Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.336
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Parkett, Vertrag, Haftung, Pflichten


| 05.10.2006 21:40 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Ein Parkettverleger hat uns nach Besichtigung der Wohnung ein Angebot für die Entfernung des alten Parketts, Spachteln der vorhandenen Spannplatten sowie Verlegung von Spannplatten wo nicht vorhanden und Parkettverlegung auf eine Fläche von etwa 69 qm. gemacht. Die Wohnung ist Altbau, Parterre.

Der Parkettverleger hat in zwei aus 4 Zimmern das Parkett verlegt. Im zweiten Zimmer hat sich das Parkett wegen Feuchtigkeit nach oben verbogen (Große Luftfeuchtigkeit im Juli und nicht trockene Spachtelmasse, d.h. wegen Selbstverschulden des Parkettlegers, der nicht ausreichend Zeit zwischen Spachteln und Verlegung des Parketts eingeplant hat). Am 02.08.2006 kam er mit einem befreundeten Sachverständigen, der ihm das auch bestätigte.
Das Parkett wurde heraus genommen im Rahmen der Gewährleistung des Parkettlegers.

Nach 2 Monaten sollte der Parkettleger die Arbeiten weiterführen. Er kam wieder mit dem Sachverständigen, der diesmal seine erste (2 Monte alte) Meinung radikal veränderte und die Ursache des Verbiegens in die Feuchtigkeit der Kellerräume unter der Wohnung fand. Danach wollte der Parkettleger nicht mehr weiter arbeiten, unter dem Vorwand das Parkett wird sich wieder verbiegen. Als Alternative bot er uns an, die Arbeiten unter Ausschluss der Haftung weiter zu führen. Wir waren damit nicht einverstanden da der Stand der Räume (incl. Keller) sich seit der Angeboterstellung nicht verändert hat und er in seinem Angebot durch geeignete Maßnahmen entgegen wirken konnte (Verlegung einer Schutzfolie unter den Spannplatten, dickere Spannplatten, etc.).

Fragen:
1. Ist es nicht die Pflicht des Parkettlegers vom Anfang an die angebliche Feuchtigkeit im Keller zu erkennen und im Angebot darauf hinzuweisen und/oder Maßnahmen vorschlagen (Feuchtigkeitssperre, etc.)?
2. Unter welcher Voraussetzung kann er aus dem Vertrag austreten bzw. wir eine andere Firma beauftragen?
3. Beim Ausstieg stehen ihm Zahlungen für das nicht verlegte Parkett (Holz) zu (muss ich ihm das noch nicht verlegte Parkett abkaufen)? Die Parkettverlegung war als eine Position inkl. Holz im Angebot: Versiegeln, liefern, verlegen und fest verkleben und hatte einen Pauschalpreis pro qm, außerdem finde ich kaum seriöse Handwerker die bereit sind für bauseits gestelltes Parkett Haftung zu übernehmen.
4. Ich nehme an, Zahlungen für die geleistete Arbeiten stehen ihm zu, wobei den Schadenersatz für die Verzögerung ab der Terminbefristung abgezogen werden kann? Trifft das zu?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Obgleich der Parkettverleger von seiner ursprünglichen Meinung nichts mehr wissen will, ist er gleichwohl zu Verlegung der Parketts weiterhin verpflichtet. Hierfür besteht zwischen Ihnen ein entsprechender Werkvertrag, den es zu erfüllen gilt.

Soweit die Rahmenbedingungen für das Parkettverlegen nach Ihrer Aussage sich nicht geändert hat, kann er nicht einwenden, dass eine Verlegung nur unter Ausschluss der Gewährleistungsfrist erfolgen könne, was im Übrigen nicht zulässig sein dürfte. Insoweit hätte er die Probleme einer möglichen Feuchtigkeit bereits zu Anfang berücksichtigen müssen. Soweit eine Verlegung nicht mangelfrei erfolgen kann, hat er entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Sie sollten nun den Parkettverleger mit Fristsetzung zur Durchführung der noch ausstehenden Arbeit auffordern. Weiterhin sollten Sie androhen, dass Sie nach Fristablauf im Rahmen der Ersatzvornahme einen anderen Parkettverleger mit der Verlegung beauftragen werden. Die Mehrkosten sind hierbei von Ihrem ursprünglichen Vertragspartner zu tragen.

Soweit der Parkettverleger Ihrer Aufforderung nicht nachkommt, kann er das nicht verlegte Parkett nicht in Rechnung stellen. Soweit dies bei Ihnen lagert, fordern Sie Ihn auf dies unverzüglich abzuholen, Sie es ansonsten auf seine Kosten einlagern würden. Die bis dahin erfolgten Arbeiten sind von Ihnen zu begleichen.

Ein Schadensersatz ist von Ihnen schlüssig darzulegen. Soweit Sie keinen unmittelbaren Schaden durch die Nichtnutzung der Zimmer, z.B. als Büro, erleiden, können Sie diesbezüglich keinen Schaden geltend machen. Ein Schadensersatzanspruch steht Ihnen dahingehend zu, dass die Mehrkosten für eine weitere Beauftragung eines Parkettverlegers, durch den ursprünglichen Vertragspartner zu tragen sind.

Um sich einer möglichen einvernehmliche Einigung mit dem Parkettverleger nicht zu verschließen, können Sie ihm anbieten, dass Sie einen Teil der erforderlichen Mehrkosten für eine entsprechende Feuchtigkeitssperre, soweit noch möglich, übernehmen. Soweit dies nicht akzeptiert wird, bleibt Ihnen dann noch immer die Möglichkeiten wie zu Beginn dargestellt.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 10.10.2006 | 22:57

Sehr geehrter Herr RA Schröter,

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Drei Fragen:
1. Bei wem liegt die Beweislast für veränderte Rahmenbedingungen für das Parkettverlegen (Feuchtigkeit)? Der Parkettleger hat bei der Auftragsvergabe keine Messungen w/Feuchtigkeit vorgenommen. Die einzigen Messungen sind durch seinem befreundeten Sachverständiger 3 Monate später vorgenommen.
2. Die Wohnung wo die Arbeiten durchgeführt werden sollten wollten wir selbst beziehen. Wir wollen dem Parkettverleger w/Zeitverzögerung die Zinsen für den Kredit als Schadenersatz in Rechnung stellen. Ist das ok ?
3. Würden/könnten sie uns vertreten sollte zu einer Auseinandersetzung kommen? Die Wohnung liegt in Frankfurt Innenstadt. Wir werden unsere Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen.

Vielen Dank im voraus.

Mit freundlichen Grüßen,

M. Benga

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.10.2006 | 11:20

Der Parkettverleger ist hier zur Nachbesserung verpflichtet. Die Rahmenbedingungen haben sich ja soweit nicht verändert, sondern beruhten auf dem unsachgemäßen Arbeiten des Parkettverlegers. Insoweit ist er in der Beweispflicht, daß er seine Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt hat, bzw. die zur Feuchtigkeit führenden Umstände von Ihm nicht zu vertreten sind.

Soweit Sie die Wohnung aufgrund des nicht verlegten Parketts nicht beziehen konnten, können Sie Kosten, die z.B. für eine längere Mietzahlung in der alten Wohnung geltend machen. Die Kreditzinsen sehe ich hierbei nicht als Schaden an, da Sie die in jedem Falle zu zahlen haben. Insoweit nur die Miete, wenn Sie die Wohnung nicht zu einem früheren Zeitpunkt hätten kündigen können.

Soweit es zu einer streitigen Auseinandersetzung kommt, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr gut formuliertauch, für Leien verständlich. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER