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Pferdekauf: Wer muss Nachweis eines Sommerekzems erbringen


06.09.2007 08:23 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Sehr geehrte Damen und Herren,
hier mein Problem:
Am 02.04.07 kaufte ich von einem Gestüt ein sechsjähriges Islandpferd für 4 TEUR. Eine Ankaufsuntersuchung wurde nicht gemacht. Anfang Mai waren die Mähne am Widerrist und die Schweifrübe von meinem Pferd abgescheuert. Die Gestütsbesitzerin beteuert bis heute, das mein Pferd kein Sommerekzem hat.
Der Tierarzt des Gestütes schrieb mir auf der Rechnung zur Grundimmunisierung am 5.7.07 die Diagnose: Mähne und Schweifrübe deutlich abgescheuert. Mein Pferd stand bis zum 20.7.07 im Gestüt. Dann wechselte ich den Pensionsstall. Bei der Wiederholung der Immunisierung am 30.8.07 hat mir ein anderer Tierarzt die gleiche Diagnose für mein Pferd ausgestellt. Der Nachweis eines Sommerekzems müsste allerdings mit einer Blutuntersuchung erbracht werden. Wer muss den Nachweis führen, das Gestüt oder ich? Ist der Befund schon jetzt ein Mangel?
Kann ich deshalb vom Vetrag zurücktreten, den Kaufpreis mindern oder Schadenersatz velangen?
Vielen Dank für Ihre Antwort!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:


Die Erkrankung mit einem Sommerekzem stellt einen Mangel dar, der dem Käufer die gesetzlichen Gewährleistungsrechte gibt.

Der Mangel der Kaufsache muss bereits bei Übergabe vorhanden gewesen sein.


Gemäß § 476 BGB wird vermutet, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, wenn sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang der Mangel zeigt. Daraus folgt, dass innerhalb der ersten sechs Monate der Verkäufer beweisen muss, dass die Sache bei Übergang mangelfrei war, danach muss der Käufer beweisen, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war.

Diese Vermutung greift nicht, wenn sie mit Art oder Sache des Mangels unvereinbar ist. Nun könnte man die Auffassung, dass dies vorliegend und generell bei Tierkauf der Fall ist.

Hier kann ich jedoch auf eine BGH-Entscheidung verweisen, wonach der Ausnahmetatbestand, dass die Vermutung nicht gelte, da sie mit der Art der Sache oder Mangels unvereinbar sei, nicht generell auf Tiererkrankungen anwendbar sei.

Vorliegend ging es ebenfalls um einen Pferdekauf und ein Sommerekzem.

Die Entscheidung können Sie auf der Seite www.bundesgerichtshof.de


Bundesgerichtshof, Urteil v. 29.03.2006 - AZ: VIII ZR 173/05

nachlesen.

Natürlich kann die Vermutung widerlegt werden. Es obliegt also dem Verkäufer nachzuweisen, dass bei Übergabe das Pferd keinerlei Erkrankung aufwies.

Um vom Kaufvertrag zurück treten zu können, müssen Sie zunächst „ Nacherfüllung“ verlangen. Dabei können Sie wählen zwischen einer Behandlung des Pferdes, deren Kosten der Verkäufer übernehmen muss oder einem neuen Pferd. Wenn eine Behandlung beim zweiten Mal nicht zum Erfolg führt, haben Sie das Recht vom Kaufvertrag zurück zu treten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen behilflich sein und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin




Ich hoffe, ich konnte Ihnen behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.

Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2007 | 11:59

Sehr geehrte Damen und Herren,das Gestüt ist zu einer Rücknahme des Pferdes bereit. Allerdings soll ich erst das Geld zurückerhalten,wenn das Pferd an einen anderen Besitzer verkauft wurde.Damit bin ich nicht einverstanden.Ich habe angeboten, die Rückzahlung in Raten zu akzeptieren. In Kürze soll mein Pferd abgeholt werden. In welcher Form soll ich mich absichern.
Vielen Dank für Ihren Rat!
Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.09.2007 | 15:12

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage. Sie sollten auf der umgehenden Rückzahlung des Kaufpreises bestehen. Bei einer Rückzahlung in Raten tragen Sie das Risiko der Insolvenz des Verkäufers. Ihr Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises besteht unabhängig davon, ob das Pferd überhaupt wiederverkäuflich ist.

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