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Pflichtteilansprüche - Kann ich diese meine Leistungen geltend machen?

26.10.2010 16:01 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Schwester hat mit meiner kürzlich verstorbenen Mutter vor vielen Jahren jeglichen Kontakt unterbrochen. Alle Versuche meiner Mutter diesen wieder herzustellen oder die Beweggründe für das Verhalten meiner Schwester zu erfahren blieben erfolglos. Meine Mutter hat in der Folge ein eigenhändiges Testament verfasst, welches meine Schwester zur Pflichtteilempfängerin reduziert hat. Ich wurde zum Alleinerben erklärt. Dies wurde durch das Nachlassgericht bereits bestätigt.
Ich gehe nun davon aus, dass sich meine Schwester demnächst an mich wenden wird (per Anwalt, denn auch mir gegenüber hat sie jeden Kontakt gescheut), um ihre Ansprüche geltend zu machen.
Nun sind in den letzten Jahren durch die veränderte Lebenssituation meiner Mutter (Haushaltsauflösung, Umzug ins Altersheim) viele Aufgaben an mir hängen geblieben. Durch die räumliche Distanz zu meiner Mutter war dies teilweise mit erheblichem Aufwand meinerseits verbunden. Zudem habe ich die Verwaltung des Besitzes meiner Mutter übernommen. Kann ich diese meine Leistungen bei der Pflichtteilberechnung geltend machen. Gibt es dafür Richtlinien?

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich möchte Ihre Frage anhand des dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt im Rahmen einer ersten rechtlichen Beratung beantworten:


1. §2057a BGB gibt die Möglichkeit der Ausgleichungspflicht zwischen Abkömmlingen die als gesetzliche Erben berufen sind, für Leistungen die von einem Abkömmling an den Erblasser erfolgt sind, unter anderem länger anhaltende Pflege. Über § 2316 BGB gilt dies auch im Verhältnis zu nur Pflichtteilsberechtigten, da der Pflichtteilsberechtigte nicht mehr als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils erhalten soll.


2. Technisch würde bei einem angenommenen "Pflegewert" von 20.000,00 € und einer Erbmasse von 100.000,00 €, die 20.000 abgezogen werden. Von den verbleibenden 80.000,00 € hätte die Schwester als gesetzliche Erbin Anrecht auf 50%, als Pflichtteilsberechtigte auf 25%, somit 20.000,00, Sie als Erbin erhalten die übrigen 60.000,00 plus die 20.000 für die Pflege, im Gesamtverhältnis hätte die Pflichtteilsberechtigte daher nur 20% (20.000 von 100.000) erhalten.


3. Die Höhe des Betrages bestimmt sich nach Umfang und Dauer der Pflegeleistungen im Übrigen nach billigem Ermessen. Zudem wird er in Relation zum gesamten Nachlass gesehen, so dass dies stets eine Einzelfallentscheidung letztlich des Gerichts ist, falls man sich nicht zuvor einigt.


4. Sollte der Erbfall vor dem 01.01.2010 eingetreten sein, würde für die Ausgleichung als weitere Voraussetzung noch hinzukommen, dass die Pflege unter Verzicht auf eigenes berufliches Einkommen erfolgt ist.


Da dies lediglich eine Erstberatung darstellt, kann ich Ihnen nur raten, sobald die Schwester Ihre Pflichtteilsansprüche Ihnen gegenüber geltend macht sich anwaltlich vertreten zu lassen. Gerne stehe auch ich Ihnen hierfür zur Verfügung, sofern dies zu diesem Zeitpunkt gewünscht ist können Sie mich gerne kontaktieren.




Rückfrage vom Fragesteller 26.10.2010 | 17:12

Vielen Dank. Zur Klärung: Es handelt sich bei meinen "Leistungen" nicht um Pflege im klassischen Sinne. Ich habe aber in den letzten 2 Jahren in recht zeitaufwendigem Mass Arbeiten für meine Mutter übernommen, die sie selbst nicht mehr leisten konnte (Administration, Buchhaltung, Verwaltung, Räumung etc.). Fällt das im weitesten Sinne auch unter Pflege?

Leider befürchte ich, dass meine Schwester bald aktiv werden wird und zwar vermutlich auf sehr entschlossene Weise. Würde mich dann gerne an Sie wenden. Lebe selbst in der Schweiz. Der "Ort der Tat" ist allerdings in Ihrer Nähe.
Beste Grüsse

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.10.2010 | 17:20

Sehr geehrte Fragestellerin,

auch andere Leistungen sind von §2057a BGB umfasst, bspw. Arbeiten im Haushalt des Erblassers oder durch den Auffangtatbestand der "in sonstiger Weise" ausgeübten Tätigkeiten.

Wie bereits angemerkt können Sie sich gerne an mich wenden, wenn Sie wollen auch vorab per E-Mail unter Haberbosch@hs-rechtsanwaelte.de

Die Entfernung zu Ihrem Wohnort ist nicht schädlich, zumal ich bundesweit, aber auch für "schweizer" Mandanten tätig bin.

Ich wünsche noch einen schönen Abend und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Haberbosch

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