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Pflichtteilsanspruch von Enkel


| 15.10.2017 10:15 |
Preis: 25,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zuerst einmal Danke für die ausführliche Antwort. Etwas ist mir aus der Antwort noch nicht ganz klar. DerDie Enkel verlangen vom gesamten Hausrat eine Aufstellung mit Angabe vom Wert, vom Schmuck meiner Ehefrau über jedes Teil ein Gutachten über die Legierung und den Wert, ebenso über die von mir persönlich gekauften elektr. Geräten die ich zum Teil nur für mich benutze. Dazu bitte ich um eine ergänzende Ant.wort. Danke.
15.10.2017 | 11:25

Antwort

von


76 Bewertungen
Gebrüder-Lang-Straße 24
61169 Friedberg
Tel: 06031 160 4848
Web: ra-krueckemeyer.com
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nachfrage. (Sie hätten auch die kostenlose Nachfrageoption nutzen können - dies nur für zukünftige Anfragen).

Tatsächlich haben die Pflichtteilsberechtigten einen Auskunftsanspruch über den Nachlass. Davon sind umfasst:

- alle Schenkungen der letzten 10 Jahre (keine Hand- oder Anstandsschenkungen für Geburtstage usw.)
- alle körperlichen Sachen
- alle Vermögensrechte (Aktien; offene Forderungen; Immobilienfonds; Bankkonten)

Das entscheidende sind hier die körperlichen Sachen. Sicher werden Sie die Ohrringe Ihrer Frau nicht selber tragen, daher müssen diese angegeben werden. Elektrische Geräte müssen angegeben werden soweit sie nicht Ihnen gehören (klassischer Weise die Bohrmaschine) und nicht für den Haushalt genutzt werden (den Handmixer den Sie vielleicht noch nie in der Hand hatten, müssen Sie nicht aufführen, den nutzen Sie nämlich weiterhin).

Bedenken Sie bei allem, dass Ihnen ohnehin auch ohne Erbe die Hälfte gehört. (Die Eichenrustikal Wohnzimmereinrichtung (Wert 15.000 €): Die Hälfte gehört Ihnen, die andere Hälfte 7.500 € fällt in den Nachlass. Davon gehört wiederum die Hälfte 3.750 € Ihnen kraft gesetzlicher Erbfolge. Die verbleibenden 3.750 € würden bei gesetzlicher Vererbung an die Enkel fall, da diese aber enterbt sind bekommen sie je nur die Hälfte (937,50 €). Das nur als Rechenbeispiel. Anzugeben wäre der Nachlasswert 7.500 €.
Der Schmuck hat im Zweifel alleine Ihrer Frau gehört, deswegen ist dieser natürlich voll anzugeben.

Zur Form: Die Auskunft ist "vorzulegen". Die Mehrheit geht daher von schriftlicher Form aus. Das ist ja auch das einzig sinnvolle und nachvollziehbare. Sie sehen aber wie niedrig hier die Anforderungen sind. Schätzen Sie den Zeitwert. Das heißt, nicht etwa den Neuanschaffungspreis, machen Sie einen Abschlag geltend. Recherchen über beispielsweise eBay ermöglichen bei den meisten Gegenständen einen realistischen Zeitwert. Schmuck und Edelmetalle sind natürlich zeitlos. Bei nur einigen wenigen Stücken genügt eine einfache Beschreibung. Bei einem größeren Bestand lohnt es sich möglicherweise Fotos anzufertigen. Sie sind nicht verpflichtet die Sachen gutachterlich prüfen zu lassen. Mein Tipp: Den gesamten Schmuck ausbreiten, fotografieren. Dann in eine Kiste packen, fotografieren. Zu einem Juwelier gehen und schätzen lassen. Der bietet dann einen Gesamtpreis. Diesen Gesamtpreis mit den Fotos der Aufstellung hinzufügen. Sollte dies der Gegenseite nicht reichen: siehe unten.

Die Aufforderung zur Nachlassauskunft sind Standardschreiben die sehr hart formuliert sein können. Dies ist eventuell gar nicht gewollt aber der Vollständigkeit halber manchmal erforderlich (möglicherweise wurden Sie auch aufgefordert alle Anteile als Schiffsanteileigner offenzulegen obwohl weder Sie noch Ihre Frau so etwas jemals besessen haben). Vergisst der Anwalt aber zur Auskunft hierüber aufzufordern kann sich hier schnell ein Haftungsfall ergeben. Aus diesem Grunde: Überbewerten Sie dieses Schreiben nicht. Wie sonst sollen die Pflichtteilsberechtigten erfahren woraus der Nachlass besteht?
Machen Sie die Aufstellung nach bestem Wissen und Gewissen. Egal wie viele Gutachten Sie einholen, wenn die Gegenseite will, werden entsprechende Gegengutachten eingeholt. Im gerichtlichen Verfahren würde ohnehin alles neu aufgerollt. Geben Sie Ihre Aufstellung zum Anwalt und betonen Sie, dass Sie an einer möglichst schnellen und einfachen Lösung interessiert sind. Dann wird sich zeigen ob die Pflichtteilsberechtigten nur "Ihren Teil" haben wollen oder ob sie einfach nur Streit suchen. In diesem Falle rate ich dringend dazu einen Anwalt aufzusuchen.

