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Partnerverträge und Verkauf an angebliche Bestandskunden in der Softwarebranche

29.11.2012 01:03 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Hallo, ich arbeite von der europäischen Vertriebszentrale in GB aus bei einem bekannten Softwarehersteller welcher für Unternehmen aller Größen Lösungen in der Datenanalyse liefert. Wir haben in ganz Deutschland sehr viele Distributionspartner und Kunden, verkaufen auch direkt an Endkunden. Da viele dieser Partner leider nicht sehr erfolgreich sind im Vertrieb unserer Softwarelizenzen und statt dessen lieber Ihre Dienstleistungen an unsere Kunden verkaufen, hat sich unsere Geschäftsführung in den USA dafür entschieden, Kunden anzugehen welche schon seit über einem Jahr eine Lizenz von uns haben, jedoch danach nichts weiteres von uns bezogen hatten.

Leider hat dies zu enormen Problemen mit unseren Vertriebspartnern geführt. Diese fühlen sich verletzt weil man angeblich deren Bestandskunden anruft! Es wird geschimpft und geblöfft was geht, gedroht mit rechtlichen Konsequenzen die mir als Vertriebler nicht nachzuvollziehen sind. Fakt ist, diese Vertriebspartner würden am liebsten alle Firmen Deutschlands als deren eigen Brandmarken und meinem Arbeitgeber keine direkte Vertriebsschiene erlauben. Es ist schwer nachzuvollziehen ob ein Unternehmen schon Kunde von einem Partner ist weil dieser seine Projekte nicht in unserem System registriert, ich aber alle Vorgänge reinstellen muss! Oftmals hat dann ein Partner mir nichts dir nichts bei einem meiner Direktkunden angerufen und sich das Geschäft an den Nagel gerissen!

Ich habe als in diesem Softwareunternehmen tätiger Arbeitnehmer im Vertrieb sowohl per Partner als auch direkt bei Abnehmer Lizenzen platziert. Vor einer Woche war ich bei einer Firma in Bayern vor Ort und habe dort ein Erweiterungsangebot abgegeben. Der Käufer hat mir versichert, seit über zwei Jahren kein weiteres Angebot über unsere Lösung bekommen zu haben und mit keinen Partner von uns zu reden.

Jetzt kommt ein Geschäftspartner und sagt, es sei sein Bestandskunde, droht mit Gericht und hat eine schriftliche Beschwerde gegen mich bei meinem Arbeitgeber eingereicht. Ich muss jetzt ein internes Disziplinarverfahren durchmachen und erklären, warum ich einen Kunden des Vertriebspartners angegangen bin!

Meiner Ansicht nach ist dies alles großer Quatsch! Wenn ich einen VW von Händler A kaufe heisst daß noch lange nicht, daß ich den nächsten nicht von Händler B kaufen kann. Ich lebe in einem freien Land, verkaufe in einem freien Markt hinein und keiner kann mir als Vertriebler verbieten, meinen Job zu machen! Weiterhin gibt es doch wohl Wettbewerbsregeln in Deutschland und EU weit! Kann man mir verbieten, vermeintliche Bestandskunden der Partner anzugehen? Können die Vertriebspartner uns überhaupt verbieten, direkt an unsere Lizenzabnehmer zu verkaufen? Darf mein Arbeitgeber in Folge dessen eine interne Disziplinaruntersuchung anregen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Es kommt entscheidend darauf an, ob die Verträge zwischen Ihrem Arbeitsgeber und den Partnern eine sogenannte Kundenschutzklausel enthalten oder nicht.

Solche Kundenschutzklauseln schreiben fest, dass die eine Vertragspartei der anderen Vertragspartei keine Kunden abwerben darf.

Wenn eine solche Kundenschutzklausel vorhanden ist, kann Ihr Verhalten in der Tat gegen diese Verträge verstoßen haben. Auch kann der Partner Ihnen dann durchaus verbieten, direkt an Ihre Lizenznehmer zu verkaufen.
Das ist dann keine Frage des freien Marktes oder des Wettbewerbsrechtes, sondern einfach der Verträge zwischen Ihrem Arbeitgeber und den Partnern.

Die Frage der internen Disziplinaruntersuchung unterliegt Ihrem Arbeitsvertrag. Grundsätzlich kann ein Arbeitgeber stets eine interne Disziplinaruntersuchung anregen, wenn ihm Indizien eines Fehlverhaltens des Arbeitnehmers vorliegen. Das bedeutet nicht, dass tatsächlich Fehlverhalten vorlag.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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