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Parship Inkasso - Muss ich zahlen?

03.07.2017 11:25 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Zusammenfassung: Inkassoforderung von Parship nach außerordentlicher mündlicher Kündigung

Ich habe letzte Woche von einem ähnlichem (vielleicht auch dem gleichem Inkasso Unternehmen parship@inkassounternehmen.de) ein Schreiben bekommen, ich solle meine Rechnung bei Parship begleichen.

Als Vorgeschichte. Ich habe mich bei Parship angemeldet und das mit einer 1-Jahres Mitgliedschaft. Habe mich dann aber recht schnell und ohne Hilfe von Parship, neu verliebt und habe so schon einen Monat später, meine Mitgliedschaft kündigen wollen.
Nach einigem hin und her per Telefon, wurde mir von einem Mitarbeiter von Parship (am 06.01.2016), meine Kündigung bestätigt, allerdings mit der Bitte, meinen Account sofort zu löschen, da erst dadurch die Kündigung richtig vollzogen werden könnte.
War mir zu dem Zeitpunkt fast egal, weil ich ja eine neue Freundin hatte und habe dies auch umgehend gemacht.
So lebte ich normal weiter. Bis ich halt am letzten Samstag das Schreiben der Inkasso bekommen habe. Dort wird mir vorgeworfen, ich habe auf keinen Mahnungen reagiert. Was für Mahnungen? Ich meine, wenn ich welche bekommen hätte, hätte ich mich viel schneller darum gekümmert und hätte nicht noch ein Jahr gewartet. Jetzt sollte ich innerhalb einer Woche 340 € bezahlen.
Außerdem hatte Parship eine Einzugsermächtigung, welche Sie auch genutzt hat. Die Beiträge wurden auch bis zum 31.10.2016 eingezogen. Also bis zum Ende der mir zu gesicherten Mitgleidschaft. Länger nicht. Das wäre mir dann aber ja auch aufgefallen.
Wie groß sind die Chancen, da ein erfolgreiches Ende hinzubekommen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die einfache Kündigung zum Ende der Vertragslaufzeit muss grundsätzlich in Textform erfolgen, d.h. brieflich, per Fax oder Email.
In den AGB von Parship ist die Kündigung per Email zwar nicht ausdrücklich genannt. Ein Emailschreiben unterfällt jedoch der gesetzlichen Definition von Textform im Sinne von § 126b BGB (anders wäre es bei Schriftform, s. § 126 BGB). Nach einem Urteil des LG München (Urteil vom 30.01.2014, Az. 12 O 18571/13) wäre es Partnerbörsen aber ohnehin untersagt, die Kündigung per Email auszuschließen.

Ein Dienstverhältnis über höhere Dienste, die eine besondere Vertrauensstellung zwischen Kunde und Dienstleister erfordern, sind jederzeit sofort kündbar.
Ein solches Vertrauensverhältnis ist auch dann begründet, wenn der Kunde Daten aus seinem Privat- und Intimbereich offenbart, um Unterstützung bei der Partnersuche zu erhalten. Dies wäre für alle Partnerbörsen zu bejahen, die das Ausfüllen umfangreiche Fragebögen über persönliche Vorlieben, Eigenschaften etc. verlangen.
Dieser Ansicht haben geäußert das AG Schöneberg (Urteil vom 27. Januar 2010, Az.: 104a C 413/09) und das AG Bremen (Urteil vom 03.07.2013, Az: 23 C 106/13).

Ihre mündliche Kündigung am Telefon leidet an der Form.
Ist die Kündigung jedoch telefonisch angenommen worden, was Sie im Zweifelsfall beweisen müssen, dann gilt die Kündigung auch. Der unterbliebene Lastschrifteinzug spricht in jede Fall dafür.
Was die Mahnungen angeht hat das Inkassounternehmen die Beweislast, dass die versandten Mahnungen auch bei Ihnen zugegangen sind.

Meine Empfehlung geht daher dahin, ein Schreiben an das Inkassoinstitut, und eventuell später noch an einen eventuell weiterhin zusätzlich tätigen Anwalt zu richten, per Einschreiben mit Rückschein.

Nehmen Sie in Ihrem Schreiben Bezug auf Ihre Kündigung, die telefonische Bestätigung und die Einstellung der Lastschrift und bestreiten Sie die erbrachten Leistungen von Parship (natürlich nur, sofern das auch stimmt). Bestreiten Sie zudem den Zugang etwaig versandter Mahnungen. Stellen Sie klar, dass Sie unter keinen Umständen zur Zahlung bereit sind und bitten Sie um Klageerhebung. Dadurch sind weitere Mahnungen überflüssig und weitere Inkassokosten später wegen der Zahlungsverweigerung nicht notwendig nicht mehr erstattungsfähig, selbst wenn Parship wider Erwarten einen Prozess gewinnen sollte.

Alle weiteren Schreiben des Inkassounternehmens kommen in einen Sonderordner und werden einfach abgeheftet. Reagieren brauchen Sie eigentlich nur auf einen Mahnbescheid (Kreuzchen, Unterschrift und zurück ans Amtsgericht/ Mahngericht) oder auf eine Klageschrift, übersandt durch ein Gericht.

Bei der Suche im Internet nach Parship findet man einige Negativberichte über Parship und deren Praktiken. Eine Meldung Ihres Falles an eine Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe kann daher auch nichts schaden, das kann zu zusätzlichem Druck auf Parship führen, denn die Verbraucherverbände können derartige Praktiken bei Vorliegen der Voraussetzungen aus eigenem Recht abmahnen bzw. sogar gerichtlich auf Unterlassung in Anspruch nehmen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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