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Pflichtteilsberechtigt nach unterlasser Abfindung ?


13.09.2005 14:30 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrtes Rechtsanwalts-Team,

mein Sachverhalt schildert sich wie folgt:

Mein verstorbener Großvater mütterlicherseits hat in seinem Teststament verfügt,
das meine Tanten als Erben eingesetzt werden und sein Haus und
Nachlass erben. Meine Mutter starb vor 34 Jahren und deshalb hat mein Großvater im Testament geschrieben,
das wir als Kinder (3Personen) seiner verstorbenen Tochter abgefunden werden sollen.
Dies hat zu seinen Lebzeiten nicht stattgefunden.

Meine Frage: Sind wir als Kinder nun pflichtteilsberechtigt und wie sieht der Fall aus, wenn ich 2 Jahre nach dem Tod meiner Mutter adoptiert worden bin? Habe ich einen Anspruch, wenn mein Großvater mir zu seinen Lebzeiten das Testament per Gericht zusenden ließ und damit seinen Willen zum Ausdruck brachte, mich auch zu bedenken?

Danke für die Beantwortung meiner Frage.


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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich möchte Ihr Anliegen auf Grundlage Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten:


Frage 1)

Pflichtteilsberechtigt sind Sie zunächst nicht geworden. Denn Sie waren ja kein direkter Abkömmling der Großvaters, wie die vorverstorbene Mutter und die als Erbinnen bedachten anderen Töchter, also Ihre Tanten. Diese schließen die nachfolgende Generation von der Erbfolge aus – siehe § 1930 BGB.


Frage 2)

Falls Sie mit dieser Sachverhaltsvariante nach dem Tode der Mutter und vor dem Erbfall vom Großvater adoptiert worden wären, rücken Sie in die Stellung eines „normalen“ Kindes ein. Dann hätten Sie natürlich Anspruch auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils der Töchter bzw. Ihnen als Adoptivtochter.

Allerdings unterscheidet der Gesetzgeber zwischen der Adoption von Voll- und der von Minderjährigen. Letzte sind bei nach dem 1.1.1977 vorgenommenen Adoptionen „normale“ Erben 1.Ordnung – Sie dann also erbrechtlich eine der Töchter mit dem sich daraus ergebenden Pflichtteilsanspruch gegenüber jedermann. Wären Sie allerdings bereits volljährig gewesen, gilt die Erbenstellung idR nur gegenüber dem „Adoptivvater“ und nicht anderen Verwandten des die Adoption Annehmenden (§ 1770 BGB). In Ihrem konkreten Fall macht dies aber keinen Unterschied.


Frage 3)

Inwieweit das Testament Ihnen zu Lebzeiten des Erblassers gesondert zugestellt wurde, spielt für den Inhalt des Testaments keine Rolle. Natürlich können bei der Auslegung seines Inhalts auch die Umstände der Testamentserrichtung berücksichtigt werden, manchmal müssen Sie es notwendigerweise, um den ungeklärten Willen des Erblassers in seinem vermutlichen Sinne auszulegen. Eine Erbschaft „am Wortlaut vorbei“ begründen kann der von Ihnen beschriebene Sachverhalt aber mit Sicherheit nicht.

Generell fällt mir auf, dass Sie als Aufhänger Ihrer Onlineanfrage die nicht umgesetzte „Abfindung“, evt. ist ein Vermächtnis oder eine Auflage gemeint, thematisierten. Dies erscheint dann in Ihrer eigentlichen Fragestellung, soweit mir erkennbar, nicht mehr. Vielleicht haken Sie hier im Rahmen der Nachfrage noch einmal nach; ich bin allerdings erst im Laufe des morgigen Tages wieder „online“.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen und eine erste Orientierung gegeben zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen wie schon mitgeteilt im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

Nachfrage vom Fragesteller 14.09.2005 | 13:41

Betreff: Pflichtteilsberechtigt nach unterlasser Abfindung ?

Nachricht: Sehr geehrter Dr. Thomas Schimpf,
Danke für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen, für mich sind einige Sachen aber noch immer ein wenig unklar.

Bei der Frage 1 gibt es doch noch den §1924, wobei die Abkömmlinge anstelle der verstorbenen Mutter vom Großvater erben.

Aus Ihrer Antwort zur Frage 2 vermute ich, dass sie mich was meine Adoption angeht, vieleicht falsch verstanden haben .
Ich wurde 1971 geboren und meine Mutter starb 6 Wochen später. Dann wurde ich 2 Jahre später nicht von meinem Großvater adoptiert, sondern von einer ganz anderen Familie.
Mein Großvater starb als ich 33 Jahre alt war, ohne uns wie im Testament angekündigt, abzufinden. Deshalb die Frage, ob ich bei meinen Tanten aus der ürsprünglichen Familie, die ja alles geerbt haben, meine entgangene Abfindung einfordern kann oder bin ich durch die Adoption völlig aus der Erbfolge raus, auch wenn mein Großvater im Testament stehen hat, das er die Kinder seiner verstorbenen Tochter abfinden wollte?
Wie kann ich in der Sache weiterverfahren?

Danke für Ihre Antworten.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.09.2005 | 16:34

Sehr geehrter Herr H.,

Wenn Sie, was ich so nicht verstanden hatte, von einer dritten Person adoptiert wurden, gilt § 1755 BGB: Das bisherige Verwandtschaftsverhältnis ist erloschen. Dies führt natürlich in Ihrem Fall zu einem erbrechtlichen ungünstigem Ergebnis, leuchtet aber von der Sache her ein: Sie können nicht gleichzeit „biologischer“ und „adoptierter“ Erbe sein.

§ 1924 BGB, der Ihnen offenbar bereits bekannt war, hilft hier übrigens nicht weiter: siehe Abs.2 a.a.O. – die erste Ordnung geht der zweiten vor, aber nach obigem ändert dies ohnehin nichts am Ergebnis.

Mit freundlichen Grüßen

RA Schimpf

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