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Paketinhalt beschädigt, Klage gegen DHL sinnvoll?

| 16.01.2015 10:51 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Ich vermiete bundesweit Fotoboxen für Veranstaltungen und Events. Die Geräte werden mit DHL zum Kunden geschickt und nach dem Einsatz vom Kunden wieder per DHL zurückgeschickt.

Eines der Pakete (31,5kg) beinhaltet einen Drucker. Im Juni kam ein Drucker beschädigt zurück, das Paket wurde während des Rückversandes durch DHL auch nachverpackt. Am Ankunftstag habe ich den Schaden (Gehäuse verzogen, Gehäusebruch) beim Auspacken festgestellt und das Paket unverzüglich zur Schadensprüfung geschickt. Das Paket kam dann mit einem orangen Standardaufkleber (Beschädigung festgestellt, Kundendienst meldet sich) zurück. Daraufhin habe ich den Umkarton entsorgt, die Innenverpackung aus Schaumstoff nutze ich weiterhin.

Die Rückmeldung des Kundendienstes geschah nie, auch auf Nachfragen war unter der Sendungsnummer nichts vermerkt (lt. Telefonat Hotline waren auch keine Fotos o.ä. hinterlegt). Erst als ich den Einlieferungsbeleg zur Schadensprüfung vorweisen konnte, wurde der Fall bearbeitet und abgelehnt. Daraufhin habe ich Widerspruch eingelegt, auch der Widerspruch wurde erneut abgelehnt mit der Begründung, die Verpackung wäre nicht ausreichend gewesen.

In meinem Widerspruch habe ich DHL vorgeworfen, das Paket grob fahrlässig behandelt zu haben.

Meine Situation ist in folgender Hinsicht besonders gelagert:
Ich verschicke immer die gleichen Pakete mit gleichem Inhalt und gleicher Verpackung, das Innenpolster ist für das Gerät passend angefertigt.
Alleine im 2. Quartal 2014 kann ich 11 Versandvorgänge OHNE Beschädigung nachweisen, die Gesamtzahl aller unbeschädigten (identischen) Sendungen beträgt mehr als 50. Das lässt sich anhand der Trackingnummern auch nachweisen.

DHL argumentiert, die Verpackung war bei diesem Versandvorgang nicht ausreichend, sonst hätte der Drucker keinen Schaden genommen.
Fakt ist aber auch, dass die Verpackung bei vielen anderen Versandvorgängen ausgereicht hat.

Frage: Ist es erfolgversprechend, in dieser Situation gegen DHL zu klagen? Gibt es etwas Besonderes / Fristen zu beachten?


Zusatzfrage:
In welchem Ort klage ich gegen DHL? Firmensitz DHL , mein Firmensitz, Einlieferungsort?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da es sich um einen auf dem Transportweg entstandenen Schaden handelt, ist Frachtrecht nach dem HGB anzuwenden.

Zwischen Ihrem Kunden (Absender) und DHL (Frachtführer) wurde ein Frachtvertrag gemäß § 407 HGB abgeschlossen. Den Absender trifft die Pflicht, das zu befördernde Gut so zu verpacken, dass es vor Verlust und Beschädigung geschützt ist, <a href="http://dejure.org/gesetze/HGB/411.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 411 HGB: Verpackung. Kennzeichnung">§ 411 S. 1 HGB</a> .

Während des Transportes, also in der Zeit von der Übernahme bis zur Ablieferung, haftet der Frachtführer für am Beförderungsgut entstehende Schäden, soweit nicht eine Mitverursachung des Absenders oder Empfängers vorliegt. Dies regelt <a href="http://dejure.org/gesetze/HGB/425.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 425 HGB: Haftung für Güter- und Verspätungsschäden. Schadensteilung">§ 425 HGB</a> .

Obwohl Sie hinsichtlich dieses Frachtvertrages nicht Vertragspartner von DHL sind, können Sie trotzdem bei Beschädigung des Beförderungsguts Ansprüche gegenüber dem Frachtführer im eigenen Namen geltend machen, <a href="http://dejure.org/gesetze/HGB/421.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 421 HGB: Rechte des Empfängers. Zahlungspflicht">§ 421 Abs. 1 S. 2 HGB</a> .

Die §§ 426 , 427 HGB regeln, wann die Haftung des Frachtführers ausgeschlossen sein kann. U.a. dann, wenn der Absender das Beförderungsgut nicht ordnungsgemäß verpackt hat, § 427 Abs. 1 Nr. 2 HGB . Hierauf beruft sich DHL.

Maßgeblich ist demnach, was DHL unter "ordnungsgemäß verpackt" versteht. Die Transportunternehmen berufen sich in diesem Zusammenhang immer wieder auf bestimmte Fallhöhen. Die Fallhöhe ist die Höhe, die Pakete immer wieder im täglichen Transport fallen können und die ein Paket, mit ordnungsgemäßer Verpackung, unbeschadet überstehen sollte. In den AGBs ist dazu nichts zu finden. Jedoch gibt es eine Verpackungsbroschüre(<a target="_blank" href="http://www.dhl.de/content/dam/dhlde/kampagnen/verpackung092013/pdf/dhl-verpackungsbroschuere-092013.pdf)," rel="nofollow">http://www.dhl.de/content/dam/dhlde/kampagnen/verpackung092013/pdf/dhl-verpackungsbroschuere-092013.pdf),</a> in der die Fallhöhen beschrieben werden. Diese betragen bei allen nationalen Postpaketen 60 cm, bei Gefahrensendungen (Flaschen, Metallschäden) 80 cm.

Wenn Sie behaupten, dass eine ordnungsgemäße Verpackung vorlag, sind Sie für diese Behauptung darlegungs- und beweispflichtig. Hierzu können selbstverständlich die bereits erfolgten Transporte mit gleicher Verpackung ohne Beschädigung sowie das eigens für die Geräte angefertigte Innenpolster herangezogen werden. Ob dies eine ordnungsgemäß Verpackung darstellt, vermag ich ohne genaue Kenntnisse nicht zu beurteilen.

Zu beachten ist die kurze Verjährungsfrist von 1 Jahr für Ansprüche aus einer Beförderung. Diese beginnt mit Ablauf des Tages, an dem das Gut abgeliefert wurde.

Die AGBs von DHL enthalten in § 8 Abs. 4 eine Gerichtsstandsvereinbarung für Streitigkeiten mit Kaufleuten. Demnach ist ausschließlicher Gerichtsstand Bonn.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 29.01.2015 | 13:09

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