilprozess, alle anspruchsbegründenden Tatsachen. Angefangen vom Anwaltsvertrag über die schuldhafte Pflichtverletzung bis zum Schaden und der Schadenshöhe. Eine Beweislastumkehr dahingehend, dass der Rechtsanwalt das pflichtgemäße Handeln nachweisen muss, ist nicht vorgesehen.

4.
Abschließend rate ich Ihnen zu prüfen (oder prüfen zu lassen), ob die Schadensersatzansprüche bereits verjährt sind. Da dies im Einzelfall erst nach Einsichtnahme in den Anwaltsvertrag zu beurteilen ist, kann diese Frage nicht im Rahmen einer Erstberatung beantwortet werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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