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Pauschalreise Storno Gebühren

| 29.06.2016 11:47 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Meine Freundin hat am Samstag abend gegen 11 Uhr eine Pauschalreise gebucht für 6 Tage.
Die Reise wäre am daurauffolgenden Wochenende.
Am Montag hat Sie diese wieder Storniert.

Die Reiseunterlagen kamen direkt nach der Stornierung per Email.
Sofort darauf wurde die Stornierung bearbeitet und der Reiseveranstalter verlangt nun 90% Storno Gebühren.

Habe nun mehrfach von BGH Urteilen gelesen das diese 90% nicht Rechtens sind.

Bis zur Stornierung haben wir keine Unterlagen erhalten. Erst direkt darauf.
Die Stornierung erfolgt innerhalb des erstens Werktags nach der Buchung.

Können wir hier gegen die Gebühren in Höhe von 90% des Preises vorgehen um diese auf einen gerechtfertigten Betrag zu bringen?

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein Reisevertrag scheint zustande gekommen zu sein.
Hier kommt es darauf an, ob der Button der Buchung darauf hinwies, dass die Buchung verbindlich ist. Davon gehe ich aber aus. Die Ihnen zugeleiteten Reiseunterlagen dienen lediglich der Information des Reisenden. Der Vertrag kann vor der Bestätigung mündlich oder durch Telekommunikation abgeschlossen sein.

Leider fehlen mir wesentliche Informationen (z.B. die AGB des Reiseveranstalters, um welche Art der Reise es sich handelte und warum sie gekündigt wurde), so dass ich zunächst allgemein antworte. Genügt Ihnen dies nicht, nutzen Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion.

Die Klauseln in den AGB des Reiseveranstalters müssen nach Art der angebotenen Reise differenziert sein (z.B. Schiffs-, Flug- oder Busreisen) und die Stornogebühr muss in Prozent gestaffelt nach Kündigungszeiten angegeben werden. Diese Pauschalen müssen unter Berücksichtigung der gewöhnlich ersparten Auswendungen und des durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen gewöhnlich möglichen Erwerbs festgesetzt sein. Im Streitfalle ist der Reiseveranstalter hier beweisbelastet. Muss also aufzeigen, warum er wo nichts weiter ersparen konnte (Gebühren, Steuern, Flüge).
Dieser ist nämlich auch zur Schadensminderung verpflichtet.
Das bedeutet, dass sich der Reiseveranstalter nicht nach einem Rücktritt zurücklehnen soll, weil er trotz Nichtantritt des Reisenden genug verdient hat.

Es kommt bei Ihnen auf die Art der Reise an:
Bsp.: LG Zweibrücken, Urteil vom 06. Februar 2007 – 3 S 103/06 –
Hier handelte es sich um eine Rundreise bei der eine Stornopauschale von 80 % bei Reiserücktritt am Tag der Abreise nicht beanstandet wurde. Sogar 90 % (wenige Tage vor Abreise) zu einer Mexiko-Rundreise wurden als wirksam erachtet.

Ich schätze, Ihre Freundin hat 5 Tage vor Reiseantritt die Reise storniert. Hier würde ich eine Pauschale von 60 - 75 % für "angemessen" erachten. Dies nur auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen.

Es ist durchaus sinnvoll den Reiseveranstalter aufzufordern, mehr Geld an Sie auszukehren, bzw. die Zahlungsaufforderung zu senken. Teilweise geschieht dies aus Kulanz. Sollte das abgelehnt werden, bleibt Ihnen natürlich der Klageweg offen. Dies lohnt meist nur mit einer entsprechenden Rechtsschutzversicherung.

Wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Sollten Sie noch Fragen haben, nutzen Sie gern die Rückfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 29.06.2016 | 14:09

Hallo Frau Petersen,

es handelt sich um einen Pauschalurlaub nach Mallorca, inkl. Flüge, Hotel, Halbpension.

Gebucht wurde Samstag den 25.06. und storniert am Montag den 27.06.
Die Reise wäre losgegangen am Sonntag den 03.06. Also 6 Tage vor Reiseantritt.

In den AGB steht 90% des Reisepreises. Dies halte ich jedoch, und laut einigen Urteilen die ich gelesen habe, für ungültig.
Zumal die Reise mit hoher Wahrscheinlichkeit noch verkauft wird da Sie zu dem Zeitpunkt nur noch wenige Plätze hatte.

60-75% halte ich da für angemessener.

Meinen Sie wir können diese 60-75% anpeilen? Oder ist dies aussichtlos?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.06.2016 | 15:15

Sehr geehrter Fragesteller,

60 - 75 % halte ich für einen angemessenen Pauschalsatz (wenn auch aus Ihrer Sicht immer noch ärgerlich).
In anders gelagerten Fällen meiner Kanzlei kam es durchaus zu Kürzungen des Pauschalsatzes (hier lediglich 20 %). Die "Kulanz" solcher Unternehmen lässt sich natürlich nicht vorhersagen.
Sie sollten (so Sie keinen Anwalt beauftragen möchten) in einem Schreiben auf die Unwirksamkeit des Pauschalsatzes von 90 % bei 6 Tagen vor dem Reiseantritt hinweisen und um Einigung bitten.
Eine Einigung auf 75 % halte ich für wahrscheinlicher (3-6 Tage vor dem Reisebeginn als wohl angemessen beurteilt).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und freue mich in dem Fall über eine positive Bewertung.

Bewertung des Fragestellers 29.06.2016 | 15:38

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FRAGESTELLER 29.06.2016 5/5,0
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