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Pauschalreise 11 Stunden Flugverspätung wegen tech, Schaden

05.05.2010 00:20 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Am 13.04.10 sollte um 14:15 Uhr unser AIR BERLIN Flug von MARSA ALAM nach BERLIN über NÜRNBERG planmäßig starten.
Um 11:00 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt.

Der Flug verspätete sich lt. Anzeigetafel erstmals auf 15:00 und dann immer später (fotografisch festgehalten)
Ansagen gab es nicht, bzw waren diese sehr schwer zu hören. Erst nach langen Warten ergriff ein Fluggast die Initiative und setzte sich mit dem Servicepersonal in Verbindung, um an Informationen zu kommen.
Dieser übermittelte uns nun, dass die Maschine bzgl eines techn. Mangels nicht starten könne und versucht wird, das Problem zu beheben. Ca 17:30 Uhr kam der Pilot, der uns mitteilte, dass es ein schwerwiegenderes Problem sei (Bordcomputer abgestürzt) Ein Techniker war auch nicht vor Ort, der sich mit der Problematik auskennt, laut Aussage des Piloten.
Gegen 18:00 Uhr erhielten wir die Information das eine Maschine aus Düsseldorf eingeflogen werden muss, welche uns dann gegen 01:00 Uhr am 14.04.10 nach DÜSSELDORF fliegen sollte.
Um die Zeit zu überbrücken wurden wir schubweise mit mehreren Bussen in ein nahegelegenes
(ca. 20 Minuten) entferntes Hotel gefahren, wo wir dann endlich mit Abendbrot versorgt wurden.
Vorher wurden keine Anstalten gemacht Essen, Trinken oder Decken für die Kinder auszuteilen.
Zumal der Informationsfluss sehr rarr ausfiel.
Vorher wurden von allen Passagieren die Reisepässe und Flugtickets eingesammelt, welche später wieder zum Check-In ausgeteilt werden sollten.
Gegen 23:00 Uhr ging es dann wieder zurück zum Flughafen MARSA ALAM.
Die Ausgabe der Reisepässe verlief sehr katastrophal und sehr langsam, da das Personal offensichtlich überfordert war, die Namen der Reisepassinhaber vorzulesen . Die Pässe wurden einfach in eine Kiste geworfen, sodass diese durcheinandergerieten und es dadurch auch nochmal länger dauerte.
Wieder opferten sich Fluggäste, die sich der Sache annahmen, um die Ausgabe der Reisepässe zu beschleunigen (ansonsten hätte sich der Start wahrscheinlich noch um Stunden verschoben).

Am 14.04.10, 01:00 Uhr mittlerweile startete unser Flieger AIR BERLIN nach DÜSSELDORF, anstatt planmäßig nach NÜRNBERG. ( Flugnummer änderte sich dementsprechend) Jetzt ging alles schnell. Der Anschlussflieger nach BERLIN wartete bereits auf uns. Die Tickets mussten umgetauscht werden.
Von DÜSSELDORF startete der Anschlussflug nach BERLIN. ( wieder andere Flugnummer)

Angekommen in BERLIN, fehlten auf einmal alle Koffer. Diese befanden sich noch in DÜSSELDORF. Diese wurden später um 17:00 Uhr nach Hause geliefert.
Ankunftszeit war 14.04.10, 09:30 Uhr, statt planmäßige Ankunftszeit 13.04.10, 21:30 Uhr.

Nun waren wir insgesamt knapp 23 Stunden auf den Beinen. Mit 11 Stunden Verspätung.


Nun zu meinen Fragen:
-Wir hätte beide am 14.04.10 Dienst gehabt. Wie sieht es da mit
einer Arbeitsentschädigung aus?
-Benötige ich dafür eine Arbeitsbescheinigung?
-Welche Frist muss ich bei der Ausgleichsforderung einhalten?
-Wie sieht es mit einer Entschädigung/Ausgleichsleistung aus?
-Ich bin auf Schadensersatzanspruch bei Verspätung von Flügen
durch die EU-Verordnung 889/02/EG sowie die Verordnung 261/04/EG gestoßen. Steht mir da etwas zu?

Vielen Dank für die Hilfe

Sehr geehrte Fragestellerin,

1. Sie können Schäden, die Ihnen durch die Verspätung entstanden sind, grundsätzlich ersetzt verlangen. Ein Schadensersatzanspruch kann sich aus Art. 19 des Montrealer Übereinkommens oder auch dem BGB ergeben. Sie müssten dafür zunächst konkret darlegen, welche finanziellen Einbußen Ihnen entstanden sind.

Seitens des Luftfahrtunternehmens besteht die Möglichkeit einer Entlastung: Die Haftung ist ausgeschlossen, wenn es nachweist, dass alle zumutbaren Maßnahmen zur Vermeidung des Schadens getroffen wurden oder dass es nicht möglich war, solche Maßnahmen zu ergreifen. Ob eine Entlastungsmöglichkeit besteht, muss hier offen bleiben, da nicht bekannt ist, ob ein Computerdefekt wie in Ihrem Fall häufiger vorkommt und entsprechende Vorkehrungen hätten getroffen werden müssen.

2. Daneben gibt es die sog. Ausgleichszahlung nach der von Ihnen erwähnten EG-Verordnung über Fluggastrechte (Verordnung [EG] Nr. 261/2004). In Fällen der Annullierung sowie auch - nach der neuesten Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs - einer mehr als dreistündigen Verspätung können Sie eine pauschale Entschädigung verlangen. Abhängig von der Flugstrecke können pro Ticket 250, 400 bzw. 600 EUR verlangt werden. Ein spezielle Frist muss nicht beachtet werden.

Auch hier besteht die Möglichkeit, dass sich die Fluggesellschaft entlastet. Dies ist möglich, wenn der technische Defekt einen »außergewöhnlichen Umstand« darstellte. Bei technischen Defekten ist die Rechtsprechung eher streng und lässt eine Entlastung nur ausnahmsweise zu. Daher stehen die Chancen, einen Anspruch durchzusetzen, grundsätzlich nicht schlecht.

Es sei noch auf Folgendes hingewiesen:

Den Anspruch auf Ausgleichszahlung müssen Sie direkt bei der ausführenden Fluggesellschaft geltend machen (nicht beim Reiseveranstalter der Pauschalreise!).

Wegen der Unannehmlichkeiten kommt jedoch auch eine Reisepreisminderung in Betracht. Eine verzögerte Rückreise kann den Zweck der Reise noch nachträglich beeinträchtigen. Das ist insb. der Fall, wenn die zusätzliche Reisezeit in der Erholung nicht dienlichen Räumen wie Flughäfen oder Flugzeugen verbracht werden muss. Im Fall einer um mehr als sechs Stunden verzögerten Rückreise wurde entschieden, dass der Reisepreis um 50 % eines Tagesreisepreises gemindert werden kann. Der Anspruch gegen den Reiseveranstalter muss innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter geltend gemacht werden.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

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