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Pflichtteil Anspruch an Ehemann von verstorbener Oma 2017, von 2 Enkeln


| 15.10.2017 01:16 |
Preis: 48,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Meine Ehefrau ist in 2017 verstorben, wir hatten ein Berliner Testament, hatten uns genseitig zum Alleinerben eingesetzt. Unser einziger Sohn ist 2001 verstorben. Er hatte einen nichtehelichen Sohn (B) von einer anderen Frau den er nie sehen durfte nur zahlen, und einen ehelichen Sohn (A). Er hatte ein Testament von Notar erstellt hinterlassen mit dem Text: Seine Ehefrau und Sohn A erben je die Hälfte seines Vermögen. Seinem nichtehelichen Sohn B vermachte er ein Vermächtnis von 35000.- DM mit dem Zusatz, sollte dieser Sohn sein Erbe fordern so ist das Vermächtnis hinfällig. Der Sohn (B) hat das Vermächtnis angenommen und das Geld von der Erbin erhalten. Nachdem nun meine Ehefrau verstorben ist verlangt Enkel (A) 18 Jahre alt vom Erbe seiner Oma, den wir seit 10 Jahren nicht mehr sehen durften, über seinen Anwalt seinen Pflichtteil mit vielen Forderungen über Dinge die wir nie gehabt haben und frei erfunden sind. Nun bekomme ich von Enkel (B) der jetzt 30 Jahre ist und zu dem wir auch Kontaktverbot hatten das gleiche Schreiben wie von Enkel (A) gleichlautend, nur der Name ist geändert mit sehr internen Detailangaben der Wohnung und Einrichtung, mir ist als wäre ein Einbrecher in der Wohnung gewesen und in meine Privatsphäre eingedrungen, ich bin richtig geschockt von einer fremden Person so persönliche und falsche Forderungen zu erhalten. Nun meine Frage; ist es erlaubt dass ein Pflichtteilsberechtigter seine Forderungsaufstellung einfach vom anderen als Kopie verwendet um seinen Anspruch geltend zu machen? Beide Enkel haben den selben Anwalt, Text und Datum sind identisch nur der Name ist anders, darf der Anwalt dies? Enkel (B) hatte doch nicht die geringste Ahnung was an Erbmasse vorhanden ist. Und wir haben unserem Enkel (A) vor 11 Jahren viele tausend Euro für Möbelkauf geschenkt. MFG. J. Wolf
15.10.2017 | 08:06

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Zunächst möchte ich Ihnen mein Beileid für den erlittenen Verlust aussprechen.

Sodann muss gesagt werden, dass die Erbproblematik mit Ihrem vorverstorbenen Sohn (Vermächtnis, Pflichtteil etc.) für das Erbe Ihrer Frau keine Berücksichtigung findet.

Ebenso ist es für die rechtliche Bewertung nicht von Bedeutung ob die Kinder ehelich oder unehelich sind. Für das gesetzliche Erbrecht ist auch der lebzeitige Kontakt zu den Erben keine Voraussetzung.

Wenn Ihre Frau verstorben ist erhalten Sie in der gesetzlichen Erbfolge die Hälfte der Erbmasse. Die andere Hälfte fällt an Ihren Sohn, in diesem Fall an dessen Kinder. Das heißt, jeder Enkel ist zu einem Viertel erbberechtigt. Da Sie ein Testament errichtet haben in dem die Enkel enterbt sind (Umkehrschluss aus der Einsetzung als Alleinerbe) reduziert sich der gesetzliche Erbteil auf den Pflichtteil. Dieser beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, also je 1/8. Der Pflichtteil ist auf Geld gerichtet - ein Anspruch auf verschiedene Einrichtungsgegenstände kann nicht erhoben werden. Versucht der Pflichtteilsberechtigte nun die Einrichtung "zu Geld zu machen" indem er behauptet, diese sei Geldwert und Ihm stünde ein Anteil zu, so ist dies zunächst rechtens. Allerdings wäre die korrekte Vorgehensweise, zunächst einmal ein Verzeichnis einzufordern in dem alle Nachlassgegenstände aufgeführt werden.
Da Sie mit der Erblasserin verheiratet waren, können Gegenstände die für den Bestand der Ehe von Bedeutung waren aus der Erbmasse ausgenommen werden. Gedacht ist hier zunächst an die Wohnungseinrichtung. Dieser Anspruch knüpft aber nicht nur an die geringwertigen Gegenstände an. Der BGH hat auch schon sehr werthaltige Kunstwerke aus der Erbmasse abgezogen weil sie Teil der geführten Ehe waren. Bei der Anfertigung eines Verzeichnisses worauf die Enkel ein Recht haben sollten Sie sich also beraten lassen, falls Sie einzelne Gegenstände nicht aufführen wollen. An keinem Gegenstand hat der Pflichtteilsberechtigte Ansprüche. Der Pflichtteilsanspruch ist nur auf Geld gerichtet.

Wie die Enkel zu den Angaben gekommen sind, kann diesseits nicht festgestellt werden. Da viele Falschangaben dabei sind, handelt es sich möglicherweise einfach um gut geratene Angaben sowie alte Erinnerungen. Der Anwalt darf in einem solchen Falle mehrere Parteien vertreten soweit dadurch für Ihn kein Interessenkonflikt entsteht. Zwei separate Verfahren zu führen (wie hier anscheinend geschehen) dürfte unzulässig sein. Dadurch werden die Anwaltsgebühren künstlich erhöht. Der Anwalt darf die Unterlagen von Enkel A nur auf Weisung seines Mandanten weitergeben. Enkel A kann dies aber auch selbst vorgenommen haben.

Die Schenkungen an Enkel B können Berücksichtigung finden, wenn die Schenkungen weniger als 10 Jahre zurückliegen und mit einem Erbvorbehalt ausgesprochen wurden. Fehlt dieser Vorbehalt, so könnte die Schenkung wegen Undanks zurückgefordert werden. Alleine das Verlangen des Pflichtteils stellt hierfür allerdings keine ausreichende Grundlage dar.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfrageoption. Sollten Sie weitere Unterstützung in dieser Angelegenheit benötigen, stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 18.10.2017 | 12:25


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