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| 08.02.2019 19:43 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Zusammenfassung: Pflichtteil, Nachlassverzeichnis

Mein Mann hat aus 1.Ehe zwei Kinder, ich habe aus 1.Ehe einen Sohn der in unserem Haushalt gelebt hat.Wir haben keine gemeinsamen Kinder! Während unserer Ehe (Zugewinngemeinschaft) haben wir eine Eigentumswohnung gekauft, inzwischen schuldenfrei, wobei mein Mann aufgrund seines hohen Einkommens den Großteil bezahlt hat! Im Grundbuch stehe nur ich! Die Kinder (und deren Abkömmlinge) meines Mannes sind testamentarisch enterbt, erhalten daher nur den Pflichtteil!
Bei meinem Ableben ist mein Sohn mein Alleinerbe und mein Mann erhält Wohn- und Niesrecht, dies ist ebenfalls per Testament hinterlegt!
Seit 7 Jahren ist mein Einkommen nun ca.1000€ Netto höher als die Rente meines Mannes! Wie ist denn nun der Pflichtteil der Erben meines Mannes zu errechnen und wie verhält es sich mit der Wertsteigerung der Wohnung im Erbfall?
Würden die Kinder meines Mannes davon profitieren?

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Maßgebend für die Ermittlung des Erbes und der Berechnung des Pflichtteils ist der Todestag des Erblassers. Welches Einkommen Sie und Ihr Ehemann haben bzw. hatten, ist weder für das Erbe noch für die Höhe des Pflichtteils von Bedeutung.

Allein das, was zum Todestag als dem entscheidenden Stichtag vorhanden ist, fällt in den Nachlaß und ist auch Grundlage für die Pflichtteilsberechnung.

Zwar gibt es von diesem Grundsatz auch Ausnahmen (Stichwort: fiktiver Nachlaß), aber diesbezüglich bietet der Sachverhalt nicht genügend Anhaltspunkte, um diesen Aspekt zu vertiefen.


2.

Im Fall des Ablebens Ihres Ehemanns sind Sie Alleinerbin. Pflichtteilsberechtigt sind die Kinder Ihres Ehemanns aus erster Ehe.

Der Pflichtteil besteht in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Dabei handelt es sich um einen Geldanspruch der Pflichtteilsberechtigten gegen Sie als Erbin.

Geht man im Rahmen der Zugewinngemeinschaft von gesetzlicher Erbfolge aus, würden Sie zu 1/2 und die Kinder Ihres Ehemanns ebenfalls insgesamt zu 1/2 Erben nach dem Tod des Ehemanns bzw. Vaters. Da sich der Pflichtteil auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils beläuft, haben die Kinder Ihres Ehemanns einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 1/4.


3.

Die Pflichtteilsberechtigten werden im Todesfalls Ihres Ehemanns von Ihnen die Erstellung eines Nachlaßverzeichnisses verlangen. In das Nachlaßverzeichnis ist sowohl das Aktivvermögen (Sparkonten, andere Konten, Wertpapiere usw.) als auch das Passivvermögen (Schulden) aufzunehmen. Auch die Beerdigungskosten können vom Aktivnachlaß abgezogen werden.

Vom Aktivnachlaß wird der Passivnachlaß abgezogen. Aus der Differenz errechnet sich der Reinnachlaß, der die Grundlage für die die Pflichtteilsberechnung ist. Die Kinder Ihres ersten Ehemanns erhalten hiervon 1/4, wobei es sich, wie oben bereits gesagt, um einen Geldanspruch handelt.


4.

Die Eigentumswohnung steht in Ihrem Eigentum und gehört damit nicht zum Nachlaß des Ehemanns.


5.

Grundbesitz wird zum Todestag bewertet. D. h., maßgebend ist der Verkehrswert einer Immobilie zum Stichtag des Todes.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.02.2019 | 20:55

Verstehe ich Sie richtig?! Die Erben meines Mannes erhalten keinen Erbteil aus der Wertsteigerung der Eigentumswohnung, wohl aber von meinem Bausparer, Wertpapieren, Risterrente bzw. den jeweiligen Ansparsummen und Wertgegenständen?
Wir wollten uns jetzt eigentlich etwas leisten und nicht für künftige Erbansprüche, immerhin 1/4 unseres Vermögens, sparen müssen!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2019 | 21:25

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Da Sie im Grundbuch bezüglich der Eigentumswohnung stehen, sind Sie allein Eigentümerin dieser Immobilie. Die Eigentumswohnung gehört folglich nicht zum Nachlaß Ihres Ehemannes mit der Folge, dass die Wohnung für die Pflichtteilsberechnung nach dem Tod Ihres Ehemannes keine Rolle spielt.


2.

Von Spargutenhaben und Wertgegenständen, die Ihnen gehören, erhalten die Pflichtteilsberechtigten nach dem Tod Ihres Ehemanns ebenfalls nichts.


3.

Sie müssen sich vor Augen führen, dass nach dem Tod Ihres Mannes nur das in den Nachlaß fällt, was ihm gehört. Und natürlich unterliegt auch nur das den Pflichtteilsansprüchen. Was Sie haben, seien es Rentennanwartschaften, Sparguten usw. hat mit dem Nachlaß Ihres Ehemanns nicht zu tun.


4.

Und: Sie können sich zu Lebzeiten leisten was Sie wollen und können. Auf Erben und Pflichtteilsberechtigte brauchen Sie keine Rücksicht zu nehmen.

Natürlich: Die Pflichtteilsansprüche stehen im Raum. Aber je geringer der Nachlaß Ihres Ehemanns ist, desto niedriger fallen die Pflichtteilsansprüche aus. Hinterläßt Ihr Ehemann nichts, reduziert sich der Pflichtteil auf Null.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 08.02.2019 | 21:40

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 08.02.2019 5/5,0
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