Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Parkplatz und Einfahrt

| 05.09.2010 19:42 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,


folgende Situation:
Meine Frau und ich wohnen außerhalb einer geschlossenen Ortschaft, direkt an einer stark befahrenen Bundesstraße. Die Ausfahrt, verbunden mit einem größeren Parkplatz befindet
sich auf unserem und auf dem Nachbargrundstück. Seit 20 Jahren wird das von beiden Grundstückseigentümern und seit 5 Jahren, nach dem Grundstücksverkauf, von dem jetzigen
Nachbarn, problemlos genutzt. Nun häufen und vergrößern sich die Schikanen in den letzten paar Jahren. Anfangs habe ich das Nachbarehepaar darauf angesprochen, das endete dann meist mit weiteren Schikaneandrohungen und zuletzt mit den Worten: „Das ist unser gutes Recht". Wir haben dann die weiteren Schikanen ohne Reaktion hingenommen in der Hoffnung, dass sich die Lage beruhigt. Das war eine falsch Hoffnung, wie sich jetzt zeigt.
Nun laufen wir Gefahr, dass uns die Verjährung der einzelnen Attacken zum Nachteil wird.
Die da sind:
1. eine unsrer Garagenausfahrten führt wegen Grenzbebauung einige Meter (seit 14 Jahren) über das Nachbargrundstück. Neben dem Garagentor führt unser Dachrinnenrohr nach unten und leitet das Regenwasser auf Grasland des Nachbargrundstückes (seit über 20 Jahren), weil es durch den Niveauunterschied des gesamten Umlandes nicht anders möglich ist.
Seit Herbst 2009 hat der Nachbar einen Wassergraben so knapp neben besagte Garageneinfahrt gegraben, dass ich mit dem PKW nicht mehr in diese Garage fahren kann. Nebenbei wurden dabei die Versorgungsleitungen (Wasser und verschiedene E-Leitungen) zu unserem zweiten Grundstück freigelegt;

2. in dieser Einfahrt trägt der Nachbar seit einigen Tagen Erde ab und entfernt
Pflastersteine, sodass ich selbst mit meinem Kleintraktor bald nicht mehr aus der Garage fahren kann. Die dabei ausgegrabenen faustgroßen Steine wirft er auf unsere Parkfläche;

3. das Nachbarehepaar parkt ihren Transporter und ihren Jeep, zwar auf ihren Teil der
Einfahrt, aber betont so sperrig in der Mitte, dass wir mit unserem PKW nur unter Schwierigkeiten, und nicht ohne Gefahr, rückwärts von der Bundesstrasse in unsere zweite Garage fahren können. Bis zu dieser Veränderung parkten die beiden Fahrzeuge ohne Probleme jahrelang auf unserem Teil des Parkplatzes.
Außerdem ist ihr Grundstück sehr groß, können bequem auch wo anders parken.

Das sind nur einige Beispiele.
Was können wir dagegen unternehmen?
Haben wir überhaupt eine Chance, auch wenn sich das alles genau genommen auf seinem Grundstück abspielt?
Sollten wir den Nachbar jedes Mal Ansprechen oder Anschreiben, ganz gleich wie seine Reaktion ist?
Wer kann uns gegebenenfalls helfen?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Zunächst ist davon auszugehen, dass wegen der gemeinsamen Einfahrt auf dem jeweiligen Grundstück zugunsten des jeweils anderen Nachbarn eine Grunddienstbarkeit in Form eines eingetragenen Fahr- oder Wegerechts lastet. Denn nach § 1018 BGB kann ein Grundstück zugunsten des Eigentümers eines anderen Grundstücks in der Weise belastet werden, dass dieser das dienende Grundstück in einem bestimmten Umfang benutzen darf (=Grunddienstbarkeit). Dies hat dann der jeweilige Eigentümer des dienenden Grundstückes zu dulden. Sofern es sich also um ein zu Ihren Gunsten im Grundbuch eingetragenes Fahr- oder Wegerecht handelt, das Ihnen die Zufahrt zu Ihrem Grundstück sichern soll, darf der Nachbar in der gemeinsamen Einfahrt nicht parken und diese auch nicht durch anderweitige Maßnahmen wie die geschilderten Steinablagerungen ohne Ihre Einwilligung beeinträchtigen. Da insoweit ein parkendes Auto sowie die Steine Ihre Einfahrt versperren, beeinträchtigt dies Ihr Fahrrecht. Denn ein Fahrrecht beinhaltet insbesondere auch kein Recht, ein Fahrzeug abzustellen (OLG Karlsruhe NJW-RR 91,785 ).

Vorliegend gehe ich also erst einmal davon aus, dass hinsichtlich des Fahr- und Wegerechts zugunsten Ihres Nachbarn und umgekehrt eine entsprechende Grunddienstbarkeit in das jeweils andere Grundbuch eingetragen worden ist. Hierdurch wird neben dem dinglichen Recht gleichzeitig ein gesetzliches Schuldverhältnis begründet. Dessen Inhalt richtet sich nach §§ 1020 ff. BGB . Die Dienstbarkeitsberechtigten sind dabei nach § 1020 S. 1 BGB zu einer schonenden Ausübung der Dienstbarkeit verpflichtet. Soweit auf dem belasteten Grundstück eine Anlage wie Ihre Garage unterhalten wird, so hat der Berechtigte diese in einem ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten, der Verpflichtete diese zu dulden und nicht zu beeinträchtigen. Dies gilt auch bei einem Mitbenutzungsrecht durch den Eigentümer. Nach § 1021 BGB ist der Berechtigte deswegen auch zur Unterhaltung verpflichtet. Dies bedeutet, dass er also auch Adressat der Verkehrssicherungspflicht, also Räumung von Schnee, Eis und anderen Beeinträchtigungen ist. Folglich wäre Ihr Nachbar vor diesem Hintergrund auch zur Räumung der dort deponierten Steine und Erdablagerungen verpflichtet.

