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Pflichtanteil, Auszahlung einer Immobilie

09.06.2009 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Im Juli 2007 ist mein Vater verstorben und hat meiner Mutter und mir unser Einfamilienhaus hinterlassen, indem meine Mutter weiterhin lebt. Das Haus (Baujahr 1992) wurde zum 01.01.1993 mit einem Einheitswert von 77.300 DM festgelegt. Nach dem Tod meines Vaters haben meine Mutter und ich die Grundbucheintragung auf "Erbengemeinschaft" ändern lassen. Da auf dem Haus noch eine Restschuld war, bzw. ist (derzeit bei ca. 64.000 €) habe ich mir die monatliche Belastung des Immobilienkredites mit meiner Mutter geteilt. Die anfallenden Nebenkosten trägt meine Mutter selber. Mit der Zeit hat sie festgestellt, dass ihr die Belastung zu viel wird und mit ihrem neuen Lebensgefährten gerne ein Häuschen oder Wohnung kaufen würde.
Hat meine Mutter nun Anspruch/Recht auf die Auszahlung des Ihr zustehenden Erbteils? Nach welchem Wert richtet sich die Höhe ihres Erbteil? Nach dem 1993 festgelegten Einheitswert oder nach den 'Angaben zum Wert des Nachlasses' (für die Kostenberechnung bei Gericht; ausgefüllter Antrag beim Amtsgericht) nach dem geschätzen Verkehrswert? Ist ein unabhängiger Gutachter für die Verkehrswertbestimmung ratsam? Mindert die Verbindlichkeit den Verkehrswert und somit auch ihren Pflichteil?
Es geht mir um eine 'gute, beidseitiger' Einigung ohne ein Gericht darüber entscheiden lassen zu müssen.
Ich hoffe dass Sie mir weiter helfen können!

09.06.2009 | 14:06

Antwort

von


(817)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Zunächst möchte ich einleitend kurz anmerken, dass es auch aus meiner Erfahrung die beste Variante ist, eine einvernehmliche außergerichtliche Regelung zu finden.

Denn Sie und Ihre Mutter müssen sich immer, auch wenn es Differenzen bezüglich des genauen Betrages geben sollte, vor Augen halten, dass bei dem von Ihnen genannten relativ hohen Gegenstandswert beträchtliche Anwalts- sowie Gerichtskosten anfallen würden, womit keinem von Ihnen beiden geholfen wäre.


Zu 1.) Hat meine Mutter nun Anspruch/Recht auf die Auszahlung des Ihr zustehenden Erbteils?


Nein, ein Rechtsanspruch eines Miterben gegen den anderen Miterben auf Auszahlung seines Erbteils besteht nicht.

Ihre Mutter hat lediglich den Anspruch, die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft zu verlangen

Diese Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft kann in verschiedenen Formen ablaufen. So kann jeder Miterbe, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eine Auseinandersetzung jederzeit verlangen.

Der einfachste Weg eine Erbengemeinschaft auseinander zu setzen ist eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen den Miterben. Alle Miterben nehmen hier teil und einigen sich über die Verteilung des Nachlasses.

Da zum Nachlass vorliegend ein Grundstück gehört, ist zu beachten, dass der Auseinandersetzungsvertrag der notariellen Beurkundung bedarf.

Sollte eine einvernehmliche Einigung scheitern, so könnte jeder Miterbe die gerichtliche Erbauseinandersetzungsklage erheben.

Die Auseinandersetzung würde im Falle einer Immobilie dann durch Teilungsversteigerung und Verteilung des Erlöses unter den Miterben von statten gehen.


Zu 2.) Nach welchem Wert richtet sich die Höhe ihres Erbteil? Nach dem 1993 festgelegten Einheitswert oder nach den 'Angaben zum Wert des Nachlasses' (für die Kostenberechnung bei Gericht; ausgefüllter Antrag beim Amtsgericht) nach dem geschätzten Verkehrswert?


Ihre Mutter ist zur Hälfe Miterbin bezüglich des Grundstückes geworden. Der Erbteil Ihrer Mutter würde sich demnach nach der Hälfte des Nachlasses richten.

Wenn der einzige Nachlassgegenstand das von Ihnen angesprochene Einfamilienhaus ist, so wäre der aktuelle Verkehrswert zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung unter Berücksichtigung des Bodenrichtwertes, des Substanzwertes sowie der noch auf dem Grundstück lastenden Schulden maßgeblich.


Zu 3.) Gutachter ratsam?


Wenn Sie und Ihre Mutter sich nicht auf den verkehrswert einigen können, wäre es in der Tat die Vernünftigste Variante, einen Gutachter einzuschalten, der neutral ist, von Ihnen beiden beauftragt ist und dem Sie beide vertrauen.


Zu 4.) Mindert die Verbindlichkeit den Erbteil/Pflichtteil


Wenn Sie mit Verbindlichkeit die noch auf dem Grundstück lastende Restschuld (also Grundschuld oder Hypothek zur Sicherung eines Darlehensrückzahlungsanspruches) meinen, dann würde sich der Erbteil bzw. ein Pflichtteil rechnerisch entsprechend minder.

Dies hängt damit zusammen, dass Sie und Ihre Mutter von Ihrem Vater geerbt und somit gem. § 1922 BGB nicht nur in die Rechte (Eigentum am Hausgrundstück) sondern auch die Pflichten (Grundschuld/Hypothekenrückzahlung) eingetreten sind, so dass sich der Wert des Nachlasses aus Aktive (Grundstück) minus Passiva (Schulden ) errechnet.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.
Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Auch stehe ich Ihnen sehr gerne für eine weitergehende Interessenvertretung zur Verfügung.
Den hier im Forum geleisteten Erstberatungsbetrag würde ich Ihnen im Fall einer Beauftragung in voller Höhe anrechnen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Dienstagnachmittag!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax 0471/3088316


Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

ANTWORT VON

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