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Pfefferspray gegen Hunde

| 30.11.2010 08:30 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Morgen,

als täglicher Läufer passiert es mir des öfteren, dass Hunde auf mich zulaufen (nicht angeleint!) und die Besitzer nur hinterherrufen: "der tut nichts".

Wenn ich mir jetzt ein Pfefferspray, das als Tierabwehrspray gekennzeichnet ist kaufe; welche Voraussetzungen müssen für einen zulässigen Einsatz gegen den Hund erfüllt sein?

Reicht es wenn der Hund auf mich zurennt, oder muss er bellen, knurren, oder sogar erst zubeißen?

Danke für Ihre Antwort!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

allein das reine Zulaufen wird nicht ausreichen. Denn dieses stellt eine „normale"
Hundereaktion dar, sofern es sich nicht um einen als gefährlich eingestuften Hund ( z.B. "Kampfhund", wobei die Einstufung nicht immer richtig ist, aber vom Gesetzgeber so nun einmal vorgenommen wird) handelt. Beim reinen Zulaufen wird der Einsatz als nicht angemessen angesehen.

Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn der Hund schon als bissiges Tier bekannt ist.

Für den Einsatz des Pfeffersprays kommt es daher darauf an, ob eine konkrete Notwehrsituation besteht, die ohne Einsatz von Pfefferspray nicht zu entschärfen ist.

Danach wird auch das reine Bellen nicht ausreichend sein, da dieses bei Hunden auch im Spiel oder bei Freude durchaus möglich ist.Allein aus dem Bellen wird man nicht auf einen Angriff schließen können. Die Grenze ist aber tatsächlich fließend. Versucht der Hund zuzubeißen, ist diese Notwehrsituation gegeben.

Sollte sich ein Hund Ihnen aggressiv nähern, würde ich die Notwehrsituation ebenfalls bejahen. Allgemeine Anzeichen für eine Aggressionshaltung sind neben einem leicht nach vorn geschobenen Kopf und leicht gebeugte Beine in Vorbereitung auf einen Sprung auch aufgestellte Ohren und das deutlich erkennbare Zähnefletschen und Knurren.

Gleichwohl sollten Sie unbedingt mit dem Hundehalter /-führer sprechen und diesem mitteilen, dass Sie sich durch das Tier bedroht fühlen. Reagiert er darauf nicht, würde ich das Ordnungsamt einschalten und es dort melden. Dieses wird dann tätig werden müssen, wenn eine Bedrohung vorliegt.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


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