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Pflichtteil vom Nachlass abziehen

17.05.2013 20:17 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Herr Z. ist gestorben. Am Tag des Todes war Z. mit Frau X. verheiratet. Aus dieser Ehe ist das Kind C. hervor gegangen. Frau X ist Alleinerbin.

Herr Z. hat aus seiner ersten, geschiedenen Ehe noch die Kinder A. und B., die jetzt ihren Pflichtteil einfordern.
Meine Frage zur Berechnung des Nachlasses: kann C's Pflichtteilsanspruch bei der Berechnung des Nachlasses abgezogen werden? Von einem Bekannten wurde mir gesagt dazu gäbe es einen Gerichtsbeschluss, leider wusste er aber nichts näheres... Können Sie mir weiter helfen?

Zur Veranschaulichung ein fiktives Beispiel:
Summe aller Aktiva und Passiva ergibt 100.000 €
Demnach ist C's Pflichtteil: 1/12tel von 100.000 € = 8333,33 €

Ist dann die Nachlasssumme für die Berechnung des Pflichtteils von A und B 91.666,66 €?

Und demnach
A's und B's Pflichtteil jeweils: 1/12tel von 91.666,66 € = 7638,88 €?

Mich würde interessieren ob diese Rechnung legitim ist und wenn möglich ob es dazu einen Gerichtsbeschluss gab und wenn ja welchen.
Danke!

Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage möchte ich unter Berücksichtigung der Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt beantworten:

Bei der Berechnung des Pflichtteilsanspruchs ergibt sich die Höhe des Anspruchs in Form eines Geldanspruchs aus der Pflichtteilsquote und dem Nachlasswert.
Die Pflichtteilsquote ist grds. die Hälfte des gesetzlichen Erbteils gem. § 2303 BGB , wobei § 2310 BGB bestimmt, wer von den gesetzlichen Erben unabhängig eines Ausschlusses von der Erbfolge durch testamentarische Verfügung oder Erbunwürdigkeit oder Erbausschlagung trotzdem bei der Berechnung zu berücksichtigen ist. Die Pflichtteilsquote ist dabei die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs.
Der Nachlasswert ist dabei grds. der Verkehrswert des Nachlasses im Zeitpunkt des Erbfalls (§ 2311 BGB ).
Sind mehrer gesetzliche Erben durch Verfügung von Todes wegen von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, so werden Personen gem. § 2310 BGB bei der Ermittlung des Pflichtteils mitgerechnet.

Maßgebend für die Bestimmung der Höhe des jeweiligen Pflichtteilsanspruchs ist der Nachlasswert gem. § 2311 BGB , d.h. der Verkehrswert im Zeitpunkt des Todes. Von dem Aktivvermögen können demnach grds. nur die Nachlassschulden abgezogen werden. Nicht zu den Aktiva zählen hierbei u.a. laufende, aber nicht rückständige Forderungen auf Gehalt, Rente, Miete, Pacht, geleaste Gegenstände, Vermögenspositionen, die mit dem Tode des Erblassers erlöschen (z.B. Wohnrechte, Nießbrauch u.ä.), u.a. Zu den Nachlassschulden gehören grundsätzlich u.a. Beerdigungs-, Nachlasssicherungs- und Nachlassverwaltungskosten, Auskunfts- und Wertermittlungskosten für Nachlaßgegenstände, Grundschulden und Hypotheken nur, soweit die gesicherte Forderung noch offen ist und der Gläubiger die Sicherheiten in Anspruch nehmen will, Rückständige oder noch nicht fällige Steuerschulden, u.ä.
Abzusetzen ist auch die Zugewinnausgleichsforderung des überlebenden Ehegatten in den Fällen des § 1371 Abs. 2, 3 BGB .
Aus diesen Positionen bzw. der konkreten Nachlasswertberechnung, die mitunter schwierig durchzuführen ist und nicht selten mit Streitigkeiten über den Wert einzelnen Gegenstände einhergehen, bildet sich die Grundlage für die Berechnung des geldlichen Pflichtteilsanspruchs der (aller) Pflichtteilsberechtigten. Die Berechnung berücksichtigt dabei die Pflichtteilsansprüche aller Pflichtteilsberechtigten gleichermaßen. Pflichtteilsansprüche einzelner sind dabei grds. nicht vom Nachlasswert abzuziehen.


Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung verschafft zu haben. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass diese Plattform nur eine erste Einschätzung des geschilderten Sachverhalts leisten kann. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

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