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Pflichten eines Versicherers bei Storno einer fondsgebundenen Kapitallebensvers.


11.12.2007 00:44 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Ich würde erwarten, daß der Versicherer im Stornofall nicht einfach die Fonds ohne Rücksicht auf Börsenlage zum Stichtag verkaufen darf, sondern dem Kunden weitergehende Möglichkeiten bieten muß, wie z.B. ein Wahlrecht, ob man die Fonds übertragen haben möchte oder eine Barauszahlung, vielleicht Einfluß auf den Verkaufszeitpunkt oder ähnliches.

Weiterhin würde ich erwarten, daß der Versicherer offenlegen muß, zu welchen Zeitpunkten welche Fonds mit welchen Beträgen erworben, verkauft bzw. umgeschichtet wurden.

Gibt es solche Pflichten ?


Anmerkungen: ich bin sicher, anwaltliche Hilfe in diesem Umfeld zu benötigen. Daher benötige ich keine sehr ausführlichen Erläuterungen in diesem Forum und habe das Honorar entsprechend niedrig gewählt.
Vielmehr würde ich mich freuen, wenn die Antwort einer Anwältin oder einem Anwalt aus dem Rhein-Main-Gebiet südlich bis Mannheim überlassen würde (läßt sich leider nicht über die PLZ-Eingrenzung darstellen).

Eingrenzung vom Fragesteller
11.12.2007 | 07:19
Eingrenzung vom Fragesteller
14.12.2007 | 08:40

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Sehr geehrter Fragesteller,

auch wenn regional nicht passend, so beantworte ich Ihre Frage im Rahmen eines ersten Überblicks wie folgt:

Wie Sie ja sicher wissen, werden bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung keine Sparbeiträge in Form von Kapital, sondern Fondsanteile erworben und angespart. Dies führt bei günstigem Börsenverlauf zum Zeitpunkt der Fälligkeit (sei es der reguläre Auslauf der Versicherung oder sei es eine vorzeitige Kündigung) möglicherweise zu einer relativ guten Rendite. Allerdings kann dies bei ungünstigem Verlauf auch zu extremen Verlusten bis hin zu einem Wert von Null führen. Letztere Erfahrung mussten sehr viele Menschen machen, die Mitte der 1990er eine fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen haben, die im Jahr 2002 nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes fällig wurden.

In welchen Fonds Ihre Versicherung investiert wird, ergibt sich meist aus einer speziellen Anlage, die bei Vertragsabschluss dem Versicherungsvertrag beigefügt wird und die auch Bestandteil des Vertrages ist. Darüber hinaus haben Sie regelmäßig keinen Anspruch, dass etwa Ihre Versicherung in anderen Fonds angelegt wird, wenn diese Möglichkeit nicht bereits bei Vertragsabschluss vereinbart wurde. Meistens ist dies aber nicht der Fall.

Inwieweit der Versicherer Rechnung über die verschiedenen Umschichtungen oder die konkreten Anlageanteile legen muss, ist sehr umstritten. Es ist sogar umstritten, ob der Versicherer bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung während der Laufzeit regelmäßig Auskunft über den Verlauf der Versicherung geben muss, wie dies für eine Kapitallebensversicherung in § 10a Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) gesetzlich festgelegt ist. Meine Ansicht nach fallen auch die fondsgebundenen Versicherungen unter § 10a VAG – aber ich vertrete da eben auch nur eine von vielen Meinungen. Naturgemäß sträuben sich die Versicherer ein Wenig dagegen, weil sie dann auch die jeweiligen Kostenanteile und Provisionsanteile bei den Beiträgen offen legen müssten. Derzeit müssen sie dies noch nicht – das wird sich aber (auch wenn Sie selber jetzt wegen der Kündigung nichts mehr davon haben) nach Inkrafttreten des reformierten Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) zum 01.01.2008 aus Sicht des Verbrauchers ein bisschen verbessern.

In den allermeisten Fällen besteht bei Ablauf oder Kündigung einer fondsgebundenen Lebensversicherung für den Kunden die Wahlmöglichkeit, ob er sich die Summe in Geld auszahlen lassen will oder ob er sich die Fondsanteile übertragen lassen will, um diese dann in Eigenregie weiter anzulegen oder einfach bloß liegen zu lassen, um zu einem späteren Zeitpunkt bei günstigerem Börsenverlauf eine Kapitalisierung vorzunehmen. Ob diese Möglichkeit bei Ihnen auch besteht, kommt ganz auf Ihren Vertrag und die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) an. Das kann ich natürlich von hier aus nicht beurteilen – allerdings würde es mich schon wundern, wenn diese Möglichkeit nicht bestünde.

Der Auszahlungszeitpunkt bzw. der Zeitpunkt, zu dem die Verwertung erfolgt, bestimmt sich durch den regulären Ablauf der Versicherung bzw. durch den Stichtag, zu dem eine Kündigung wirksam wird. Weiteren Einfluss hierauf haben Sie regelmäßig nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem ersten Überblick weiterhelfen. Sie sollten gegebenenfalls Ihren Vertrag durch einen Anwalt vor Ort, den Sie durchaus über die einschlägigen Anwaltssuchmaschinen (z.B. 123recht.net) finden können, überprüfen lassen und mit diesem sodann das weitere Vorgehen abstimmen. Ich würde Ihnen da gerne helfen, aber da ist ja leider die Sache mit der räumlichen Trennung.

Ich wünsche im Weiteren noch viel erfolg und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


P. Stühler-Walter
Rechtsanwalt, Bonn
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