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Patient kurz vor Entlassung plötzlich verstorben - was tun?

12.02.2014 14:24 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Sehr geehrte Anwälte,

heute morgen ist mein Cousin, der zur Behandlung von Tumoren nach Deutschland eingereist war, plötzlich im Krankenhaus verstorben. Die Krankenschwester fand ihn gegen sieben Uhr morgens tot auf. Die Ärzte wissen noch nicht, was die Todesursache war, der leitende Arzt geht jedoch von einem plötzlichen Herztod/Herzinfarkt aus.
Was meine Familie erschüttert ist folgendes: Wie kann jemand im Krankenhaus versterben und niemand bemerkt es?

Zur Krankengeschichte:
Mein Cousin, 34 Jahre jung, war lebend in Russland. Vor einigen Monaten wurden auf den Nebennieren und an der Bauchspeicheldrüse Tumore festgestellt. Zur Behandlung/Operation der Tumore reiste er nach Deutschland ein, da er hier auf eine bessere Behandlung hoffte, als in Russland. Die Tumore führten zu stark erhöhter Hormonproduktion, welche wiederum seinen Blutdruck rasant in die Höhe steigen ließ. Nach einem längeren Diagnoseaufenthalt mit medikamentöser Blutdruckstabilisierung wurde von den Ärzten entschieden, dass die Nebennieren entfernt werden sollen. Die OP erfolgte vor fünf Tagen und lief nach ärztlicher Aussage problemlos ab. Nach zwei Tagen Wach-/Intensivstation als Folge der OP, wurde er in die normale Pflegestation versetzt, wo er nach wenigen Tagen entlassen werden sollte. Heute morgen erhielten wir dann die schockierende Nachricht, dass er morgens gegen sieben plötzlich tot aufgefunden wurde. Wir sprachen vorhin mit dem leitenden Arzt, der uns mitteilte, dass gegen fünf Uhr laut Aussage einer Krankenschwester noch alles in Ordnung war mit ihm, um sieben Uhr hingegen er von der Krankenschwester bereits tot aufgefunden wurde. Der leitende Arzt kann sich auch nicht erklären, wie dies passieren konnte und geht von einem plötzlichen Herztod aus. Auch sagte mir der Arzt, dass Tumore an den Stellen manchmal die Herzmuskeln beschädigen / schwächen können, das EKG hätte hierfür aber keine Anzeichen gezeigt. Die Obduktion erfolgt morgen früh und soll die Todesursache ermitteln.

Mein Cousin war mit seinem Vater eingereist. Dieser war täglich bei ihm im Krankenhaus von morgens bis abends. Nach der OP und dem zweitägigen Aufenthalt in der Wachstation, wurde er in der Pflegestation nicht mehr an Messgeräte (wie ein Pulsmessgerät) mehr angeschlossen. Der Arzt sagte mir, dass dies so normal sei. Dadurch bemerkte keiner mehr sein "Versterben", sodass er nur noch tot aufgefunden wurde. Sein Blutdruck, der vorher sehr hoch gewesen war, wurde laut dem Vater auch kaum mehr gemessen, während den Tagen in der Pflegestation.

Wie kann es sein, dass jemand in einem Krankenhaus wegstirbt ohne, dass es jemand merkt?
Wären hier Vorsichtmaßnahmen, zumindest Messgeräte nicht angebracht gewesen?
Hätte das Herz nicht näher untersucht werden sollen?
Welche Maßnahmen können wir treffen, um schnellstmöglich herauszufinden, ob hier fahrlässig gehandelt wurde seitens des Krankenhauses und es hierfür haftbar gemacht werden kann?

Mein aus Russland eingereister Cousin war ein Privatpatient, d. h. er bzw. seine Familie muss die Rechnung selbst begleichen. Sein Vater, seine Frau und seine zwei kleinen Kinder stehen nun allein mit den Kosten da. Die für die OP und die Behandlung notwendige Geldsumme wurde bereits auf das Konto des Krankenhauses eingezahlt.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst möchte ich mein Bedauern über den plötzlichen Tod Ihres Cousins ausdrücken.

