Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.170
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Parkettverlegung, Haftung, Werksvertrag


05.10.2006 15:19 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ein Parkettverleger hat uns nach Besichtigung der Wohnung ein Angebot für die Entfernung des alten Parketts, Spachteln der vorhandenen Spannplatten sowie Verlegung von Spannplatten wo nicht vorhanden und Parkettverlegung auf eine Fläche von etwa 69 qm. gemacht. Die Parkettverlegung war als eine der Positionen: versiegeln, liefern, verlegen und fest verkleben und hatte einen Pauschalpreis pro qm.

Die Wohnung ist Altbau, Parterre.

Der Parkettverleger hat in zwei Zimmer das Parkett verlegt. Im zweiten Zimmer hat sich das Parkett durch feuchte Umstände (Große Luftfeuchtigkeit, nasse Wände und nicht trockene Spachtelmasse) nach oben verbogen. Am 02.08.2006 kam er mit einem befreundeten Sachverständigen, der ihm das auch bestätigte.
Das Parkett wurde heraus genommen im Rahmen der Gewährleistung des Parkettverlegers.

Nach 2 Monaten sollte der Parkettleger weiter Parkettverlegen. Er kam wieder mit dem Sachverständigen, der diesmal die Ursache des Verbiegens in die Feuchtigkeit der Kellerräume fand. Danach sagte der Parkettleger er wolle nicht mehr weiter arbeiten, da er Angst hat das Parkett wird sich wieder verbiegen. Oder er arbeitet ohne Haftung für den Fall, dass das Parkett sich w/Feuchtigkeit wieder verbiegt. Wir waren damit nicht einverstanden.

Wir haben ihm 2 Termine für die Fertigstellung eingeräumt.

Fragen:
1. Unter welchen Voraussetzung kann er aus dem Vertrag austreten bzw. wir eine andere Firma beauftragen?
2. Beim Ausstieg stehen ihm Zahlungen für das nicht verlegte Parkett zu ?
3. Wir nehmen an Zahlungen für die geleistete Arbeiten stehen ihm zu, wobei den Schadenersatz für die Verzögerung ab der Terminbefristung abgezogen werden können? Trifft das zu ?
05.10.2006 | 16:20

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

1. Nach Ihrer Schilderung hat der Parkettverleger das Werk nur zu 50% erstellt und weigert sich nun, den Auftrag zu Ende zu bringen.

2. Gemäß §§ 631, 643, 642 BGB und nach allgemeinen Vorschriften des BGB hat der Unternehmer (Parketthersteller) nur unter bestimmten Voraussetzungen das Recht zu kündigen. So kann er die Kündigung erklären bzw vom Vertrag zurücktreten, wenn Sie als Besteller eine Pflicht aus dem Werkvertrag verletzt haben und dem Unternehmer deshalb die Erfüllung seiner Pflicht unmöglich oder unzumutbar ist, §§ 631, 323, 326 BGB. Sie sprechen hier davon, dass das Parkett sich aufgrund Feuchtigkeit gehoben hat. Wenn das Zimmer tatsächlich feucht ist und deshalb die Gefahr besteht, dass das Parkett sich wieder hebt, hat der Unternehmer einen berechtigten Rücktrittsgrund. Ob dafür allein die Aussage eines Sachverständigen ausreicht, ist aber fraglich.

3. Wenn das Zimmer tatsächlich feucht ist, müssen Sie entweder diesen Zustand beseitigen, sodass der Unternehmer sein Parkett vertragsgemäß verlegen kann oder Sie müssen seinen Rücktritt hinnehmen.

4. Besteht keine Feuchtigkeit, sondern hat sich das Parkett wegen Fehler bei der Verlegung gehoben, setzten Sie eine letztmalige kurze Frist und kündigen Sie an, dass Sie nach Ablauf der Frist die Arbeit von einem anderen vornehmen lassen werden. Die Rechnung werden Sie dem Unternehmer in Rechnung stellen.

5. Der Unternehmer hat Anspruch auf die Zahlung des von ihm erbrachten Werkes, gegebenenfalls auch für die Verlegearbeiten im „feuchten Zimmer“, wenn die Feuchtigkeit schuld ist für die Zerstörung seines Werkes. Jedoch müssen Sie nur das bezahlen, was er an Leistung erbracht hat, seine „Ersparungen“ werden abgezogen.

Ihre Ansprüche richten sich hier danach, ob ein Verschulden des Unternehmers vorliegt oder ob er die Arbeit wegen Feuchtigkeit nicht durchführen kann. Im letzteren Fall kann er zurück treten und muss keinen ERsatz leisten.



Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München

Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de

Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:
Meine Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich meine Auskunft nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Auch einige Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht geklärt werden. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60118 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für diese konkrete, ausführliche Antwort. So soll es sein, Sie haben wir definitiv weiter geholfen. Gerne wieder. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und relevante Beantwortung, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich bin sehr zufrieden. Das Problem hat mich schon seit laengerem belastet und in meinen Handlungsmoeglichkeiten eingeschraenkt. Der Anwalt konnte mir mit seiner rechtlichen Einschaetzung des Sachverhalts aufzeigen, wie ich dieses ... ...
FRAGESTELLER