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Pflichtteilanspruch bei zweiter Ehe des Erblassers

| 09.02.2014 18:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Guten Abend!

Folgender Fall: Vater seit 2001 in zweiter Ehe verheiratet. Verstorben im Januar. Alleiniger Eigentümer laut Grundbuch. Testament auf Gegenseitigkeit. Stiefmutter ist Alleinerbin. Zählt das Guthaben vor der Heirat ( Zugewinn ) besonders für den Pflichtteil?

Wie wird die Immobilie angesetzt, die von Erblasser hauptsächlich bezahlt wurde und zum Teil von der Stiefmutter? Pflichteilergänzungsanspruch ?

Wortlaut Testament: "Wir setzen und gegenseitig als Alleinerben ein."

Vielen Dank für Ihre Antwort.



-- Einsatz geändert am 09.02.2014 18:52:42

09.02.2014 | 21:18

Antwort

von


(77)
Entenplan 6
06217 Merseburg
Tel: 03461201220
Web: http://www.ra-merseburg.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen und unter Berücksichtigung des Honorars wie folgt beantworten:

Nach Ihrer Schilderung wurde die Ehefrau des Verstorbenen als Vollerbin eingesetzt, was für Sie als Sohn eine Enterbung darstellt. Sie haben mithin als Abkömmling einen Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils (sind Sie das einzige Kind, dann haben Sie einen Anspruch in Höhe von 1/4, wenn die Eheleute im gesetzlichen Güterstand lebten). Nach Ihrer Schilderung sehe ich hier nur einen Pflichtteilsanspruch Ihrerseits, jedoch keinen Pflichtteilsergänzungsanspruch, da der Vater zu Lebzeiten offenbar nichts (nennenswertes) verschenkt hat oder dergleichen um das der Pflichtteil zu ergänzen wäre.

Die Immobilie wird mit dem Verkehrswert zum Zeitpunkt des Todes angesetzt. Etwaig eingebrachte Leistungen der Stiefmutter werden beim Pflichtteil im Rahmen der Berechnung des fiktiven Erbes berücksichtigt. Hat das Haus etwa einen Wert von 200.000,00 € und hat die Stiefmutter etwa zur Wertverbesserung 50.000,00 € eingebracht, wären diese theoretisch als Nachlassverbindlichkeit einzuordnen, wenn es sich um eine darlehnsweise Hingabe gehandelt hat. Hierzu wäre jedoch näher zu untersuchen, was die Stiefmutter zum Haus beigesteuert hat und welchen Rechtscharakter die Zuwendung hatte. Für den Pflichtteil würde dies im Beispiel noch einen bereinigten Wert des Nachlasses von 150.000,00 € bedeuten, wovon Sie nach Abzug aller weiterer Nachlassverbindlichkeiten noch 1/4 als Pflichtteil erhielten (wenn Sie das einzige Kind sind). Für eine nähere Betrachtung der rechtlichen Lage wäre jedoch eine umfassendere Schilderung nötig, die diese Plattform nicht bieten kann.

Wenn die Eheleute im Rahmen der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, wird der Zugewinn pauschaliert mit 1/4 dem Erbteil der Ehefrau berücksichtigt. Da Sie ohnehin Alleinerbin ist, spielt dies jedoch keine Rolle mehr. Auch auf den Pflichtteil wirkt sich dies hier nicht aus.

Ich empfehle hier dringend einen Kollegen in der Nähe aufzusuchen um Ihre Ansprüche in Bezug auf die Immobilie näher zu prüfen. Bitte beachten Sie, dass Ihre Ansprüche binnen 3 Jahren verjähren, beginnend mit dem Schluss des Jahres in dem der Pflichtteilsanspruch entstanden ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lorenz Weber

Rückfrage vom Fragesteller 09.02.2014 | 21:25

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Eine Nachfrage habe ich doch:

Wenn ein Depot zu einem Zeitpunkt auf den Namen des Erblassers lautend, gelöscht wurde und am darauffolgenden Tag ein Depot auf den Namen der Stiefmutter eröffnet wurde, handelt es sich für mein Dafürhalten um eine Schenkung. Beeinflusst dies die Höhe meines Pflichtteils oder spielt das keine Rolle, weil es im Zugewinn eingerechnet wird?

Gruß

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.02.2014 | 21:42

Das kommt darauf an. Es spricht hier einiges für eine Schenkung, wenn das Depot ohne ersichtlichen Grund übertragen worden ist. Dies wäre damit dem fiktiven Erbteil hinzuzurechnen, wobei es auf den Zeitpunkt der Schenkung ankäme, da diese mit jedem vollendeten Jahr seit der Schenkung mit 10% weniger anzurechnen wäre. Sind seit der Übertragung also 3 Jahre vergangen, wäre bei einem 10.000,00 € Depot noch 7.000,00 € bei der Berechnung des fiktiven Erbteils zu berücksichtigen.

Als Pflichtteilsberechtigter haben Sie einen umfassenden Auskunftsanspruch gegen die Erbin. Bei Bedarf können wir die Angelegenheit auch weiterhin übernehmen. Sollten Sie Interesse haben, sprechen Sie uns einfach kurz per eMail (lorenz.weber@ra-merseburg.de) an. Wir können ein Mandat auch online über eine virtuelle Mandantenakte und via Videokonferenz abwickeln. Dann kann man sich den Weg zum Anwalt sparen und Sie können alles bequem von zu Hause aus erledigen.

Bewertung des Fragestellers 09.02.2014 | 21:25

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