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Personalakte,Personalbüro


| 02.12.2009 00:08 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Natascha Unruh



Ich arbeite in einer grossen Automobilfirma und bin zur Zeit am Fliessband tätig.Seit 7 Jahren versuche ich durch interne Bewerbungen meinen Arbeitsplatz zu wechseln bzw. vom Band weg zu kommen was mir bis jetzt nicht gelungen ist.Es liegt an meiner Personalakte da ich u.a mal in der Ausbildungszeit im Jahre 2000 Krank gemacht hatte(ca.2 Wochen)und der Arbeitgeber durch Anrufe bei meinen Eltern erfahren hat das ich nicht zuhause bin,daraufhin wurde ein Personalgespräch geführt in dem ich zugab das ich nicht krank war(was aber auch nicht stimmt).Die hatten mich damals unter Druck gesetzt und ich habe dann auch unterschrieben.Dies wurde alles protokolliert und ist in meiner Personalakte.

Im Jahre 2005 war ich dann für längere Zeit krank geschrieben (ca. 5 Monate).Daraufhin wurden ebenfalls mehrfach Personalgespräche geführt und wieder protokolliert und in meiner Akte eingeheftet.Desweiteren befanden sich auch E-Mails von meinem damaligen Meister in meiner Akte wo drin stand das etwas gegen mich getan werden muss und ich eine Abmahnung erhalten soll,was aber nicht veranlasst wurde.

Da ich oft Absagen bekam und ich mehrfach von der jeweiligen Abteilung bzw. Meister und Betriebsrat erfahren habe das es an meiner Akte liegt,bin ich frustriert zum IG-Metall Anwalt und habe ein paar Sachen rausnehmen lassen jedoch wurden nur E-Mails des Vorgesetzten,handschriftliche Notizen der Personalabteilung sowie Attestübersichten entfernt.Die protokollierten Personalgespräche(Krankheitabwesenheit) wurden nicht entfernt und laut dem IG-Metall Anwalt müssen die auch nicht entfernt werden und er mich nicht mehr weiter vertreten wird,da die Chancen vor Gericht schlecht seien,was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann,da ja eine Abmahnung auch nach 2 Jahren gelöscht wird und diese Sachen inzwischen bedeutunglos geworden sind und somit gelöscht werden müssen aus meiner Sicht,was ja auch in der Rechtssprechung steht.Der Betriebsrat konnte auch nichts machen und hat mich an den IG Metall Anwalt verwiesen

Desweiteren bekam ich vom Betriebsrat mit das mir eine Stelle die ich fast bekommen habe,seitens der Personalabteilung verhindert wurde aufgrund der Tatsachen das ich mal mit einem Chef verbal auseinander gesetzt habe(2004).Dies steht aber nicht in der Akte nur ist das in den Köpfen von der PA und ich werde nur vom Hörensagen nicht genommen.

So langsam verliere ich die Nerven.Wenn ich jetzt nochmal rechtlich dagegen vorgehen würde,würden die sich ja auf den Schlips getreten fühlen und mir bis zu meinem Lebensende alles verwehren.Bin total frustriert und weiss nicht mehr was ich machen soll und der IG-Metall Anwalt mir auch kein Rechtschutz mehr gewährt da die Chancen angeblich schlecht aussehen.
Seit einschliesslich 2006 sind bin ich aus Sicht der Krankheitsabwesenheit nicht mehr auffällig.Diese lange Krankheitsabwesenheit ist nur 2005 passiert.


Was wäre nun der richtige Weg wie ich weiter gehen sollte.Alle reden von einer zweiten Chance,doch bekommen habe ich Sie bis jetzt von niemandem.

Was wäre jetzt empfehlenswert wie ich vorgehen sollte

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage, die ich gerne im Rahmen einer ersten Einschätzung beantworte:

Zunächst darf ich Ihnen meine Einschätzung betreffend die Personalaktenführung Ihres Arbeitgebers mitteilen:

Protokolle aus 'Krankengesprächen' aus der Ausbildungszeit, die beinahe 10 Jahre zurückliegen haben aus mehrerlei Gründen nichts in Ihren Personalakten zu suchen.