Aber auch wenn es sich eventuell doch nicht um eine Dienstbarkeit in Form eines eingetragenen Fahr- oder Wegerecht handelt, sondern Sie beide Miteigentümer der gemeinsamen Zufahrt sind, darf der Nachbar dort nicht parken oder die Steine und Erde lagern, da er Ihnen nach Ihrer Schilderung damit die Zufahrt zu Ihrem Grundstück und der Garage versperrt und somit den Mitgebrauch der Einfahrt beeinträchtigt. Denn nach § 743 Abs. 2 BGB ist jeder Teilhaber zum Gebrauch des gemeinschaftlichen Gegenstands nur insoweit befugt, als nicht der Mitgebrauch der übrigen Teilhaber beeinträchtigt wird.

Im Übrigen regelt auch noch § 12 Abs.3 StVO , dass vor Grundstücksein- und ausfahrten das Paren unzulässig ist. Es ist dabei unerheblich, ob die Ausfahrt auch tatsächlich als Ausfahrt genutzt wird. Auch hierauf können Sie Ihre Nachbarn ergänzend hinweisen, ggf. dessen Fahrzeug sogar abschleppen lassen.

Schließlich ist auch das Verhalten Ihrer Nachbarn in Zusammenhang mit deren Aussage, „dies sei ihr gutes Recht" so nicht haltbar. Denn nach § 226 BGB ist eine Rechtsausübung unzulässig, wenn sie nur den Zweck hat, einem anderen Schaden zuzufügen und sich nicht aus dem Recht des Eigentümers, mit seinem Eigentum nach Belieben zu verfahren, rechtfertigen lässt. Nach dem OLG Düsseldorf, Urteil vom 04.09.2000, liegt ein schikanöses Verhalten, dass dann sogar zu einer Haftung und darauf basierenden Schadensersatzansprüchen führen kann, dann vor, wenn Einzelne beim Benutzen in der Grundstückseinfahrt ausgeschlossen werden. So stellt sich dies hier nach Ihrer Schilderung jedenfalls auch dar. Es gibt in diesem Zusammenhang eben auch Fälle, die vor Gericht wegen Schadenersatzansprüchen des Geschädigten verhandelt wurden und dabei eine volle Haftung aus § 226 BGB i.V.m. § 826 BGB wegen unzulässiger Rechtsausübung angenommen haben.

Sie sollten Ihre Nachbarn im Interesse des hoffentlich trotzdem noch möglichen Nachbarschaftsfriedens am besten zunächst persönlich unter Darlegung und Hinweis zu den aufgezeigten Rechtsgrundsätzen auffordern, in Zukunft nicht mehr auf der Einfahrt zu parken und dort keine Erde und Steine mehr zu lagern. Wenn das nichts hilft, sollten Sie diese Aufforderung aus Beweisgründen schriftlich per Einschreiben mit Rückschein wiederholen. Sollten Ihre Nachbarn sich dann auch in Zukunft nicht daran halten, müssten Sie ggfs. auf Beseitigung bzw. Unterlassung klagen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich noch einen schönen Sonntagabend und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 05.09.2010 | 22:05

Danke für Ihre schnelle Antwort.
Nein eine grunddienstbarkeit ist nicht eingetragen.
Wie kann ich Mandant bei Ihnen werden? Sie in Berlin und wir in Erfurt, wie teuer soll das werden? Oder welche Lösung gibt es da?
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.09.2010 | 22:26

Sehr geehrter Fragesteller,

gern bin ich natürlich auch bereit, Ihre Interessen im Rahmen eines ordentlichen Mandatsverhältnisses zu vertreten. Bei Bedarf können Sie mich insofern gern anrufen. Sollten Sie also hier nicht selbst tätig werden wollen oder dabei zukünftig nicht erfolgreich sein (Forderungen stellen - ggf. per Einschreiben Rückschein, Klage androhen), kann ich das natürlich gern für Sie übernehmen. Insoweit vertrete ich Sie auch gern anwaltlich, wenn Sie dies wünschen, wobei die Kommunikation heutzutage auch problemlos via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen kann und einer Beauftragung auch bei einer gewissen Entfernung nicht entgegensteht. Auch in anderen Mandaten bin ich bereits bundesweit tätig, bei Bedarf kann ich z.B. auch jederzeit einen weitern Kollegen vor Ort in gerichtlichen Angelegenheiten als Terminsvertreter oder Korrespondenzanwalt einsetzen ohne dass meinen Mandanten zusätzliche Kosten entstehen.

Also einfach ausgedrückt: wenn Sie dies wünschen, finden wir sicher eine Lösung. Jedenfalls hoffe ich, Ihnen hier erst einmal ausreichend erste Ansatzpunkte geliefert zu haben und würde mich abschließend auch über eine positive Bewertung durch Sie sehr freuen.

Bis dahin eine gute Nacht und eine erfolgreiche nächste Woche.

MfG RA Thomas Joschko

Bewertung des Fragestellers 05.09.2010 | 22:37

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Sehr geehrter Herr Joschko,
wir werden die Sache nun mal überschlafen und
uns sicherlich wieder melden.
Doch zunächst werde ich den Nachbar ansprechen und sicherlich anschreiben.
Mit freundlichen Grüßen

"