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Pferdkauf - Pferd musste 3 Tage nach dem Kauf eingeschläfert werden


16.12.2006 20:35 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Am Sonntag, den 10. Dezember 2006 habe ich eine 8-jährige Stute bei einem Züchter per Handschlag gekauft. Ich bin dieses Pferd einmal Probe geritten. Bei den Kaufverhandlungen wurde mir seitens des Züchters/Verkäufers zugesichert, dass die Stute nicht tragend ist und er sie unter anderem aus diesem Grund verkaufen möchte.

Das Pferd wurde am vergangenen Montag im Pensionsstall in der Nähe meines Wohnortes untergestellt. Am Donnerstag informierte mich der Chef des Pensionsstalles, dass die Stute sich auffällig benimmt, er informierte den Tierarzt, welcher eine Kolik feststellte. Das Tier wurde zunächst ambulant behandelt, da keine Besserung eintrat, wurde es in eine Tierklinik gebracht.

Dort stellte sich nach eingehender Untersuchung heraus, dass die Stute tragend war und das zunächst Medikamente zur Besserung eingesetzt worden. Dies führte jedoch zu keiner Besserung, so dass die Stute letztendlich eingeschläfert werden musste.

Das Tier wurde obduziert, dabei wurde nachweislich festgestellt, dass zudem eine frühere Verletzung mit nachhaltigen Folgen vorlag: ein Draht war durch das Brustbein eingetreten und in den Darm eingewachsen. Dadurch bedingt wäre die Stute früher oder später eingegangen.

Die Umstände wurden dem Verkäufer mitgeteilt, er bestritt, von der Trächtigkeit der Stute gewusst zu haben sowie von der Verletzung. Nunmehr soll ich auch die anstehenden Tierarzt- sowie Klinikkosten tragen. Seitens des Verkäufers wurde mir angeboten, ein anderes Pferd gegen eine nochmalige Zahlung von 500 € zu erhalten. Die bisherigen KOsten soll ich dennoch tragen.

Meine Frage: Kann ich den Vertrag anfechten bzw. rückabwickeln. Wer trägt die KOsten für den Tierarzt bzw. die Klinik. Soll ich das Angebot des Verkäufers annehmen?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Für einen Rücktritt vom Vertrag gemäß §§ 434,437 BGB müsste ein Mangel vorgelegen haben oder der Verkäufer müsste eine bestimmte Eigenschaft zugesichert haben, die dann nicht erfüllt wurde.

Unabhängig von dem Vorliegen eines Mangels bzw. dem Fehlen einer zugesicherten Eigenschaft, wären Sie in diesem Falle beweispflichtig, was angesichts des mündlich geschlossenen Kaufvertrages mit Problemen verbunden wäre.

Das Vorliegen eines Mangels bzw. Fehlen einer zugesicherten Eigenschaft stellt sich wie folgt dar:

1. Stute nicht tragend.

Dies in der Praxis nur sehr schwer nachweisbar und kann zudem zur Schädigung des Fohlens führen, so dass ein Nachweis in der Regel nicht erfolgt bzw. hierauf wegen der Risiken verzichtet wird.

Soweit ein Züchter keine gegenteilige Kenntnis hat, dass die Stute nicht tragend ist, führt eine solche Zusicherung nicht automatisch zu einer Rückabwicklung des Kaufvertrages. Anhand Ihrer Angaben ist bei einem Züchter nicht davon auszugehen, dass eine solche Eigenschaft wider besseres Wissen behaupten hat. Im übrigen wäre dies dann nachzuweisen.

2. Kolik
Die Ursache für eine Kolik können vielfältiger Natur sein. So kann die Umstellung der Stute (neue Umgebung), wie auch anderes Futter oder sonstiges Stresssituationen zu einer Kolik führen. Auch können Wettereinflüsse hierfür ursächlich sein.

Eine Pflichtverletzung bzw. ein von dem Züchter zu vertretender Mangel, könnte allenfalls eintreten, wenn nicht regelmäßig eine Wurmkur durchgeführt wurde, und dadurch ein Kolik verursacht wurde, bzw. der Grund für die Kolik nachweislich vor Übergabe des Pferdes an Sie gesetzt wurde.

Dies ließe sich durch den Tierarzt in Falle des Unterlassen seiner Wurkkur leicht nachweisen. In diesem speziellen Fall wären die Chancen für eine Rückabwicklung des Vertrages erfolgsversprechend.

3. Verletzung durch den Draht.
Diese Verletzung rührt aus einer früheren Begebenheit her. Gem. § 433 Abs. 1 BGB hat der Verkäufer das Eigentum am Pferd frei von Mängeln zu verschaffen. Da eine nachhaltige Beeinträchtigung vorlag, die u.U. auch zum Tod geführt hätte, ergibt sich hieraus ein Anspruch auf Rückabwicklung.

Da durch das Einschläfern eine solche Rückabwicklung tatsächlich nicht mehr möglich ist, empfehle ich Ihnen sich mit dem Züchtern einvernehmlich zu einigen. Zum einigen müssten Sie für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen (Kosten Tierarzt, Obduktion) nachweisen, dass bereits bei Übergabe des Pferdes entsprechende Mängel vorlagen, die zum Einschläfern geführt haben. Dies wird angesichts des mündlichen geschlossenen Vertrages und der schwer zu ermittelnden Ursachen der Kolik mit erheblichen Beweisschwierigkeiten verbunden sein.

Insoweit sollten Sie den Züchter auf den bei der damaligen Übergabe des Pferdes bestehenden Mangel hinweisen, so dass hier eine Rückabwicklung des Vertrages hätte erfolgen müssen.

Da dies nun nicht mehr möglich ist, sollten eine Einigung anstreben, wonach Sie ein Pferd von dem Züchter ohne eine nochmalige Zuzahlung erhalten, Sie allerdings dann auch die Kosten für die Behandlung und die weiteren Kosten tragen, wobei ich die Höhe der Kosten nicht abschätzen kann.

Ich hoffe Ihnen trotz der moderaten Aussichten und der bedauerlichen Situation gleichwohl eine Möglichkeit angeführt haben, die für alle Parteien tragbar ist.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
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