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Pflichtteil an einer Immobilie

08.09.2009 18:01 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


18:53
Guten Tag, wir sind 2 Geschwister, in einem Einfamilien-Haus geboren, Grundstück ca. 1200 qm, Verkehrswert zum Zeitpunkt der letzten Schätzung im Jahr 2000 war ca. 175.000€.
Nun hat mein Vater vor 15 Jahren das 2.Mal geheiratet, die Frau brachte aus erster Ehe einen Sohn mit ein, der sich - da er in direkter Nähe wohnte (und wir Töchter weiter weggezogen sind) meinem Vater durch Hilfe etc.beliebt gemacht hat.
Als Haupterbin von Haus+Grundstück war bis zur Trennung meiner Eltern ich als älteste Tochter testamentarisch festgehalten, sollte mich dann mit meiner jüngeren Schwester einigen. Dieses Testament ist dann vor ein paar Jahren ohne unser Wissen geändert worden, den genauen Wortlaut kennen wir nicht. Nun hat mein Vater uns aber kürzlich angeboten, uns Töchter jetzt schon mit je 35.000€ auszuzahlen und der angeheiratete Sohn (der nicht adoptiert wurde) würde die Immobilie zum alten Verkehrswert von 175.000 für sich kaufen und uns sozusagen auszahlen. Das heißt, unser Anteil als leibliche Kinder wäre dann nur 1/5 . Wir sind auch der Meinung, das der heutige Verkehrswert weit höher liegt. Wir sehen schon, dass wir uns wohl so nicht einigen können. Bevor wir aber weitere Wege gehen, wollten wir gern wissen, wäre diese Lösung rechtens und steht dem unehelichen Sohn der 2.Frau überhaupt ein Anteil zu ? Könnten wir als leibliche Kinder nicht zumindest einen Pflichtanteil einfordern ? Mein Vater möchte gern eine Regelung vor dem Erbfall finden, das begrüßen wir, allerdings finden wir dieses Angebot nicht fair. Wir haben unserem Vater nichts getan, also liegt eigentlich kein Grund vor, das man uns übervorteilt, außer der Nutzen des Sohns. Vielen Dank im voraus, MFG
08.09.2009 | 18:25

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende!

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Informationen und unter Berücksichtigung des von Ihnen gewählten Einsatzes in der gebotenen Kürze wie folgt beantworten möchte.

Zunächst einmal stünde Ihnen und dem weiteren leiblichen Kind tatsächlich zumindest ein Pflichtteil zu, auch wenn Sie durch Ihren Vater im Testament oder Erbvertrag von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen würden.
Dies ergibt sich aus § 2303 I 1 BGB. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Sofern sie neben der 2. Ehefrau Ihres Vaters gesetzlich erben würden, stünden den leiblichen Kindern je 1/4 der Erbmasse zu, der Ehefrau 1/2.
Würden die leiblichen Kinder einen Pflichtteil verlangen, so stünde Ihnen also je 1/8 der Erbmasse zu.

Dem nicht leiblichen Sohn steht nach der gesetzlichen Erbfolge kein Anteil am Erbe zu. Es steht Ihrem Vater jedoch frei, diesen nicht leiblichen Sohn im Rahmen eines Testamentes o. ä. zu bedenken.

Zunächst sollte hier der aktuelle Verkehrswert der Immobilie ermittelt werden. Ausgehend von dem dann sich ergebenden Wert sollte hier dann eventuell nochmals mit dem Vater verhandelt werden.


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2009 | 18:43

Sehr geehrte Frau Anwältin,

vielen Dank für Ihre zeitnahe Antwort.
Nur nochmals zum genauen Verständnis: es wäre also nicht rechtlich von meinem Vater +Frau durchsetzbar, das er den alten Grudnstückswert einfach fünftelt und uns mit "peanuts" auszahlt, während der nicht eheliche Sohn diese gewinnträchtige Immobilie zum Schäppchenpreis bekommt ? Meine Schwester befürchtet nämlich, das wir gar nichts bekommen, wenn wir uns nicht mit der angebotenen Summe einverstanden erklären. Uns liegt es fern zu klagen, da wir unseren Vater nicht verlieren möchten. Ich habe jetzt vorgeschlagen, das ich als Tochter das Haus kaufe und die anderen auszahle, dann müßte er mir ja geiche Konditionen zugestehen, oder wie sehen Sie das ? Vielen Dank nochmals, Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.09.2009 | 18:53

Sehr geehrte Ratsuchende!

Grundsätzlich kann Ihr Vater das Haus natürlich zu jedwedem von ihm akzeptierten Preis verkaufen, auch an den Sohn seiner 2. Ehefrau.

Jedoch fließt diese Kaufsumme natürlich in das Vermögen des Vaters und somit, sofern die Summe beim Ableben des Vaters noch in seinem Vermögen ist, auch in die Erbmasse, an der ihnen ja zumindest ein Pflichtteil zustünde.

Sofern Ihr Vater Sie jedoch vorab ordnungsgemäß auszuzahlen wünscht, sollte hier der aktuelle Verkehrswert ermittelt werden und Ihnen ein Anteil zumindest in höhe des Pflichtteils ausgezahlt werden.

Ich empfehle Ihnen, aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Sache, hier nochmals einen Rechtsanwalt mit der ausführlichen Begutachtung und Beratung zu betrauen.

Sie sollten jedoch bedenken, dass der Pflichtteil von 1/8 am alten Verkehrswert hier weit unter 35.000 € liegen würde.

ANTWORT VON

(416)

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