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Pflichtteil / Erbe / Schenkung


| 07.03.2007 19:14 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Meine Elternteile leben beide noch. Sie haben vor Jahren ein Berliner Testament gemacht und nach ihrem Tod meinen einzigen Bruder als Alleinerben eingesetzt. Diese Tatsache habe ich erst jetzt erfahren, wo mein Vater an einem bösen Tumor erkrankt ist und bald sterben muss. Meine Eltern haben ein schuldenfreies Grundstück mit Haus im Wert von ca. 300.000€ in dem sie wohnen. Gleich nebenan ein Grundstück mit einer Gaststätte (800.000€). Hierauf befinden sich jedoch noch Bankschulden i.H.v. 250.000€. Meine Eltern beabsichtigen nun noch schnell meinem Bruder die Gaststätte (mit Schulden)vorzeitig zu überschreiben (Notar). Das Haus soll meine Mutter behalten. Auf Nachfrage erklärten mir meine Eltern, dass ich nichts zu erben brauche, da ich gut verheiratet bin und mein Bruder in der Gaststätte arbeitet.
1. Wie hoch wäre mein Pflichteilsanspruch nach dem Tod meines Vaters und wie und gegen wen kann ich ihn geltend machen?
2. Welche Ansprüche hätte ich dann noch nach dem Tod meiner Mutter? a) Tod innerh. 10J. b) Tod nach mehr als 10J.
3. Eventuell soll mein Bruder auch gleich komplett alles überschrieben bekommen, wie sieht es dann mit meinen Ansprüchen aus?

Für eine etwas umfangreichere Beantwortung, wäre ich dankbar.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Zuerst einmal möchte ich mein Bedauern aussprechen, dass es Ihrem Vater so schlecht geht, und er Ihrer Aussage nach seine Lebenserwartung durchaus zeitlich begrenzt ist.

Zu Ihrer Frage Ziffer 1 ist erst einmal zu sagen, dass wir uns diesbezüglich erst Gedanken machen müssen, wenn der Erbfall nach Ihrem Vater eingetreten ist.
Nach dem Tode Ihrer Vater würden Sie durch das von Ihnen zitierte Testament wirksam von der Erbschaft ausgeschlossen sein, somit also nach dem Erbfall Ihres Vaters pflichtteilsberechtigt sein.
Sollten Sie nach Eintritt des bedauerlichen Erbfalles nach Ihrem Vater als Angehöriger wirksam von der Erbschaft ausgeschlossen sein, sind Sie dem Grunde nach erst einmal pflichtteilsberechtigt.
Dies ist schon deswegen eingetreten, dass sich die Eltern gegenseitig zu Erben eingesetzt haben und der Vater vorverstorben ggf. nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung sein wird.
Den dann gegebenen Pflichtteilsanspruch, der sich in Form der Hälfte des gesetzlichen Erbteiles in Geld abzeichnen würde, könnten Sie gegen die Erbin, die nach dem „Berliner Testament“ die Mutter sein würde, gelten machen, wofür Sie drei Jahre Zeit hätten, ehe die Verjährung eintreten würde.
Da dieses von Ihnen zitieren Testament Ihren Bruder als Nacherben ausweist wären Sie auch nach Ihrer Muter als Angehöriger wirksam von der Erbschaft ausgeschlossen.
Somit wären Sie auch diesbezüglich Ihres hälftigen Anteiles an der Erbengemeinschaft nach der gesetzliche Erbfolge zum Pflichtteil in Geld berufen.
Die gesetzliche Erbfolge nach Ihrer Mutter dürfte sich nach momentanem Kenntnisstand und impliziertert keinerlei Veränderungen dahingehend gestalten, dass Sie und Ihr Bruder zu je 50 % an einer etwaigen Erbengemeinschaft nach der Mutter, wenn der Vater vorverstorben sein sollte.
Dies würde bedeuten, dass Sie nach dem Erbfall durch die Mutter zu 25 % dieses Nachlasses zuzüglich etwaiger Schenkungen der letzten 10 Jahre einen Geldanspruch geltend machen könnten.
Wenn Ihr Bruder „alles überschrieben bekommt“ würde dies in die Schenkungen der letzten zehn Jahre nach dem Vater mit einzubeziehen sein, die dann ebenfalls die Bemessungsgrundlage des Pflichtteilsanspruches nach dem Vater beeinflussen würde.
Sollte im Übrigen die Erbschaft für den dann modifizierten Pflichtteilsanspruch nicht ausreichen, werden Sie sich auch an den Beschenkten, somit Ihren Bruder wenden können.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.03.2007 | 07:18

Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für die Antwort. Nur noch eine Frage:
"Welche Schritte muss ich bei welcher Stelle einleiten, um mein Pflichtteil nach dem Tod des Vaters durchzusetzen und welche Kosten kommen hierdurch auf mich zu?" - DANKE !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.03.2007 | 14:40

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie müssten, wenn Sie wirksam von der Erbschaft ausgeschlossen sind sowie von dieser Stellung Kenntnis erlangt haben, Ihrewn Pflichtteil gegen die oder den Erben geltend machen.
Sollte dies nicht einvernehmlich geschen, wäre eine Stufenklage vonnöten auf Auskunft, Eidesstatliche Versicherung über die Richtigkeit dieser Auskunft und auf Zahlung.
Über Kosten ist nach Ihrem bisherigen Sachvortrag noch nichts zu sagen.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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