Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Pflichtteil und Pflichteilergänzungsabspruch

29.05.2008 09:37 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske


Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Verstorbener hat seine Freundin per Testament zur Allenerbin erklärt.
Seine Ehefrau will sich zu ihrem Pflichtteil den Zugewinn pauschal anrechnen lassen dies sind nach verschiedenen Auskünften insgesamt 37,5%. Jetzt gibt es ja noch Geschenke, für die ein Pflichtteilergänzungsanspruch besteht.
Wie wird dieser Pflichtteilergänzungsanspruch berechnet?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

zur Berechnung des Höhe des Pflichtteilsergänzungsanspruchs wird der Wert der zu berücksichtigenden Schenkungen fiktiv dem Nachlass hinzugerechnet. Der Berechtigte kann als Pflichtteilsergänzungsanspruch dann den Wert verlangen, um den sich das Pflichtteil durch die fiktive Zurechnung erhöhen würde.

Zu berücksichtigen sind alle Schenkungen, die der Erblasser in den letzten 10 Jahren vor seinem Tode gemacht hat. Auch die an den Pflichtteilsberechtigten selbst, sofern es sich nicht um Pflichtschenkungen gehandelt hat.
Für Schenkungen an den Ehegatten gilt diese 10-Jahres-Frist nach § 2325 Abs. 3 BGB aber nicht, hier sind alle während der Ehe gemachten Schenkungen mit zu berücksichtigen.
Der Beginn der Frist wird außerdem auch dann hinausgeschoben, wenn der Erblasser den verschenkten Gegenstand bis zu seinem Tode aufgrund eines vorbehaltenen dinglichen Rechts oder einer schuldrechtlichen Vereinbarung weiterhin selbst nutzte, z.B. Nießbrauch oder Wohnrecht. Das Gleiche gilt, wenn sich der Erblasser den freien Widerruf der Schenkung vorbehalten hat.

Schenkungen vor der Eheschließung lösen für die Ehefrau keine Pflichtteilsergänzungsansprüche aus, da nach der Rechtsprechung des BGH das Rechtsverhältnis, auf das sich die Pflichtteilsberechtigung gründet, bereits vor der Schenkung bestanden haben muss.

Der Wert des Geschenks ist grundsätzlich mit dem Verkehrswert anzusetzen. Der jeweilige Bewertungsstichtag richtet sich nach der Art des Geschenks. Alle verbrauchbaren Sachen werden mit dem Wert zum Zeitpunkt der Schenkung angesetzt. Bei nicht verbrauchbaren Gegenständen wie z.B. Grundstücken gilt das Niederstwertprinzip: Je nachdem, zu welchem Stichtag das Geschenk weniger wert war, wird entweder der Wert am Tag des Schenkungsvollzugs oder der Wert am Tag des Erbfalls angesetzt.

Gemischte Schenkungen, bei denen der Wert der Leistung nur zum Teil dem der Gegenleistung entspricht, sind nur mit dem überschießenden unentgeltlichen Teil anzusetzen.

Verblieb dem Erblasser weiterhin die Nutzung des Geschenks, indem er sich z.B. am verschenkten Grundstück ein lebenslänglichen Nießbrauch oder ein Wohnrecht vorbehalten hat, so ist die Schenkung lediglich in dem Umfang ergänzungspflichtig, in dem der Grundstückswert den Wert des dem Erblasser verbliebenen Nutzungsrechts übersteigt. Auch hier gilt das Niederstwertprinzip. Ist danach der Wert am Tag des Erbfalls maßgebend, wird der kapitalisierte Wert des Nutzungsrechts nicht abgezogen, da das Nutzungsrecht zu diesem Zeitpunkt erloschen ist und nicht mehr werthaltig ist.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion. Für eine konkrete Berechnung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs sollten Sie einen Anwalt vor Ort aufsuchen.
Soweit ansonsten aus dem Bereich frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68367 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetente und schnelle Antwort, klar verständlich. Hat mir weitergeholfen für meinen weiteren Entscheidungsprozess. Vielen Dank an den Experten. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Zu 100 % ausführliche und verständliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Die Antwort war sehr hilfreich und verständlich. ...
FRAGESTELLER