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Pferderückgabe wegen Gallen


11.01.2007 12:49 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Vorweg: Wir haben für unsere 11 Jährige Tochter ein Pferd gekauft, ( selber haben wir keine Erfahrung mit Pferden, geschweige denn Ahnung davon, leider auch keinen Bekannten der sich mit Pferden auskennt. (absolute Nichtwisser)

Wir haben am 06.06.2006 eine 3 Jährige Stute, nicht eingeritten, gekauft.

Bevor wir das Pferd kauften, wurden wir vom Verkäufer nicht darüber Unterrichtet, das bei dem Pferd Gallen auftreten (Verdickung der Gelenke durch Entzündungen, wissen wir heute).

Auch wurden bei der Ankaufsuntersuchung vom Tierarzt keine Gallen festgestellt.

Beim Kauf wurde vereinbart, das das Pferd noch eingeritten wird.

4 Wochen nach dem Kauf bekam das Pferd mit einmal an beiden Hinterbeinen dicke Gallen. (Sehr wahrscheinlich weil es jetzt durchs einreiten belastet wurde)

Da das Pferd zu diesem Zeitpunkt noch bei der Frau stand die den Verkauf vermittelt hat, bzw. den Verkauf durchgefüht hat, habe ich dort angerufen, und gefragt was es mit den Gallen auf sich hat.(Sie hat das Pferd auch für uns eingeritten).

Sie sagte mir das das Pferd witterungsbedingt hin und wieder Gallen hätte und dies nicht weiter schlimm wäre, und die Gallen sich zurückbilden würden. Meine Frage ob ich den Tierarzt kommen lassen sollte, beantwortete Sie mit der Aussage das dies nicht nötig tun würde.

Da wir aber wie gesagt von Pferden,deren Beschaffenheit und Krankheiten keine Ahnung haben riefen wir lieber doch den Tierarzt, um zu wissen was tatsächlich ist.

Er untersuchte das Tier, machte Beugeproben, gab eine Spritze gegen Entündungen und sagt das die Gallen zur Zeit kein Problem darstellen, da das Tier nicht lahmt, wenn wir aber auf der sicheren Seite sein wollten, sollten wir das Tier röntgen lassen.

Aber auch der Tierarzt hat uns nicht darüber aufgeklärt, was genau Gallen sind, und welche Auswirkungen diese tatsächlich haben können und das wir das Pferd unbedingt röntgen lassen sollten.

Bei der Untersuchung war auch die "Verkäuferin" anwesend und bemerkte auch hier, das das Tier hin und wieder Gallen hätte, diese sich aber wieder zurückbilden würden, so nach dem Motto, das dies ganz normal wäre.

Vom Tierarzt wurde ich bei der Aussage nicht darauf hingewiesen, das dies nicht normal ist.

Da das Pferd auch in der folgenden Zeit nicht lahmte, haben wir uns keine weiteren Gedanken mehr gemacht, und sind davon ausgegangen, das es sich hier tatsächlich um keine gravierende Erkrankung handelt.

Als wir auf drängen der "Verkäuferin" am 01.12.2006 den Stall wechselten (Sie brauchte angeblich die Box für Ihre eigenen Pferde etc.)und wir unser Pferd bei einem Reitverein unterstellten wurden wir vom dortigen Vermieter der Pferdeboxen, der auch gleichzeitig Züchter ist auf die Gallen angesprochen, und das diese auf keinen Fall normal wären. Er hat uns auch darüber aufgeklärt was Gallen sind bzw. was die Ursache dafür sein kann ( z. B. Chips)und welche Auswirkung diese haben können, nähmlich in absehbarer Zeit ein lahmes Pferd.

Aber nicht nur der Vermieter der Boxen, sondern auch der Reitlehrer unserer Tochter hat uns auf die Gallen angesprochen nach dem unserer Tochter am 02.01.2007 zum ersten mal am Reitunterricht teilgenommen hat. Er sagte das die Grösse der Gallen, wenn überhaupt bei Pferden mit einem Alter von ca. 15 Jahren vorkommen, aber auf keinem Fall bei so einem jungen Pferd.

Auf Grund der Aussagen haben wir das Pferd nun am 09.01.2007 röntgen lassen, und das Ergebnis war niederschmetternd.

In beiden Hinterbeinen sind Chip, aber nicht nur einer, sondern gleich mehrer, und Verknorpelungen haben auch schon stattgefunden. Lt. Tierarzt wird das Pferd bei normalem reiten
(ohne Springreiten) in ca 1 Jahr lahm sein. Was Operationen betrifft machte uns der Tierarzt nicht viel Hoffnung.

Wir haben das Pferd gekauft, weil unsere Tochter gerne Springreiten wollte, und die Frau die uns das Pferd "verkauft" hat erzählte uns auch ganz großartig was das Pferd für einen tollen Stammbaum hätte, und später bestimm M springen könne etc.

