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Pfandrecht bzw. Räumungsklage gegen Ltd.


| 15.04.2007 17:38 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Eine Ltd. nach engl. Recht hat Büroräume in Deutschland gemietet und schuldet dem Vermieter 2.000 Euro Mietzahlungen. Die Ltd. zieht trotz fristloser Kündigung nicht aus. Frage: Kann der Vermieter ohne Räumungstitel die Schlösser der Büroräume (alternativ des Einganges zum Bürohaus) austauschen, um so sein Pfandrecht durchzusetzen? Der Räumungstitel wäre mit weiteren Kosten verbunden und im Zweifelsfall ist bei der Ltd. 1 Pfund zu holen. Ist ein Konkursantrag gegen die Ltd. sinnvoll und wer stellt ihn wo?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Sollten Sie ohne Räumungstitel wie von Ihnen geplant die Schlösser austauchen, laufen Sie Gefahr, Schadenersatzansprüchen wegen verbotener Eigenmacht ausgesetzt zu sein. Ebenso kann sich der Mieter dagegen wehren und dann per einstweiliger Verfügung wieder Besitz der Räume gelangen.

Bei Überschuldung und Insolvenz ist im Sinne der Europäischen Insolvenzordnung das örtliche deutsche Amtsgericht für das Insolvenzverfahren zuständig, wenn der Geschäftsitz der englischen Ltd. in Deutschland liegt. Sie als Gläubiger können also beim deutschen Amtsgericht die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragen, wenn Sie über einen Vollstreckungstitel verfügen und ein erfolgloser Pfändungsversuch stattfand. Ob der Antrag in Ihrem Fall Sinn macht, kann mangels weiterer Kenntnisse nicht abschließend beurteilt werden, doch kann vielfach auch auf den director, also den Geschäftsführer der Ltd. zurückgegriffen werden, der dann mit seinem Privatvermögen für Verbindlichkeiten gerade stehen muss.

Ich rate Ihnen, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Detailprüfung Ihres Falles und der weiteren Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.04.2007 | 18:09

Trotz der Geschäftsform Ltd. kann vielfach auf den Geschäftsführer zurückgegriffen werden???

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.04.2007 | 18:28

Ja, denn was von den Limited-Vermittlern oftmals gezielt verschwiegen und von vielen Neugründern im Wunschdenken übersehen wird, ist das erhebliche Haftungsrisiko des directors - dass es nur um 1,50 € geht, ist also ein bewusst gestreutes Gerücht. Es ist Limited-Gründern in der Regel nicht bewusst, dass in den Regelungen von Companies Act und Insolvency Act auf die Person des directors abzielende Haftungstatbestände vorgesehen sind.

Wenn z.B. der Gründer nicht nur Gesellschafter gleichzeitig auch Geschäftsführer der Limited ist, kann er ggf. in die persönliche Haftung genommen werden. Zudem verweise ich auf das Urteil des Amtsgericht Hamburg vom 14.05.03 (Az.: 67 G IN 358/02):
Nach diesem ist eine unterkapitalisierte Limited als OHG anzusehen. Die rechtsmissbräuchlichen Gründer als Gesellschafter hafteten persönlich für die Schulden der Limited! Da mir die Ltd., mit der Sie zu tun haben, nicht bekannt ist, kann hier aber keine abschließende Beurteilung erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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