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Parteiverrat durch Anwalt

| 19.06.2008 11:10 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Anwalt hat mich am Amtsgericht und Landgericht mit einer Vollmacht über allen Instanzen, also auch OLG, vertreten. Nach der Verhandlung am LG vergewissert ich mich, dass er mich auch am OLG vertreten wird. Er sagte dies zu. Als ich Ihn telefonisch und schriftlich bat Berufung am OLG einzureichen, schrieb, teilte er mir mit, dass er das Mandat mangels Erfolgsaussichten beenden wird. Ich teilte ihm mit, dass ich gewillt bin trotzdem das Verfahren am OLG fortzusetzen. Der Richter am LG hatte zuvor mit meinem Anwalt gesprochen und auf unbedingte Beendigung des Rechtsstreites gedrängt. Mein Rechtsanwalt teilte nun mit, dass er das Mandat mangels Erfolgsaussichten niederlegen will und er wolle mir behilflich sein einen entsprechenden Anwalt zu finden. Er legte fristwahrend Berufung ein, verlangte von mir weitere Zuarbeit, die ich ihn übermittelte. Seine Mandatsniederlegung wolle er bis zu einem festen Termin überdenken und ich solle nochmals meine Meinung darlegen. Innerhalb der abgesprochenen Frist erhielt ich von ihm Bescheid, dass er das Mandat mangels Erfolgsaussichten, also während der Frist der Begründung der Berufung, niederlegte und dies dem Gericht mitteilte. Da ich diese Mitteilung nicht bekam ging ich weiterhin davon aus, dass seine Drohung der Mandatsniederlegung und keine Mandatsniederlegung vorliegt. Ich bat ihn erneut um die Fortführung des Mandats und wies darauf hin, dass der von ihm empfohlene RA, nach einem Gespräch, das Mandat nicht übernehmen wird. Es ist auch nachvollziehbar, wenn ein jahrelanger Rechtsstreit durch einen seriösen Anwalt, als mit fehlenden Erfolgsaussichten gekennzeichneten Rechtsstreit, den Prozess nicht fortführen will.
Trotz meines Hinweises, dass ich keinen Anwalt habe und dringend um Berufungsbegründung bitte, wurde keine Begründung eingereicht und der Prozess ist damit verloren.
Zu bemerken ist noch, dass ich seine Kündigung an das Gericht erst nach Verfristung der Berufungsbegründung zugeschickt bekam.
Zu bemerken ist noch, dass in einem Teilvergleich alle Forderungen meinerseits ausgeschlossen wurden, obwohl ich eine Teilforderung, wie ich den Rechtsanwalt und Richter mitteilte ausgenommen wissen will. Im Urteil des LG ist vermerkt, dass mir eigentlich die Teilforderung zusteht und mein Rechtsanwalt dies hätte beantragen müssen. Dies war bereits 2002 durch meinen Rechtsanwalt erstritten worden.
Hat mein Rechtsanwalt nach Paragraph 627 BGB Absatz 2 zu Unzeit gekündigt und kann ich Schadenersatz verlangen?
Besteht Mandanten Verrat wenn mein Rechtsanwalt illegale Absprachen mit den Richtern trifft (keine Fortführung des Rechtsstreites am OLG), eventuell in Absprache mit den gegnerischen Rechtsanwalt?
Besteht der Verdacht des Betruges oder eines anderen Straftatbestandes?

19.06.2008 | 12:03

Antwort

von


(562)
Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
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Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Strafrechtlich hat sich Ihr Rechtsanwalt wohl nichts zu schulden kommen lassen.

Ein Parteiverrat setzt voraus, dass ein Anwalt oder ein anderer Rechtsbeistand, bei den ihm in dieser Eigenschaft anvertrauten Angelegenheiten in derselben Rechtssache beiden Parteien durch Rat oder Beistand pflichtwidrig dient; § 365 StGB .
Ihr Rechtsanwalt hätte also der gegenerischen Partei pflichtwidrig dienen müssen. Der Richter am LG ist ebensowenig gegnerische Partei wie der gegnerische Rechtsanwalt.

Auch eine Verletzung von Privatgeheimnissen nach § 203 StGB kommt nicht in Betracht, da selbst wenn es eine Absprache zwischen Ihren Rechtsanwalt und dem Richter am LG gegeben hätte, das Einlegen der Berufung spricht dagegen, wäre dies allein kein Geheimnisverrat. Ob im Gespräch mit dem gegnerischen Rechtsanwalt ein Geheimnisverrat erfolgte wissen Sie nicht - ebensowenig ob und welche Absprachen getroffen wurden.

Betrug kommt ebenfalls nicht in Betracht.

Es steht Ihnen jedoch frei Anzeige gegen den Rechtsanwalt zu erstatten.

2.
Hinsichtlich Ihrer Schilderung zur Kündigung des Mandatsverhältnisses sehe ich einen Widerspruch. Einerseits schreiben Sie:
"Innerhalb der abgesprochenen Frist erhielt ich von ihm Bescheid, dass er das Mandat mangels Erfolgsaussichten, also während der Frist der Begründung der Berufung, niederlegte und dies dem Gericht mitteilte."

anderserseits schreiben Sie nur einen Satz später:

"Da ich diese Mitteilung nicht bekam ging ich weiterhin davon aus, dass seine Drohung der Mandatsniederlegung und keine Mandatsniederlegung vorliegt."

Bitte konkretisieren Sie mittels Nachfragemöglichkeit wann Sie Kenntnis von der Mandatskündigung erhalten haben.

Sollte Ihnen die Kündigung vor dem Ende der Berufungsbegründungsfrist nicht zugegangen sein, kommt es auf eine mögliche Kündigung zur Unzeit nicht an. Dann bestand das Mandatsverhältnis über das Fristende der Berufungsbegründung hinaus, bis Sie Kenntnis von der Kündigung erhalten haben. Hat Ihr Rechtsanwalt die Berufungsbegründungsfrist versäumt, hat er eine Pflichtverletzung begangen. Hat diese Pflichtverletzung zu einem Schaden geführt hat er diesen grundsätzlich zu ersetzen.

Ob eine Kündigung zur Unzeit efolgt ist, hängt davon ab, ob es Ihnen möglich gewesen wäre einen anderen Rechtsanwalt zu beauftragen, soweit und sobald dies nötig ist. Dabei kommt es auf den Zeitraum zwischen Kündigung und Ende der Berufungsbegründungsfrist und dem Umfang des Prozessstoffes an. Letzteres ist von hier nicht zu beurteilen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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