Sollten weitere Nachfragen bestehen können Sie die kostenlose Nachfrageoption nutzen. Sollten Sie weitere Unterstützung benötigen können Sie mich gerne via Email kontaktieren.
Über eine positive Bewertung (gerne auch bei beiden Fragen) würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 15.10.2017 | 23:37

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, es war etwas schwierig mich hier zurecht zu finden mit 78 Jahren. Ich habe noch eine Frage, Ich habe ungefähr das gleiche Vermögen wie meine Ehefrau und möchte den Enkeln eine Zahlung anbieten bei Pflichtteilsverzicht. Ich bin soweit gesund und gut beweglich, betreibe Sport und hoffe noch viele Jahre zu leben, dann dürfte das Vermögen ev. gegen Null gehen. Sollte ich krank und ein Pflegefall werden ist das Erbe wahrscheinlich verbraucht. Wenn ich den Enkeln den Vorschlag mache dass ich bei einer schnellen Einigung jetzt das Angebot mache, dürfte denen auch klar sein dass sie mal wenig oder nichts mehr erben werden. Ich habe keine Ahnung welche Summe ich denen anbieten soll, darum bitte ich sie nochmals um eine Auskunft und bedanke mich für die schnelle und sehr ausführliche Beratung bisher. Ich habe Sie auch schon weiter empfohlen.
MFG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.10.2017 | 06:11

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nachfrage.

Wie bereits erwähnt, ist der Pflichtteilsanspruch nur auf Geld gerichtet. Es ist daher völlig unproblematisch sich von diesem Anspruch "freizukaufen". Es muss allerdings vor dem Notar erfolgen.
Je nachdem wie Ihr Berliner Testament formuliert ist haben Sie ein Druckmittel in der Hand. Häufig enthalten diese Testament eine Klausel "...verlangt ein Pflichtteilsberechtigter nach dem Tode des Erstversterbenden seinen Pflichtteil, so gilt er für den Tod des Letztversterbenden als enterbt." Sich schreiben zwar, dass Sie nicht vorhaben etwas übrig zu lassen, dennoch kann dies für die Enkel ein zusätzlicher Grund sein auf die Geltendmachung der Pflichtteilsansprüche verzichten. Falls im Berliner Testament eine Öffnungsklausel enthalten ist, können Sie auch ein neues Testament errichten (und dort den/die Enkel enterben). Hierfür empfiehlt es sich Rücksprache mit dem damals beratenden Anwalt/Notar aufzunehmen oder, sollte es ein privatschriftliches Testament sein, das Testament auf diese Fragen hin prüfen zu lassen. (Vereinbaren Sie eine Honorarpauschale, sonst wird der Vermögenswert zugrunde gelegt.)

Es ist schwer hier einen Rat der Höhe nach zu geben ohne die Vermögensverhältnisse zu kennen. Der Anspruch liegt bei einem achtel der Erbmasse pro Enkel. Wenn Sie sich allen weiteren Ärger sparen wollen, sollten Sie also eine Summe anbieten die geringfügig höher liegt. Eine elegante Lösung kann auch sein, Ihr Interesse an einem solchen Vertrag zu bekunden und die Gegenseite aufzufordern einen Preis zu nennen. Wahrscheinlich wird der gegnerische Anwalt dann aber dennoch auf die Anfertigung des Verzeichnisses bestehen.
Je nach finanzieller Situation können die Enkel auch mit weniger zufrieden sein (wenn es nur schnell geht).
Auch möglich ist natürlich, dass es dem Gegner ums Prinzip geht und er auf jeden Fall streiten will. (Es ist schon dagewesen, dass Zahlungsangebote in Höhe von 200 % der zustehenden Summe abgelehnt wurden). Dann haben Sie keine Möglichkeit den Prozess zu vermeiden. Sie sollten die Sache dann einem Anwalt Ihres Vertrauens übergeben um sich selbst möglichst wenig aufzuregen (und der Gegenseite damit den Wind aus den Segeln zu nehmen). Für diesen Fall, den ich Ihnen nicht wünschen möchte, stehe ich gerne zur Verfügung.

Fazit: Der notariell beurkundete Abkauf der Pflichtteilsrechte ist möglich und sinnvoll.

Sollten weitere Nachfragen bestehen, können Sie mich gerne via Email kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.10.2017 | 23:44


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15.10.2017
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