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Pflichteil für hinterbliebene Kinder

08.03.2006 21:42 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte entschuldigen Sie, dass ich nicht so viel Geld einsetzen kann, ich bin derzeit arbeitslos.

Sachlage: Mein Vater ist Ende 2005 verstorben. Er war in zweiter Ehe verheiratet ohne Kinder aus dieser Ehe. Meine Schwester und ich sind aus 1. Ehe. Mein Vater und seine 2. Frau (meine Stiefmutter) haben ein gemeinschaftliches Testament 1968 gemacht, dass mir nun vom Amtsgericht zugesandt wurde.

In diesem Testament steht wie folgend:

1.) Wir setzen uns hiermit gegenseitig zum jeweiligen Alleinerben des anderen ein.

2.) Nach dem Tode des überlebenden Ehegatten von uns sollen unsere Erben sein:

a) die beiden ehelichen Kinder des Erschienenen zu 1 (mein Vater) aus erster Ehe, Name und Adr. usw.
b)die Mutter der Erschienenen zu 2 (zweite Frau), Name und Adr. usw.

(Zur Information: Die Mutter von meiner Stiefmutter ist bereits vor 29 Jahren verstorben, Vater ist auch schon davor verstorben und Geschwister gibt es keine.)


Meine Stiefmutter hat nun über einen Anwalt/Notar angekündigt, meiner Schwester und mir den Pflichtteil von meinem Vater auszahlen zu wollen.

1. Frage:
Wie errechnet sich der Pflichtteil? Es gibt ein kl. Haus und zwei 1-Zimmerwohnungen, die gemeinsam in der Ehezeit erworben wurden. Mein verstorbener Vater und seine 2. Frau stehen beide als Eigentümer im Grundbuch. Mein Vater hat zudem vor ca. 15 Jahren ein Haus von meinem Opa geerbt und hier steht nur er als Eigentümer im Grundbuch.

2. Frage:
Welche Kosten muss ich mir anrechnen lassen? Meine Stiefmutter hat sich einen Anwalt/Notar genommen, einen Gutachter eingeschaltet zur Wertermittlung aller Objekte, einen Makler, da sie alle Objekte verkaufen will und vor dem Verkauf der Wohnungen hat sie diese säubern und neu renovieren lassen.

3. Frage:
Habe ich nach Auszahlung des Pflichtteils überhaupt noch Erbansprüche, jetzt oder später?


Vielen Dank für Ihre Mühe

Guten Morgen,

der Pflichtteilsanspruch errechnet sich aus der Hälfte Ihres gesetzlichen Erbteiles. Unterstellt, Ihr Vater und Ihre Stiefmutter hatten keinen besonderen Güterstand vereinbart, beläuft sich Ihr gesetzlicher Erbteil auf 1/4, der Pflichtteil damit auf 1/8 des gesamten Nachlaßwertes.

Zur Ermittlung der Höhe muß zum einen der Wert des gesamten Nachlasses ermittelt werden. Dies betrifft die Immobilien, die geschätzt werden müßten etc. Zu der Wertermittlung ist grundsätzlich der Erbe, also Ihre Stiefmutter verpflichtet. Diese ist zur kompletten Auskunft und Beleg über den Wert des Nachlasses verpflichtet. Sie sollten zunächst diesen Auskunftsanspruch geltend machen.
Zum anderen sind die Verbindlichkeiten des Nachlasses in Abzug zu bringen. Dies betrifft auch die Kosten, die durch die Wertermittlung entstehen, konkret also die Gutachterkosten. Mit den Kosten Ihrer Stiefmutter für die Einschaltung eines Anwaltes oder eines Notars haben Sie allerdings nichts zu tun; dies ist allein Sache Ihrer Stiefmutter. Auch die Reinigung der Objekte ist Sache Ihrer Stiefmutter.

Von dem dann festgestellten Wert können Sie 1/8 verlangen. Mit Auszahlung des Pflichtteils sind Ihre Erbansprüche nach Ihrem Vater abgegolten. Nach dem von Ihnen zitierten Wortlaut des Testaments haben Sie allerdings nach dem Ableben Ihrer Stiefmutter ebenfalls Erbansprüche.

Ich möchte Ihnen allerdings auch raten, zur Geltendmachung des Pflichtteiles einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Gerade die Wertermittlung ist häufig eine komplizierte Angelegenheit, die Sie in die Hand eines Fachmannes legen sollten.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 09.03.2006 | 23:41

Ich erhielt die Mitteilung, dass die Immobilien geschätzt werden bzw. wurden.

1 Haus ist auf 198.000 Euro geschätzt worden, wobei dieses Haus vor ein paar Tagen sogar für 210.000 Euro verkauft wurde.

Von welcher Summe wird nun der Pflichteil berechnet: Vom geschätzen Wert des Gutachters (198.000 Euro)oder vom tatsächlichen Verkaufspreis (210.000 Euro)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.03.2006 | 07:28

Guten Morgen,

maßgeblich ist der Wert, den das Haus zum Zeitpunkt des Todes Ihres Vaters hatte. Hier spricht viel dafür, daß dies 198.000,- EUR waren, zumal nach Ihren Angaben ja auch umfangreiche Arbeiten durch Ihre Stiefmutter durchgeführt worden sind.

Abschließend läßt sich dies aber ohne eine genaue Kenntnis des Sachverhaltes nicht beurteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

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