Der Tierarzt wird uns schriftlich mit dem Ergebnis der Untersuchung bestätigen, das die Chips schon vor dem Kauf vorhanden gewesen sein müßten und die Entzündung durch die Belastung durchs einreiten eingetreten ist, vorher wurde das Tier wohl nicht viel bewegt, nur Koppel und Stall.

Was den Verkauf betrifft hat die Frau bei der das Pferd stand, bei der Ankaufsuntersuchung Ihren Namen als Verkäufer angegeben und als Käufer meinen Lebensgefährten, der das Pferd auch bar bezahlt hat. Beim Kaufvertrag ist jedoch jemand anderes als Verkäufer eingetragen und meine Person als Käufer.

Zudem steht im Kaufvertrag eine Reklamationszeit von 3 Monaten, und ich glaube der Zusatz "gekauft wie gesehen". Hat das Auswirkungen auf die Rückgabe ???? Auch ist das halbe Jahr seit dem 6. Januar abgelaufen !!!!

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen summarisch wie folgt beantworten:

Ansprüche könnten gegen den tatsächlichen Vorbesitzer und Verkäufer bestehen.

Auch beim Pferdekauf gelten die gesetzlichen Regelungen für Gewährleistung und Rücktritt.

Ganz wesentlich wir, wie aufgezeigt werden wird, der Vertrag eine Rolle spielen, weshalb unbedingt eine detaillierte Prüfung vor Ort vorgenommen werden sollte.

Zunächst ist zu prüfen, was mit „gekauft wie gesehen“ gemeint ist. Hierin könnte ein Ausschluss der Gewährleistung zu sehen sein (steht evtl. dergleichen auch im Vertrag?). Wenn dem so wäre, wäre die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen.

Hierauf könnte sich der Besitzer nicht berufen, wenn er den „Mangel“ arglistig verschwiegen hat. Ob Sie dies nachweisen können, wird vom tierärztlichen Gutachten abhängen. Aber gegen diese Annahme – also die positive Kenntnis der Schwere der Erkrankung – dürfte die Stellungnahme des ersten Tierarztes sprechen. Ob diese durch einen Sachverständigen widerlegt werden kann, kann von hier nicht beurteilt werden.

Darüber hinaus müsste die „Reklamationszeit“ geprüft werden. Insbesondere könnte diese bereits mit dem Aufzeigen bei der Bevollmächtigen (??) des Verkäufers gewahrt worden sein.

Weiterhin wäre zu prüfen, wer vertraglich Verkäufer war.

Alles in allem könnten Ansprüche bestehen. Ob diese rechtlich wie tatsächlich durchsetzbar sind, kann hier nicht abschließend beantwortet werden, weshalb unbedingt Rat vor Ort durch einen Kollegen eingeholt werden sollte.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

www.anwalt-for-you.de

Nachfrage vom Fragesteller 11.01.2007 | 14:15

Was heißt das genau ???

Insbesondere könnte diese bereits mit dem Aufzeigen bei der Bevollmächtigen (??) des Verkäufers gewahrt worden sein.

Meinten Sie damit, das die Untersuchung 4 Wochen später, als Reklamation zu sehen ist, die "Reklamation könnte ich ja nur durch den Tierarzt nachweisen bzw. der Behandlung + Rechnung ??

Ansprüche könnten gegen den tatsächlichen Vorbesitzer und Verkäufer bestehen.Auch beim Pferdekauf gelten die gesetzlichen Regelungen für Gewährleistung und Rücktritt.

Welche wären das kurz ???

Habe ich lt. Gesetz nicht 1 Jahr Zeit für Reklamierung, wobei nach einem halben Jahr die Beweispflich bei mir liegt, das der Mangel schon vorher dagewesen sein muß. Chips treten ja nicht von heute auf morgen auf, nur die Entzündung wohl.

Wäre es in unserem Fall, arglistige Täuschung, oder kann der Verkäufer sich mit dem Argument aus der Affähre ziehen, das man ja nicht unbedingt von Chips ausgehen müßte, sondern das es sich hierbei um eine z. B. Bindegewebsschwäche hätte handeln können also nichts gravierendes.

Ist es möglich sich durch den Zusatz "gekauft wie gesehen" von sämtlichen Gewährleistung zu befreien.

Beim Kauf war ja nichts zusehen, auch vom Tierarzt nicht, da das Tier ja vorher nicht geritten wurde (belastet)

Kaufvertrag: Wie gesagt, in der Ankaufsuntersuchung ist Frau .... als Verkäufer eingetragen, im Kaufvertrag wurde als Verkäufer Herr... eingetragen, unter schrieben hat ihn aber Frau ... mit dem Zusatz im Auftrag (i. A. ....)

Tausend fragen und kein Ende (:-)))

Vielen Dank für die Geduld

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.01.2007 | 14:47

Ich habe Ihnen im Text per Mail geantwortet.

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