Zum einen handelte es sich damals um ein Ausbildungsverhältnis, welches abgeschlossen ist, jetzt aber um ein Arbeitsverhältnis. An das Verhalten von Auszubildenden, die in der Regel noch Jugendliche oder Heranwachsende sind, werden andere Maßstäbe angesetzt. Offensichtlich war das damalige Fehlverhalten nicht so schwerwiegend, dass die Ausboldung fristlos beendet worden wäre - und nicht nur das: Trotz des Vorfalles kam es zum Abschluß eines Arbeitsvertrages. Jugendsünden dürfen nicht die berufliche Entwicklung behindern.

Auch wenn die Meinung in Literatur und Rechtsprechung nicht einheitlich ist, so geht man doch bei Abmahnungen davon aus, dass sie in der Regel nach Ablauf von zwei Jahren zu entfernen sind. Für das Aufbewahren der Protokolle über von ihnen eingestandenes Fehlverhalten sehe ich eine allerlängste Aufbewahrungsfrist von 5 Jahren, so dass sie längst entfernt sein müssten.

Zum anderen wundere ich mich sehr über die Gespräche aus 2005, die Protokolle in der Akte und Ihren Betriebsrat. Nach meiner meiner Meinung - und auch der von Richtern und anderen Fachleuten - sind Krankengespräche, Rückkehrgespräche etc. mitbestimmungspflichtig. Wie kann Ihr Betriebsrat sagen, er könne auch nichts machen? Entweder es gibt dazu eine Regelung - dann weiß Ihr BR, was er machen kann. Oder es gibt keine - dann müsste er der Persoanalabteilung Beine machen, diesen Kram sofort zu unterlassen.

Nun zu Ihrer Frage:

//Was wäre nun der richtige Weg wie ich weiter gehen sollte.Alle reden von einer zweiten Chance,doch bekommen habe ich Sie bis jetzt von niemandem.

//

Ich übernehme gerne Fälle, auch im Rheinland - aber als IG-Metall-Mitglied haben Sie doch schon Anspruch auf (soliden) Rechtschutz. Beschweren Sie sich bei der IG-Metall-Bezirksleitung (Kopie an Vertrauensleutekörper und BR) über die Ablehnung des Rechtschutzes durch den IG-Metall-Anwalt (Rechtssekretär? Gewerkschaftssekretär?) Ich kenne die Unterlagen nicht, aber die Angelegenheit erscheint mir keineswegs aussichtslos und immerhin sind Sie in der IG Metall und nicht in irgendeiner Rechtsschutzversicherung oder in der IG Knackwurst! Die haben für Sie einzustehen. Lassen Sie sich nicht abwimmeln. Bestehen Sie auf einem schriftlichen Bescheid über Ihren Rechtschutzantrag! Wenn Ihre Angaben zutreffend sind, dann sollten ein paar Telefonate zwischen Anwalt, Personalabteilung und gegebenenfalls BR reichen, um Ihre Akte zu bereinigen.

Sollte Ihr BR Ihnen sagen, dass wir in Berlin überhaupt keine Ahnung haben, so dürfen Sie ihm gerne unsere Telefonnummer geben, damit er uns das selbst sagen kann - im Gegenzug würden wir ihn gerne - kostenlos - über seine Pflichten belehren.

Dagegen

//Dies steht aber nicht in der Akte nur ist das in den Köpfen von der PA und ich werde nur vom Hörensagen nicht genommen.//

können Sie nichts machen - die Gedanken sind frei - aber Ihre Akte sollte nicht auch noch dazu dienen, schlechte Erinnerungen hochzuholen.


Ich hoffe, dass meine Auskünfte Ihnen geholfen haben und eine erste Orientierung in der Sache ermöglichen. Bitte berücksichtigen Sie, dass dies auf der Grundlage der von Ihnen gegeben Informationen beruht. Abweichungen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen Bewertungen in der Angelegenheit führen.

Sie haben die Möglichkeit kostenlos, z.B. per Email oder Fax, eine Nachfrage zu stellen.

