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Pflichtteil, Schenkung

27. Juli 2022 15:35 |
Preis: 55,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Meine Schwester und ich beerben unsere Mutter, die vor einigen Monaten verstarb und ein handgeschriebenes, formal korrektes Testament hinterliess. (Unser Vater verstarb 2004.) Sie hinterlässt eine Immobilie im Wert von ca. 370 000:- Euro und ein Bankguthaben von ca. 120 000.- Euro.
Laut Testament soll meine Schwester die Immobilie erben, das Bankguthaben geht an beide zu gleichen Teilen.
Von 2011 bis 2017 überwies meine Mutter monatlich 500:- Euro an mich als "Schenkung mit späterer Verrechnung für das Erbteil" (Zitat Testament) - eine Gesamtsumme von 36 000:- Euro.

Frage: -Wie errechnet sich mein Erbteil/ Pflichtteil? Bin ich im Grunde enterbt worden?
- Wo wird der von mir schon erhaltene Betrag abgezogen?


27. Juli 2022 | 18:27

Antwort

von


(1260)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Da Ihre Schwester laut Testament der Mutter einen höheren Erbteil erhalten soll als Sie, sind Sie teilweise enterbt worden. Das bedeutet, dass Sie gegen Ihre Schwester Pflichtteilsansprüche haben.


2.

Das Bankguthaben soll hälftig geteilt werden. Da Sie aber bereits als Anrechnung auf das Erbe 36.000 € erhalten haben, wird der Betrag von 36.000 € vom hälftigen Bankguthaben abgezogen. Die Differenz erhalten Sie, der größte Teil des Bankguthabens entfällt auf Ihre Schwester.


3.

Da ich den Inhalt des Testaments nicht kenne, kann ich nicht vom gesamten Erbe ausgehen, sondern nur von der Immobilie und vom Bankguthaben.

Grundsätzlich haben Sie als Pflichtteilsberechtigte den Anspruch, von Ihrer Schwester ein Nachlassverzeichnis zum Stichtag des Todes Ihrer Mutter zu verlangen. In diesem Nachlassverzeichnis muss Ihre Schwester Auskunft über den Nachlass geben, soweit Sie vom Erbe ausgeschlossen sind.

Gehe ich nur von der Immobilie aus, können Sie verlangen, dass Ihre Schwester ein Wertgutachten durch einen Sachverständigen über den Wert der Immobilie zum Todeszeitpunkt erstellen lässt.

Beachten Sie bitte, dass sich diese Auskunft nur auf Ihre Angaben bezieht und ich daher die letztwillige Verfügung Ihrer Mutter nicht vollständig berücksichtigen kann. Ich gehe davon aus, dass im Testament mehr festgehalten ist als nur die Tatsache, dass Ihre Schwester Alleinerbin der Immobilie werden soll und dass das Bankguthaben zwischen Ihnen und Ihrer Schwester hälftig geteilt werden müsse.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 28. Juli 2022 | 20:33

Sehr geehrter Herr Raab,
Es liegt ein Wertgutachten über den Wert der Immobilie vor. Wenn ich sie recht verstanden habe steht mir der Pflichteil, d.h. ein Viertel des Betrags zu?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28. Juli 2022 | 20:48

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Gesetzliche Erbfolge unterstellt, würden Sie und Ihre Schwester je zu 1/2 Erben nach dem Tod der Mutter. Ihr Pflichtteil beläuft sich folglich auf die Hälfte des Erbes, mithin auf 1/4 des sog. Reinnachlasses.

D. h., Sie können nicht einfach sagen, Ihnen stünde 1/4 des Verkehrswerts der Immobilie zu. Vielmehr können, wenn der Nachlass festeht, noch Kosten wie z. B. Bestattungskosten, vom Nachlass abgezogen werden. Nach Abzug aller Kosten erhalten Sie den sog. Reinnachlass. Von diesem Reinnachlass stehen Ihnen dann 1/4 in Form eines Geldanspruchs gegen die Schwester zu.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(1260)

Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
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