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Pflichteil wie groß noch mit DDR Recht? Zusätzliche Kosten vom Erbe abziehen?

| 21.08.2017 11:07 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Dieser Fall ist etwas schwierig aber ich hoffe, dass ich den Weg dorthin gut erklären kann.
Leider bekomme ich unterschiedliche Aussagen wie groß mein Erbanteil ist, da auch noch während
DDR vererbt wurde.
Hier gab es ja keine Zugewinngemeinschaft sondern nur eine Errungenschaftsgemeinschaft.
Bei dem Erbe geht es um ein Grundstück, da weiteres Vermögen nicht vorhanden ist.
Ich bin der Enkel.

Meine Großeltern haben 1950 geheiratet, ohne Ehevertrag oder sonstigen Vereinbarungen
in der ehemaligen DDR.
Sie lebten auf dem Grundstück der Mutter meines Großvaters und haben zwei Töchter. Die Mutter meines
Großvaters verstarb 1970.
Mein Großvater war der einzige Erbe. Leider wurde nie etwas geändert oder eingetragen und das Grundstück
läuft zur Zeit immer noch auf den Namen der Mutter meines Großvaters.

2011 verstarb mein Großvater ohne Testament.
Hier die erste Frage: Wie verteilt sich das Erbe zwischen den Töchtern und der Mutter?
Gehört der Mutter schon 50% des Grundstück wegen des Zugewinns während der Ehe?
Von den Töchtern wurden erst einmal keine Ansprüche gestellt, damit die Mutter weiter
auf dem Grundstück leben konnte.

2017 Verstarb die Großmutter und hat mich zum Alleinerben (Enkel) eingesetzt, wie groß ist mein
Anspruch abzüglich der Pflichtteile der beiden Töchter?

Ich habe die Kosten der Beerdigung meines Großvaters bezahlt, da meine Großmutter und Mutter
finanziell nicht in der Lage waren und die andere Partei nicht zahlen wollte.
Kann ich diese Kosten (ca. 6000€) zurückverlangen oder ist das mit meinem jetzigen Erbanspruch
erledigt?

Meine Mutter hat meine Großmutter das letzte Jahr gepflegt, kann sie dafür eine Entschädigung
verlangen?

Vielen Dank für die Hilfe!

21.08.2017 | 12:40

Antwort

von


(562)
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12621 Berlin
Tel: 030.56702204
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Sehr geehrter Fragesteller,

da Ihr Großvater 1970 einziger Erbe geworden ist, schadet die nicht erfolgte Änderung im Grundbuch nicht.

Als Ihr Großvater 2011 ohne Testament verstarb, trat die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Danach erben die Ehefrau und die Kinder des Erblassers zu je 50%.
D.h. Erben sind die Ehefrau zu 50% und die Töchter zu je 25%.

Als Alleinerbe Ihrer Großmutter erben Sie den Anteil Ihrer Großmutter am Grundstück, demnach 50% des Gesamtgrundstücks.

Die Töchter haben Anspruch auf den Pflichtteil. Dieser beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Der gesetzliche Erbteil jeder Tochter beträgt jeweils 50%. Der Pflichtteil daher jeweils 25% des Nachlasswertes.

Der Wert des Nachlass berechnet sich nach den Aktiva (nach Ihren Angaben wohl nur der Wert von 50% des Gesamtgrundstücks) abzüglich der Passiva, also Ansprüche gegen Ihre Großmutter die bereits vor dem Tod entstanden sind und nun auf Sie als Erbe übergehen; bspw. Darlehen o.ä.. Des Weiteren mindern die Kosten der Bestattung den Wert des Nachlasses, da Sie als Erbe die Kosten der Bestattung zu tragen haben. Letztlich verbleiben Ihnen 50% des Wertes des Nachlasses als Erbe, wenn beide Töchter ihren Pflichtteil einfordern.

Der Pflichtteilsanspruch ist ein Anspruch in Geld. D.h. die Töchter werden nicht Eigentümer des ererbten Grundstückanteils. Sie müssen die Töchter auszahlen, wenn diese es verlangen.

Ihre Mutter hat keinen Anspruch auf Ausgleich ihrer Pflegeleistungen, da es dazu notwendig wäre, dass Ihre Mutter Erbin geworden ist. Da dies nicht der Fall ist, besteht kein Anspruch Ihrer Mutter gegen Sie.

Die Kosten der Bestattung Ihres Großvaters sind nach Ihrer Darstellung bereits verjährt und können daher mit Ansprüchen der Töchter nicht aufgerechnet werden. Die Kosten der Bestattung Ihres Großvaters können jedoch den Wert des Nachlasses Ihrer Großmutter mindern, da Sie formal einen Anspruch gegen Ihre Großmutter als Miterbin auf Erstattung hatten. Dies bedarf jedoch einer ausführlichen Prüfung, die im Rahmen dieses Portals nicht geleistet werden kann.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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Rückfrage vom Fragesteller 21.08.2017 | 13:11

Vielen Dank für die Antwort.
Ich habe an einer Stelle eine Unklarheit.

Da es zu DDR Zeiten bei der Ehe meiner Großeltern eine Errungenschaftsgemeinschaft war.
Hat meine Großmutter nicht 50% vom Grundstück bekommen als die Mutter meines Großvaters 1970 starb,
da die beiden ja verheiratet waren (wird Vermögen während der Ehe nicht geteilt?) oder spielt das keine Rolle?

Daraus wäre dann die Schlussfolgerung beim Tod meines Großvaters 2011.

Grundstück Großvater Großmutter Kinder
1970 (Tod der Mutter) 50% 50%
2011 (Tod des Großvaters) wird aufteilt +25% 25%
...
Bei Ihrer Ausführung spielt der Zugewinn in der Ehe keine Rolle dann wäre dieser Verlauf richtig

Grundstück Großvater Großmutter Kinder
1970 (Tod der Mutter) 100%
2011 (Tod des Großvaters) wird aufgeteilt 50% 50%
...

Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.08.2017 | 13:44

Sehr geehrter Fragesteller,

bei der Errungenschaftsgemeinschaft gehen nur die "während der Ehe durch Arbeit oder aus Arbeitseinkünften erworbenen Sachen, Vermögensrechte und Ersparnisse" in das gemeinschaftliche Eigentum über; §13 Familiengesetzbuch der DDR (FGB / DDR).

Erbschaften sind davon gem. §13 Absatz 2 FGB / DDR ausdrücklich ausgenommen:

"Jedem Ehegatten allein gehören die vor der Eheschließung erworbenen, die ihm während der Ehe als Geschenk oder als Auszeichnung zugewendeten und die durch Erbschaft zugefallenen Sachen und Vermögensrechte."

D.h. Ihr Großvater wurde durch die Erbschaft Alleineigentümer des Grundstücks.

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 21.08.2017 | 13:48

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