Sehr gerne können Sie mich in dieser Angelegenheit auch beauftragen. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar.

Ich wünschen Ihnen alles Gute für Ihre berufliche Entwicklung und verbleibe

Nachfrage vom Fragesteller 03.12.2009 | 16:10

Sehr geehrte Frau Unruh,

erstmal Vielen Dank für ihre schnelle und ausführliche Antwort.Ich habe jetzt am Mittwoch nochmal meine Akte eingesehen und dabei festgestellt das zwar die E-Mail vom Vorgesetzten und die Attestüberichten gelöscht wurden,jedoch nicht die handschriftlichen Notizen,wie vorgesehen war und schon gar nicht die Krankeitsgesprächsprotokolle,die laut Personalbüro und Betriebsrat auch NIEMALS entfernt werden müssen.Die haben sogar das Schreiben vom IG-Metall Anwalt eingeheftet wo man sehen kann was entfernt wurde(was hat es mir dann gebracht es löschen zu lassen???).Sie sind die erste Person,die meine Meinug vertritt und das gibt mir jetzt wieder Mut die Sache durchzuziehen.Hab inzwischen auch Kontakt mit dem IG-Metall Sekreteriat aufgenommen(die mir zuvor den Rechtschutz abgelehnt hatten) und werde noch diesbezüglich Antwort erhalten.Wenn die es wieder ablehnen befolge ich ihren Schritt mit der Beschwerde bei der Bezirksleitung und dem schriftlichen Rechtschutzantrag.

Ich willl mich nicht unnötig beliebt machen beim PB und mich als Querulant erweisen aber ich möchte mein Recht auf Gerechtigkeit und die drängen mich zu diesem Schritt.Ich persönlich meine das die es bis zur Gerichtsverhandlung kommen lassen würden,weil die derart davon überzeugt sind das diese Dinge drin bleiben werden und nie raus kommen aus der Akte.Der BR hatte sich schon ein paar mal eingesetzt die Sachen rausholen zu lassen jedoch nicht geschafft.

Meine Frage wäre jetzt diese.Falls ich keinen Rechtschutz seitens der IG-Metall bekomme und die Sache privat finanziere und vor Gericht ein Erfolg erziele,muss ich die Kosten der Verhandlungen trotzdem übernehmen?

Mit freundlichen Grüssen



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.12.2009 | 16:33

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Das

//Die haben sogar das Schreiben vom IG-Metall Anwalt eingeheftet wo man sehen kann was entfernt wurde(was hat es mir dann gebracht es löschen zu lassen???)//

ist ein dicker Hund. Lassen Sie sich das nicht bieten!

//Ich persönlich meine das die es bis zur Gerichtsverhandlung kommen lassen würden,weil die derart davon überzeugt sind das diese Dinge drin bleiben werden und nie raus kommen aus der Akte.//

Vielleicht sind die auch nur überzeugt, dass sich niemand wehrt?

//Falls ich keinen Rechtschutz seitens der IG-Metall bekomme und die Sache privat finanziere und vor Gericht ein Erfolg erziele,muss ich die Kosten der Verhandlungen trotzdem übernehmen?//

In der 1. Instanz beim Arbeitsgericht zahlt jeder seine Kosten selbst - unabhägig vom Erfolg. D.h., Sie müssten Anwaltskosten selbst tragen. Die Gerichtskosten müsste der Verlieren tragen.

Sie brauchen in der 1. Instanz keinen Anwalt, aber bei der komplizierten Materie kann ich Ihnen nicht raten, es ohne zu versuchen. Daher mein Rat: Bleiben Sie am Ball mit der Rechtsvertretung durch IG-Metall bzw. DGB-Rechtsschutz. Wenn Sie hartnäckig bleiben, bekommen Sie Ihren Rechtschutz!

Sollte noch eine Nachfrage sich ergeben, so dürfen Sie mich gerne per Email kontaktieren.

Freundliche Grüße

N. Unruh
Rechtsanwältin

PS:

//Der BR hatte sich schon ein paar mal eingesetzt die Sachen rausholen zu lassen jedoch nicht geschafft.//

Das kann ich nicht verstehen!


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