I.
Zur rechtlichen Situation können zum jetzigen Zeitpunkt keine verbindlichen Aussagen getroffen werden. Grundsätzlich ist es so, dass die behandelnden Ärzte nur dann zivil- oder auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, wenn ihnen ein Behandlungsfehler vorgeworfen werden kann. Dies ist wiederum dann der Fall, wenn die nach dem heutigen Stand der Wissenschaft medizinisch notwendigen Maßnahmen nicht getroffen wurden und dieser Umstand dann zum Tod Ihres Cousins führte. Daher muss zunächst einmal medizinisch geklärt werden, welche Ursache dem Tod zugrunde zu legen ist.

Ihre konkret benannten Fragestellung, ob das Herz näher untersucht und/oder Messgeräte hätten angebracht werden müssen, ist sind medizinische Fragestellungen, die von Medizinern beantwortet werden müssen. Ob dies in der Obduktion geschieht, ist fraglich. Bei solchen wird zumeist nicht darauf eingegangen, ob Fehlbehandlungen ursächliche Todesursache waren. Hier wird zumeist ein weiteres medizinisches Gutachten bezüglich dieser Fragen angeregt.

Möglicherweise liegt hier auch ein Aufklärungsfehler vor. Dies wäre bereits dann der Fall, wenn Ihr Cousin nur des Russischen mächtig gewesen wäre, aber auf Deutsch aufgeklärt wurde. Auch dies ist gegebenenfalls festzustellen.

II.
Welche Maßnahmen können Sie treffen?

1.
Ihnen steht es zunächst frei, Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung zu stellen. In diesem Fall würde die Staatsanwaltschaft im Rahmen der Ermittlungen die Behandlungsakten beschlagnahmen und gegebenenfalls ein weiteres Gutachten in Auftrag geben. Den Strafantrag hätten Sie innerhalb von drei Monaten zu stellen.

Sollten Sie eine Strafanzeige ernsthaft in Betracht ziehen, mache ich jedoch darauf aufmerksam, dass dies zu erheblicher Zeitverzögerung führen kann. Wenn Sie also zivilrechtlich gegen das Krankenhaus bzw. Ärzte vorgehen wollen, kann dies wahrscheinlich erst nach Abschluss der Ermittlungen geschehen. Diese können erfahrungsgemäß einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem ist es dann zumeist schwierig, eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen. Ich rate daher tendenziell von einer Strafanzeige ab.

2.
Es besteht für Sie außerdem die Möglichkeit, ein Schlichtungsverfahren durchzuführen. Dieses wäre für Sie eine kostengünstige Möglichkeit, das Vorliegen eines Behandlungsfehlers prüfen zu lassen. Aber Achtung: Diese Möglichkeit besteht wiederum nur dann, wenn kein Strafverfahren gegen die beschuldigten Ärzte läuft!

Sie müssen auch beachten, dass die Ärzte/das Krankenhaus nicht an die Entscheidung der Schlichtungsstelle gebunden ist.

3.
Sie können auch ein Privatgutachten erstellen lassen. Diese sind aber mit hohen Kosten verbunden.

Was können Sie verlangen, wenn ein Behandlungsfehler vorliegt?
Sollte sich ein Behandlungsfehler bestätigen, können Sie u.a.
- die Beerdigungskosten,
- mögliche Unterhaltsschäden, wenn der Verstorbene unterhaltspflichtig war,
- mögliche Rückführungskosten nach Russland etc. verlangen.

Ob Sie die Krankenhauskosten (teilweise) zurückverlangen können, kann ohne weitere Informationen nicht beantwortet werden. Grundsätzlich kann auch bei Behandlungsfehlern kein Honorar zurückverlangt werden, es sei denn, die Leistungen des Arztes/Krankenhauses sind vollkommen unbrauchbar. Wenn Sie aber in Vorleistung getreten sind, können Sie für die nicht erbrachten Leistungen selbstverständlich den gezahlten Betrag zurückfordern.

III.
In jedem Fall, sind die Behandlungsunterlagen anzufordern und Beweismittel für alle in Betracht kommenden Schäden zu sammeln (Quittungen für alle Ausgaben etc.).

Sollten Sie weitere Hilfe in der Angelegenheit benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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