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Pauschalreise - Flüg überbucht - nur 154 US Dollar pro Person Entschädigung

| 01.07.2010 20:43 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte eine Pauschalreise für zwei Personen beim Online Reisebüro Weg.de gebucht, beim Hinflug kam es zu Komplikationen wegen Überbuchung des Anschluss Fluges.

Bei meiner gebuchten Pauschalreise kam es beim Hinflug von München am 14.03.2010 nach Cancun über Atlanta, zu Überbuchung des geplanten Fluges von Atlanta (USA) nach Cancun (Mexiko). Wir konnten unsere Reise erst am nächsten Tag, um 17.50h wieder fortsetzen. Die Airline Delta stellte uns vor Ort einen Scheck über 154 US Dollar pro Person für diese Verspätung aus.( für Übernachtung und Verpflegung wurde ein Gutschein ausgestellt.)

Ich habe mein Reisebüro (Weg.de) bereits am 31. März darüber informiert und jetzt nach entsprechender Bearbeitungszeit eine Antwort des Anbieters Fünf vor Flug erhalten, das eine weitere Ausgleichszahlung ablehnt wird.

Dazu bekam ich eine Antwort mit folgendem Wortlaut:
Die Erstattung in Bezug auf den Hinflug erfolgte bereits durch die Delta Airlines. Eine weitere Erstattung unsererseits lehnen wir ab.

Nach dieser Absage habe noch mal direkt meine Airline Delta angeschrieben, diese antworteten:
Wir haben bereits am 09.05.2010 unser Antwortschreiben an Ihr Reisebuero
Kimmel GmbH uebersendet.

Die EU Verordnung 261/2004 sieht hier aber eine Entschädigung von 600 Euro pro Person vor, die aber nur für reine Flugreisen gilt.

Besteht die Chance, eine höhere Ausgleichszahlung zu erhalten?

Wenn ja, wie sollte ein entsprechendes Schreiben formuliert sein und wer ist hier mein Ansprechpartner? (Reisebüro oder Airline) bzw. sollte in diesem Schreiben erwähnt werden, das man ein Klage in Betracht zieht?

Sollte es trotz eines entsprechend formulierten Schreibens zur Ablehnung kommen, welche Kosten sind bei einer Klage zu erwarten? (habe keine Rechtschutzversicherung die Reiserecht abdeckt)

Besteht Erfolg bei einer Klage?

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

Es ist rechtlich bislang ungeklärt, ob die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 auch dann gilt, wenn ein planmäßig begonnener Flug nach einer Zwischenlandung außerhalb der Europäischen Union nicht mehr fortgesezt werden kann. Das LG Darmstadt hat dies mit Urteil vom 08.05.2009, Az.: 3 C 1034/08 verneint; der Bundesgerichtshof hat die Frage noch nicht entschieden. In der Literatur wird hingegen vertreten, dass es sich um einen einheitlichen, nicht vollendeten Flug handeln soll, sodass Uneinigkeit herrscht.

Die VO findet aber nach der Rechtsprechung des BGH in jedem Fall keine Anwendung, wenn der zweite Reiseabschnitt von einem anderen Luftfahrtunternehmen ausgeführt wird, dass seinen Sitz nicht innerhalb der EU hat und nicht innerhalb der EU gestartet ist; BGH, 26.11.2009, Az.: Xa ZR 132/08. Ob dies der Fall war, müsste ergänzend geklärt werden.

Ansprechpartner für Forderungen aus der VO ist in jedem Fall das ausführende Luftfahrtunternehmen, nicht der Reiseveranstalter.

Die möglichen Kosten können Sie am besten mit einem Prozesskostenrechner kalkulieren (z.B. http://rvg.pentos.ag/). Der Gegenstandswert/Streitwert würde pro Person bis 600,- € betragen.

Das Risiko für einen Rechtsstreit schätze ich als erheblich ein. Da es sich um eine teilweise ungeklärte Rechtsfrage handelt, ist zu erwarten, dass die Angelegenheit u.U. durch alle Instanzen geklärt werden muss.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.07.2010 | 20:22

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Stellungnahme vom Anwalt:
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